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Brasilien

Bolsonaro: WHO fördert Homosexualität bei kleinen Kindern

Mit einer absurden Attacke versucht Brasiliens rechtsextremer Staatschef, die Weltgesundheitsorganisation zu diskreditieren. Offenbar nahm er Fake-News über ein von der BZgA mitverfasstes Konzept für bare Münze.


Seit Anfang 2019 regiert in Brasilien der Rechtsaußen-Politiker Jair Bolsonaro (Bild: Carolina Antunes / wikipedia)

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die Kompetenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit absurden Äußerungen infrage gestellt. Die WHO ermutige kleine Kinder zu Homosexualität und zur Masturbation, behauptete Bolsonaro am Donnerstag in einem Facebook-Post, der später entfernt wurde. "Dies ist die Weltgesundheitsorganisation, deren Empfehlungen zum Coronavirus ich aus Sicht einiger Leute folgen soll", schrieb Bolsonaro.

Ohne Belege für seine Behauptungen zu nennen, schrieb Bolsonaro, die WHO empfehle "Masturbation in früher Kindheit" sowie "gleichgeschlechtliche Beziehungen". Zudem rate die WHO Neun- bis Zwölfjährigen zu einer "ersten sexuellen Erfahrung".

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Fake-News über BZgA-Konzept vermutlich Grundlage

Zuvor hatte Bolsonaros Berater Arthur Weintraub getwittert, dass es in Empfehlungen der WHO heiße, dass "Kinder zwischen null und vier Jahren über 'Masturbation', 'Befriedigung und Lust', 'das Berühren des eigenen Körpers' und 'die Gender-Ideologie' unterrichtet" werden sollten. "Ist das richtig?", fragte Weintraub rhetorisch.

Als Grundlage für die Behauptungen diente Weintraub und Bolsonaro offenbar das 2010 gemeinsam vom WHO-Regionalbüro für Europa und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichte Rahmenkonzept "Standards für die Sexualaufklärung in Europa", das Experten, politischen Entscheidungsträgern sowie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen Empfehlungen für die Sexualaufklärung von Kindern und Jugendlichen gibt. In den Standards wird darauf hingewiesen, dass sexuelle Neugier auch bei Kindern normal ist. Empfehlungen für die von Weintraub und Bolsonaro beschriebenen Verhaltensweisen finden sich in dem Konzept jedoch nicht. In Deutschland wurde die Fake-News seit 2018 u.a. von der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit", der "Demo für alle" und von AfD-Politiker*innen verbreitet.

Bolsonaro spielt Gefahr durch Coronavirus herunter

Bolsonaros Angriffe auf die WHO dürften im Zusammenhang mit seiner höchst umstrittenen Haltung zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie stehen. Brasiliens rechtsextremer Staatschef spielt nach wie vor die vom neuartigen Coronavirus ausgehenden Gefahren herunter und ist gegen Ausgangsbeschränkungen, wie sie von Gouverneuren brasilianischer Bundesstaaten verhängt wurden. Auch lehnt er die von der WHO empfohlenen Richtlinien zur sozialen Distanzierung ab.

Entgegen Bolsonaros Wunsch nach einem schnellstmöglichen Ende des wirtschaftlichen Stillstands verlängerte der Gouverneur des Bundesstaats Rio de Janeiro, Wilson Witzel, am Donnerstag die wegen der Pandemie geltenden Ausgangsbeschränkungen bis 11. Mai. Auch Schulen, Universitäten sowie Kulturzentren bleiben weiter geschlossen.

Brasilien ist das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Südamerika. Nach offiziellen Angaben starben bereits mehr als 5.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion, die Zahl der Infektionen liegt bei mehr als 70.000. Wegen mangelnder Testkapazitäten gehen Experten jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Einer der homophobsten Staatsführer der Welt

Die Wahl Jair Bolsonaros im Oktober 2018 hatte für Schockwellen in der brasilianischen LGBTI-Community gesorgt (queer.de berichtete). Der ehemalige Fallschirmjäger war 2017 von einem Gericht wegen Volksverhetzung verurteilt worden – Anlass war ein Interview aus dem Jahr 2011, in dem er unter anderem erklärt hatte, dass seine Kinder nie einen schwulen Sohn zur Welt bringen würden, weil sie eine "gute Erziehung" genossen hätten. In dem Interview fügte er hinzu, dass er einen schwulen Sohn nicht lieben könne: "Mir wäre lieber, er würde bei einem Unfall sterben."

Eine Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichts im Juni 2019, dass Homo- und Transphobie ebenso zu bestrafen sei wie Rassismus, griff Bolsonaro als "komplettes Unrecht" an (queer.de berichtete). Kurz darauf ließ er die Förderung von Filmen mit queeren Inhalten verbieten, wurde jedoch von einem Gericht gestoppt (queer.de berichtete). Nach seinem Amtsantritt hatte er auch erklärt, dass Brasilien kein "Urlaubsparadies für Schwule" werden dürfe (queer.de berichtete). (cw/AFP)



#1 DramaQueen24Profil
  • 01.05.2020, 06:09hBerlin
  • Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Dem Typ droht ein Amtsenthebungsverfahren, wenn vor Gericht bewiesen wird, das er, der Korruption bekämpfen wollte, die Strafverfolgung gegen seine Söhne wegen Korruption behindern wollte.
    Zudem "fördert" die WHO nur, dass homosexuelle Kinder nicht entrechtet und verfolgt werden, sondern ihnen dieselben Gesundheitsrechte zustehen, wie allen Bürgern.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 01.05.2020, 10:40h
  • Der Typ hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun, und schöpft seinen Hirnbrunz anscheinend aus denselben Quellen, wie auch die Kathiliban und der Rest der faschistischen Horden. Die bedienen sich anscheinend durchgehend bei der gleichen Fakenews-Dispersionsmaschine, so ähnlich ist sich der Unsinn, den die glauben oder benutzen.
    Sowas der WHO vorzuwerfen, ist ein starkes Stück Kacka.

