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Heimkino
Warum ich "Tootsie" immer wieder gucken kann
Zu den Filmen, die uns im Lockdown auf jeden Fall zum Lachen bringen, gehört Sydney Pollacks witzige wie geistreiche Drag-Komödie "Tootsie" von 1982 mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle.

Michael Dorsey als Dorothy Michaels (Dustin Hoffman, re.) und Kollegin Julie (Jessica Lange) in "Tootsie" (Bild: Sony Pictures)
- Von Barbara Munker, dpa
1. Mai 2020, 05:40h 2 Min.
Quirliges Leben in den Straßen von New York: Arbeitslose Schauspieler jobben als Kellner in vollen Lokalen, in den Fernseh-Studios laufen die Dreharbeiten auf Hochtouren. Davon kann man mitten in der Corona-Pandemie nur träumen. Für Michael Dorsey in "Tootsie" (Amazon-Affiliate-Link ) ist das 1982 eine frustrierende Realität. Der Mitt-Vierziger Dustin Hoffman mimt den erfolglosen Schauspieler, der einfach keine Rolle findet. Sein genervter Agent George (Sydney Pollack, der bei dem Kassenschlager auch Regie führte) weiß warum: Michael ist starrsinnig und zu wählerisch.
Auch Schauspielkollegin Sandy (Teri Garr) hat beim Vorsprechen für die Fernseh-Seifenoper "Southwest General" wieder einmal Pech, es wird ein anderer Frauentyp gesucht. Da wittert Michael seine Chance. Mit Lockenperücke, riesiger Brille, Blümchenkleid, Absätzen und viel Schminke wird er zu Dorothy Michaels. Nicht attraktiv genug, denkt Macho-Regisseur Ron, doch mit Säuselstimme und frechem Auftreten setzt sich Dorothy durch.
Entlarvender Blick auf Geschlechternormen
Hoffmans weibliche Tour de Force ist knapp 40 Jahre später äußerst witzig und überraschend zeitgemäß. Dorothy klopft dem aufdringlichen Soap-Oberarzt, mit dem vielsagenden Spitznamen "Die Zunge", auf die Finger. Sie staucht den sexistischen Regisseur zusammen, der ausgerechnet mit der hübschen TV-Krankenschwester Julie (Jessica Lange) liiert ist.
Ist es heutzutage nicht schwierig eine Frau zu sein, seufzt Julie im vertraulichen Gespräch mit Dorothy. Der blonde Seifenoper-Star fühlt sich zu der vermeintlichen Kollegin schnell hingezogen. Michael erwidert die Gefühle, kann sich aber nicht als Mann outen. Es wird noch komplizierter, als sich Julies verwitweter Vater nichts ahnend in Dorothy verliebt, die durch ihre forsche Art auch noch zum neuen Star der TV-Show avanciert.

Eine lesbische Liebe, die keine ist: Julie und Dorithy (Bild: Sony Pictures)
Der Spaß ist perfekt, dabei ist "Tootsie" weder albern noch oberflächlich, dank frecher Seitenhiebe auf das Showbusiness und den entlarvenden Blick auf Geschlechterrollen und Gesellschaftsnormen – viele Jahrzehnte vor der MeToo-Bewegung. Die Komödie war ein Kassenschlager und holte 1983 zehn Oscar-Nominierungen, am Ende gewann Jessica Lange die Trophäe als beste Nebendarstellerin.
Star-Regisseur Pollock ("Out of Africa") traf mit seiner Besetzung voll ins Schwarze. Herrlich auch die junge Geena Davis in ihrer ersten kleinen Spielfilmrolle und Bill Murray als Michaels mürrischer Mitbewohner, der von einer Karriere als Drehbuchautor träumt.
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Nach vielen Jahren versteht er nun dutzende Anspielungen, Parodien und Seitenhiebe die auf Tootsie basieren.
Der Film hat durch die Jahrzehnte hinweg immer noch einen gewaltigen Einfluss auf Film und Fernsehen und das zu recht! Einer der Besten Filme aller Zeiten und wer ihn nicht gesehen hat, sollte es bei einem schönen Glas was auch immer am liebsten Trinkt abends einfach mal entspannt nachholen.