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Bremen

Fall Olaf Latzel: Auch CSD stellt Strafantrag

Die Bremer CSD-Organisator*innen wollen sich gegen die Hetze des evangelischen Pastors wehren, denn: "Auch unsere Würde ist unantastbar".


Pastor Olaf Latzel polemisiert bereits seit Jahren gegen sexuelle Minderheiten – ist er jetzt zu weit gegangen?

Der Vorstand des CSD Bremen hat am Donnerstag erklärt, dass man Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Bremen gegen den homophoben Pastor Olaf Latzel gestellt habe. Bereits seit vergangener Woche ermittelt der Staatsschutz gegen den evangelischen Würdenträger, weil dieser in einem anderthalbstündigen "Eheseminar" Homosexuelle diffamiert hatte (queer.de berichtete). Der CSD will mit seinem Antrag deutlich machen, dass "auch unsere Würde (…) unantastbar" sei.

Unabhängig von den Ermittlungen der Bremer Staatsanwaltschaft müsse sich die Community gegen Übergriffe schützen, "auch wenn diese von Menschen kommen, die eigentlich das Symbol für Nächstenliebe vertreten sollten", teilte der CSD mit. "Die Ausfälle des Pastors beantworten außerdem die alljährlich aufgebrachte Standardfrage, ob ein CSD in der heutigen Zeit denn noch überhaupt notwendig sei," erklärte Robert Dadanski, Vorstand und Pressesprecher des CSD-Vereins. "Wir werden mehr denn je gebraucht". Das gelte auch für die vom Bürgermeister zum CSD 2019 vorgenommene Beflaggung des Rathauses mit der Regenbogenfahne. Derartige Zeichen "für eine humane Gesellschaft und gegen Hass und Ausgrenzung sind weiterhin dringend nötig".

CSD appelliert auch an Evangelische Kirche

Der CSD-Verein appellierte außerdem an die Bremische Evangelische Kirche (BEK), es nicht bei einem "Dienstgespräch" mit dem Pastor zu belassen. Die Kirche lehnt bislang eine Suspendierung oder ein Disziplinarverfahren gegen ihren Pfarrer ab (queer.de berichtete).

Latzel hatte Mitte Oktober 2019 in einem anderthalbstündigen Seminar "Biblische 'Fahrschule' zur Ehe" homosexuelle und trans Menschen diffamiert und beschimpft (queer.de berichtete). Eine Audio-Aufzeichnung des Seminars war bis vor kurzem noch auf Youtube online. Darin sagte Latzel unter anderem: "Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day". Darüber hinaus erklärte der Pastor, "gelebte Homosexualität" sei "vor Gott ein Gräuel", eine "Degeneration von Gesellschaftsformen" sowie "todeswürdig". (cw)



#1 DramaQueen24Profil
  • 30.04.2020, 15:45hBerlin
  • Appelle an Bremer Kirchenfürsten nutzen nichts, weil diese darauf bedacht sind, den Laden zusammenzuhalten. Die nehmen eher Rücksicht auf Religioten in ihren Reihen, als auf uns.
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#2 Sehr richtigAnonym
  • 30.04.2020, 19:59h
  • Finde ich sehr richtig und wichtig.

    Denn wenn schon die evangelische Kirche selbst nach Aussagen wie dass Homosexualität "todeswürdig" sei, was ein indirekter Aufruf genau dazu ist, nur zu einem "Gespräch" bittet statt wirklich Konsequenzen zu ziehen, dann muss man eben so vorgehen.

    Wenn das keine Volksverhetzung ist, wüsste ich gerne, was sonst noch Volksverhetzung sein soll.

    Dann würde ich wirklich zweifeln, ob Deutschland noch ein Rechtsstaat ist oder längst ein Gottesstaat, wo Kirchen-Funktionäre über dem Gesetz stehen.
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#3 NickAnonym
  • 30.04.2020, 21:50h
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Kirchenfürsten gibt es nicht. Latzel ist - nicht nur in Bremen - nicht repräsentativ für die Haltung der evangelischen Kirche. Der Strafantrag ist wichtig und richtig! Allerdings ist niemandem damit gedient, wenn aus Latzel nun auch noch ein Märtyrer gemacht wird. Das nützt der queeren Community rein gar nichts. Im Gegenteil. Es muss differenziert abgewogen werden.
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#4 Homonklin_NZAnonym
  • 01.05.2020, 04:06h
  • Das ist schon richtig so, den Knilchen mit Anklagen zu konfrontieren, so, wie man es bei anderen mit faschismusnahen Ansichten auch machen würde. Aber bitte vergesst doch diesen Quatsch endllich, der ein Werbebanner für die weichgespülte Seite von deren religioter Ideologie ist:

    ""auch wenn diese von Menschen kommen, die eigentlich das Symbol für Nächstenliebe vertreten sollten""

    Diese "Nächstenliebe" geht bei denen gerade so weit, wie Menschen nach deren Wunschweltbild vereigenschaftet sind, und wo sie Geld für den Mutterkonzern eintragen!
    Alles andere ist Heuchelei und sich schönfärben, so, wie die Neonazis sich für das vermeintliche "Völkische" einsetzen, und die Scientologen für eine vermeintliche geistige Fortentwicklung, wo dann ebenfalls was eher Gegenteiliges der Fall ist, nämlich eine Manipulationsmethode.

