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Bremen

Fall Olaf Latzel: Auch CSD stellt Strafantrag

Die Bremer CSD-Organisator*innen wollen sich gegen die Hetze des evangelischen Pastors wehren, denn: "Auch unsere Würde ist unantastbar".


Pastor Olaf Latzel polemisiert bereits seit Jahren gegen sexuelle Minderheiten – ist er jetzt zu weit gegangen?

  • 30. April 2020, 14:23h 11 2 Min.

Der Vorstand des CSD Bremen hat am Donnerstag erklärt, dass man Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Bremen gegen den homophoben Pastor Olaf Latzel gestellt habe. Bereits seit vergangener Woche ermittelt der Staatsschutz gegen den evangelischen Würdenträger, weil dieser in einem anderthalbstündigen "Eheseminar" Homo­sexuelle diffamiert hatte (queer.de berichtete). Der CSD will mit seinem Antrag deutlich machen, dass "auch unsere Würde (…) unantastbar" sei.

Unabhängig von den Ermittlungen der Bremer Staatsanwaltschaft müsse sich die Community gegen Übergriffe schützen, "auch wenn diese von Menschen kommen, die eigentlich das Symbol für Nächstenliebe vertreten sollten", teilte der CSD mit. "Die Ausfälle des Pastors beantworten außerdem die alljährlich aufgebrachte Standardfrage, ob ein CSD in der heutigen Zeit denn noch überhaupt notwendig sei," erklärte Robert Dadanski, Vorstand und Pressesprecher des CSD-Vereins. "Wir werden mehr denn je gebraucht". Das gelte auch für die vom Bürgermeister zum CSD 2019 vorgenommene Beflaggung des Rathauses mit der Regenbogen­fahne. Derartige Zeichen "für eine humane Gesellschaft und gegen Hass und Ausgrenzung sind weiterhin dringend nötig".

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CSD appelliert auch an Evangelische Kirche

Der CSD-Verein appellierte außerdem an die Bremische Evangelische Kirche (BEK), es nicht bei einem "Dienstgespräch" mit dem Pastor zu belassen. Die Kirche lehnt bislang eine Suspendierung oder ein Disziplinarverfahren gegen ihren Pfarrer ab (queer.de berichtete).

Latzel hatte Mitte Oktober 2019 in einem anderthalbstündigen Seminar "Biblische 'Fahrschule' zur Ehe" homosexuelle und trans Menschen diffamiert und beschimpft (queer.de berichtete). Eine Audio-Aufzeichnung des Seminars war bis vor kurzem noch auf Youtube online. Darin sagte Latzel unter anderem: "Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day". Darüber hinaus erklärte der Pastor, "gelebte Homosexualität" sei "vor Gott ein Gräuel", eine "Degeneration von Gesellschaftsformen" sowie "todeswürdig". (cw)

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#1 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 30.04.2020, 15:45h
  • Appelle an Bremer Kirchenfürsten nutzen nichts, weil diese darauf bedacht sind, den Laden zusammenzuhalten. Die nehmen eher Rücksicht auf Religioten in ihren Reihen, als auf uns.
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#2 Sehr richtigAnonym
  • 30.04.2020, 19:59h
  • Finde ich sehr richtig und wichtig.

    Denn wenn schon die evangelische Kirche selbst nach Aussagen wie dass Homosexualität "todeswürdig" sei, was ein indirekter Aufruf genau dazu ist, nur zu einem "Gespräch" bittet statt wirklich Konsequenzen zu ziehen, dann muss man eben so vorgehen.

    Wenn das keine Volksverhetzung ist, wüsste ich gerne, was sonst noch Volksverhetzung sein soll.

    Dann würde ich wirklich zweifeln, ob Deutschland noch ein Rechtsstaat ist oder längst ein Gottesstaat, wo Kirchen-Funktionäre über dem Gesetz stehen.
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#3 NickAnonym
  • 30.04.2020, 21:50h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Kirchenfürsten gibt es nicht. Latzel ist - nicht nur in Bremen - nicht repräsentativ für die Haltung der evangelischen Kirche. Der Strafantrag ist wichtig und richtig! Allerdings ist niemandem damit gedient, wenn aus Latzel nun auch noch ein Märtyrer gemacht wird. Das nützt der queeren Community rein gar nichts. Im Gegenteil. Es muss differenziert abgewogen werden.
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