    Das Elend, das der Typ über sein eigenes Land gebracht hat, könnte tiefer reichen.
    Wegen Urlaubsland muss er ja erst mal nichts befürchten. Fliegt eh kaum noch wer um die Welt mal.
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#3 Carsten ACAnonym
  • 01.05.2020, 12:05h
  • Wie immer bei solchen Leuten:
    die Verschwörungstheorien müssen immer noch radikaler und noch absurder werden, um die Anhänger bei der Stange zu halten.

    Dasselbe sieht man ja auch bei Trump.

    Wer seine Macht nur auf Ängsten aufbaut, muss die Angst immer mehr steigern, weil sonst eine Gewöhnung eintritt und das nicht mehr funktioniert.
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#4 Ralph
  • 01.05.2020, 12:12h
  • Die Aufsichtsbehörde für Interstellare Beziehungen teilt mit: Bolsonaro ist ein von Außerirdischen hergestellter Klon. Beweis: So dummdreist kann ein echter Mensch gar nicht sein.
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#5 Ach jaAnonym
  • 01.05.2020, 13:47h
  • Trump und Bolsonaro sind beide keine echten Menschen
    Wahrscheinlich sind die Beiden in irgendeinem Frankenstein Laboratorium gezüchtet worden.
    Das ist jedenfalls deutlich wahrscheinlicher als die These vom künstlichen Corona Virus.
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#6 euqumanAnonym
  • 01.05.2020, 14:50h
  • Bolsonaro ist dumm und rechtsextrem . Man kann Homosexualität bei Kindern nicht fördern, denn Menschen werden homosexuell geboren oder eben nicht.Und wenn man Homosexualität oder Heterosexualität fördern könnte, dann dürfte man auch Homosexualität fördern , denn Homosexualität ist legal (auch in Brasilien) und keine Krankheit und nichts schlimmes und nichts schlechtes.Aber wenn man Homosexualität oder Heterosexualität fördern könnte ,dann würde Bolsonaro nur Heterosexualität fördern wollen , weil er rechtsextrem ist und dumm ist und gleichschalten will.Wenn er nur Heterosexualität fördern würde, dann wäre das Gleichschaltung , denn er würde nur Heterosexualität fördern wollen , also ale Menschen sollen heterosexuell sein und alle Familien mit Kindern sollen heterosexuell sein und alle Beziehungspaare sollen heterosexuell sein.
    Das nennt man Gleichschaltung und Gleichschaltung ist typisch für Rechtsextreme.
    Bei mir dürfte jeder heterosexuell sein und homosexuell sein und bisexuell sein und so weiter sein , das ist keine Gleichschaltung.Homosexualität ist nichts schlimmes und Homosexualität ist nichts schlechtes und Homosexualität ist keine Krankheit und wenn man Homosexualität fördern könnte , dann dürfte man es auch fördern, eben weil Homosexualität Vorteile und Nachteile hat , weil Heterosexualität Vorteile und Nachteile hat und weil Bisexualität Vorteile und Nachteile hat und andere sexuelle Orientierungen Vorteile und Nachteile haben und weil Homosexualität nichts schlimmes und nichts schlechtes ist und Homosexualität keine Krankheit ist.

    Quellen:

    bit.ly/35nEYTk

    bit.ly/2WeY7m9
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#7 daVinci6667
  • 01.05.2020, 15:51h
  • Gemäss WHO ist weder Masturbation noch Homosexualität eine Krankheit. Mag sein dass dies Herrn Bolsonaro nicht passt.

    Tatsache ist, Kinder sind schon sexuelle Wesen und masturbieren gelegentlich. Sie werden als hetero, bi, schwul oder lesbische Wesen geboren. In aller bunter Vielfalt.

    Sie anzunehmen wie sie sind ist deren Recht und unsere Pflicht. Niemand darf diskriminiert werden.

    Die WHO fördert in genau diesem Sinne in 90% der Fälle Heterosexuelle und zu 10% andere Orientierungen.

    Und ja, Masturbieren tun alle. Auch Sie tun es Herr Bolsonaro. Ausser Sie wären kein richtiger Mann.
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#8 mgjhnAnonym
#9 Sozial-liberalAnonym
  • 02.05.2020, 13:42h
  • Zu Bolsonaro fällt mir immer ein genialer Satz von Melina Mercouri ein. Sie war griechische Schauspielerin und in den 80er und 90er Jahren griechische Kulturministerin.

    Unter der faschistischen Obristendiktatur, die in Griechenland von 1967 bis 1973 herrschte, wurde sie ausgebürgert. Ihre Antwort an die Adresse des damaligen griechischen Innenministers Pattakos war: Ich bin als Griechin geboren und werde als Griechin sterben. Herr Pattakos ist als Faschist geboren und wird als Faschist sterben.
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#10 Nk231Anonym
  • 03.05.2020, 20:58h
  • Was er nicht verstanden hat, ist, dass ein kleines Kind entweder schon homosexuell, oder bi, oder Trans*, oder Inter ist, oder schon hetero.
    Aber was soll man von Rechtsverdrehten erwarten? Dass sie das wissen jedenfalls nicht.
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