    Da ist sich jeder selbst der Nächste. Soweit es vom Hirn gerade noch hinreicht.
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#5 Ralph
  • 01.05.2020, 12:37h
  • Es ist das alte Problem evangelischer Kirchen, dass sie einerseits die völlige Verdammung homosexueller Menschen unter Berufung auf jüdische Mythologie und auf einen Brief des Apostels Paulus, andererseits die volle Anerkennung homosexueller Menschen als gleichwertig parallel nebeneinander stehen lassen, als wäre der sich daraus ergebende Widerspruch in irgendeiner Weise lösbar und als könnten Christen die eine wie die andere Position frei wählen und einnehmen, ohne mit der einen oder anderen Position gegen Glaubensgebote oder Glaubensverbote zu verstoßen. Diese kirchliche Haltung -die natürlich ihre Wurzel in der Angst hat, bei einer klaren Entscheidung für die eine oder die andere Ansicht die Vertreter der unterlegenen Partei zu verlieren- entspräche einer Haltung, die Antisemitismus oder Rassismus sowohl für in Ordnung als auch für verwerflich erklärt. Die evangelischen Kirchen lassen auch dort, wo liberale Kräfte sich durchsetzen, immer noch eine Hintertür offen, die sogenannte abweichende Gewissensentscheidung von Amtsträgern, die dann eigentlich vorgegebene kirchliche Handlungen nicht vornehmen müssen, wenn sie privat homofeindlich eingestellt sind. Wir haben es in Bremen nur mit einem extremen Beispiel zu tun, während weniger brutale Diskriminierung durch kirchliche Amtsträger und Gremien nach wie vor an der Tagesordnung sind, ohne in ähnlicher Weise öffentlichkeitswirksam zu werden. Was aussteht, ist ein Ende des Eiertanzes. Deine Rede sei ja ja oder nein nein, sagt Jesus, alles darüber ist von Übel. So lange man in den evangelischen Kirchen die von Jesus geforderte Eindeutigkeit scheut und der Intoleranz mit Toleranz begegnet, bleiben derartige Ausfälle wie der hier in Rede stehende möglich und werden sich immer wieder ereignen.
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#6 GayChurchProfil
  • 02.05.2020, 03:31hBerlin
  • Wichtig wäre es, dass LGBT den Kirchen endlich zu verstehen geben, dass genau diese Art der Verdunkelung des Evangeliums, also der Frohen Botschaft für Homosexuelle die Ursache für Hass und Kirchenfeindlichkeit ist. Es nützt doch überhaupt nichts von "Bremer Kirchenfürsten" daherzureden - der richtige Begriff wäre "Kirchenpräsidentin" - das Problem liegt darin, dass es keine homosexuelle Theologie gibt. Denn diesen Herren wie Latzel, Parzany und wie sie alle heißen, kommt man nur bei, wenn wir ihnen als homosexuelle Christen entgegentreten. Herr Latzel hat es im Grunde schon richtig erkannt, sein "Feind" kommt von innen aus der Kirche und der Theologie selber. Dass die ersten Christen angefangen haben, in dem Menschen Jesus, auch noch in einem gekreuzigten - verdorbener kann jemand gar nicht sein im antiken Denken - in einem solchen Menschen Gott zu erkennen und sich dazu zu bekennen, das ist in heutiges Denken übersetzt genau das, was dem Herrn Latzel da ein seine Kirche gesprüht wurde: God is Gay - Deus Homo!
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#7 Ralph
  • 02.05.2020, 10:28h
  • Antwort auf #6 von GayChurch
  • Bitte lass nicht außer Acht, dass ein Großteil der Schwulen und Lesben sich -aus guten Gründen- nicht als Christen definieren. Ich z.B. stehe außerhalb der Kirche. Für mich ist deshalb das eigentlich Empörende nicht einmal, dass Latzel Schwule und Lesben im Rahmen einer theologischen Auseinandersetzung als todeswürdige Verbrecher hinstellt. Da folgt er nur dem Apostel Paulus, der das genauso sieht, und Paulus ist immerhin der Erfinder des Christentums. Nein, der Skandal ist für mich die Absolutheit, mit der Christen (und alle anderen Religionsanhänger) die eigene Auffassung mit einem gesamtgesellschaftlichen Absolutheitsanspruch in die Welt setzen, und verlangen, sie möge Grundlage jedweden menschlichen Zusammenlebens sein. Ich hätte nichts dagegen, hätte Latzel gesagt, für Schwule und Lesben sei in der Kirche kein Platz, weil Paulus sie verdammt. Mich verletzt, dass er gerade so nicht formuliert, sondern spricht, als hätte Paulus nicht nur in der Kirche, sondern überhaupt für die gesamte Menschheit das letzte Wort.
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#8 TheDadProfil
#9 GayChurchProfil
  • 03.05.2020, 01:16hBerlin
  • Antwort auf #7 von Ralph
  • Mich kann so ein verklemmter Mann, der mit seiner eigenen Homosexualität kämpft, nicht verletzen, weil ich weiss, dass jedes seiner Hetzworte ein Kampfprogramm gegen seine eigenen Gefühle ist. Man sollte sich wirklich mal YouTube Aufnahme von dem Kerl anschauen. Der würde gut in Soldaten-Uniform im Darkroom ankommen:-)

    Aber was wäre wenn die Botschaft von der Menschwerdung Gottes das Emanzipationsprogramm für Homosexuelle weltweit sein könnte und es wird ihnen vorenthalten, indem man ihnen Glauben macht, dass es so etwas gar nicht gibt:-))) darin sehe ich das Problem.
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#10 Ralph
  • 03.05.2020, 10:33h
  • Antwort auf #9 von GayChurch
  • Bitte nimm mir nicht übel, wenn ich noch einmal unterstreiche, dass der Glaube an ein überirdisches Wesen für viele Menschen keine Option ist und diesen Menschen trotzdem oder vielleicht gerade deswegen nichts fehlt. Wiederum viele von ihnen nehmen Religion zu Recht als Bedrohung wahr, einerseits wegen des Inhalts religiöser Lehren und Bücher, andererseits wegen des Hasses, der von nicht wenigen Gläubigen verbreitet wird.
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