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Viel Kritik an NDR-Kommentar

Cora Stephan will "normale Menschen" statt Gendersternchen und Debatten über Intersexuelle

Die Publizistin und Schriftstellerin sorgt mit einem Kommentar für Aufregung in sozialen Netzwerken.


Cora Stephan will lieber über "Normales" reden – und nicht etwa über geschlechtliche Minderheiten (Bild: Millebises / wikipedia)

Cora Stephan hat in einem Kommentar auf NDR Info gefordert, mehr auf "normale Menschen" einzugehen und weniger auf vermeintlich andere. Der am Sonntag auf der NDR-Homepage veröffentlichte Text führte zu teils scharfen Reaktionen.

In ihrem Kommentar zur Corona-Krise argumentierte die 69-Jährige unter anderem, es gebe viele Menschen, "die kein neues Normal brauchen, weil sie im alten Normal leben". Und weiter: "In der Krise wird sichtbar, wen und was wir wirklich brauchen: [e]her keine Gendersternchen oder heiße Debatten um Toiletten für ein drittes Geschlecht, keine politisch korrekte Sprachsäuberung oder Kampagnen gegen alte weiße Männer, sondern Handwerker und Landwirte, Postboten und LKW-Fahrer, Verkäuferinnen, Apotheker, Ärzte und Pfleger. Normale Menschen, eben."

Coronakrise: Ist das neue Leben in Wirklichkeit nur das alte normale? Die Meinung von Cora Stephan.

Gepostet von NDR Info am Sonntag, 3. Mai 2020
Facebook / NDR Info

"Bräunliches Vorurteilssüppchen"

In sozialen Netzwerken gab es viel Kritik zu dem Artikel. Auf Facebook schrieb etwa ein Nutzerin: "Eine Frechheit, Menschen auf der Suche nach Anerkennung ihrer Identität in die Ecke zu stellen und Äpfel mit Birnen zu vergleichen." Eine andere ergänzte: "Normale Menschen gibt es nicht." Auf Twitter ging ein Nutzer auf einen anderen Aspekt des Textes ein: "Immer interessant, wo das gegnerische Maskulinum angeblich angebracht ist ('Ärzte') und wo nicht ('Verkäuferinnen'). Wer so gendert, offenbart damit eine ganz absurde Weltsicht." Dem NDR wurde außerdem vorgeworfen, mit der Veröffentlichung des Textes ein "bräunliches Vorurteilssüppchen" zu kochen.

Cora Stephan schreibt seit Jahrzehnten für viele deutschsprachige Medien, darunter etwa den "Spiegel", die "Neue Zürcher Zeitung" oder die "Wirtschaftswoche". Sie ist außerdem Schriftstellerin, die unter anderem unter den Pseudonymen Sophie Winter und Anne Chaplet Unterhaltungsliteratur veröffentlichte. Außerdem ist sie Autorin mehrerer Sachbücher, etwa über die Geschichte der SPD; sie verfasste 2011 außerdem ein kritisches Buch über die Bundeskanzlerin ("Angela Merkel, ein Irrtum").

Immer wieder führt es zu Kritik, wenn Prominente sexuelle und geschlechtliche Minderheiten von vermeintlich normalen Menschen abgrenzen. Vergangenes Jahr bezeichnete etwa ein Chemnitzer CDU-Politiker Homosexuelle pauschal als "abnormal" (queer.de berichtete).

Außerdem werden immer wieder Personen kritisiert, die LGBTI-Rechte mit anderen Themen ausspielen wollen. Dies ist insbesondere unter AfD-Politiker*innen populär. So schrieb AfD-Vizebundesparteichefin Beatrix von Storch bereits sechs Wochen vor dem Kommentar von Cora Stephan: [W]ir brauchen Krankenschwestern und keine Diversity-Berater, Naturwissenschaftler und keine Gendergaga-Experten." (dk)



#1 Nk231Anonym
#2 qwertzuiopüAnonym
  • 04.05.2020, 13:20h
  • Der Beitrag zeigt vor allem, wie weit sie intellektuell gekommen ist in dem Diskurs.

    Als ob Handwerker und Postboten keine LGBT* sein können, von Frauen ganz zu schweigen.

    Wenn eine Schriftstellerin das Wort "normal" scheinbar unreflektiert benutzt, sollte man misstrauisch werden.
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#3 MariposaAnonym
  • 04.05.2020, 13:39h
  • Gendersternchen brauche ich übrigens auch nicht, weil sie der Sache nicht dienen und oftmals eher verwirren.

    Diese Pseudointellektuelle versucht allerdings auf ganz perfide W@eise, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen und gibt sich allen Ernstes noch als Verteidigern für die "systemrelevanten" Berufe aus - ich hoffe nicht, daß diese braune Suppe auf fruchtbaren Boden fällt. Die AfD versucht es auch immer wieder.
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#4 Nk231Anonym
  • 04.05.2020, 13:45h
  • Antwort auf #3 von Mariposa
  • Es gibt aber Personen, für die das Sternchen eine Bedeutung hat, weil es eine Identifikation darstellt - außer männlich und weiblich gibt es auch noch das Dazwischen.
    Deshalb hab ich kein Problem damit, das Sternchen anzuerkennen, egal ob ich das für mich brauche oder nicht.
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#5 saltgay_nlProfil
  • 04.05.2020, 13:46hZutphen
  • Eine allgemeine Journalistenweisheit ist diese: "Das Schlimmste sind alternde Journalisten."
    Nun schauen wir doch einmal auf die Vita dieser schreibenden Trulla. Geboren im reaktionären Osnabrück, wo solche merkwürdigen Gestalten wie Christian Wulff, die Fragenministerin Karliczek, oder ein Olaf Tank ihr Unwesen trieben, fing sie folgerichtig in pubertärer Abrechnungswut mit den bürgerlichen Eltern ganz links in Frankfurt/Main in den Siebziger Jahren an "politisch" zu werden. Unter anderem war sie Redakteurin bei dem Magazin "Pflasterstrand", naja, was wundert es, wenn die Pubertät ausgelebt wurde und man sich später wieder seiner stinkbürgerlichen Herkunft zuwendet. Man bloß gut, dass sie uns mit einem Frauenroman verschont hat, der sich zum tausendundersten Mal mit dem eigenen Vater auseinandersetzt. So ein Geschreibsel wäre garantiert bei dem alten lispelnden geilen Bock Maas-Rhein-Weichselitzki im literarischen TV-Monolog lobend angepriesen worden. Für sie war es einfach folgerichtig am Ende bei der "Welt" zu landen. Springers "Welt" von Axel Cäsar als Gegenpart zum Hamburger Fremdenblatt gegründet, bediente sich ja solcher halbseidenen Altnazis vom Schlag Hans Zehrer und Kurt Ziesel. Letzterer war ebenfalls Kommunist, bis er zum glühenden Nazi konvertierte. Das blieb er bis zu seinem Tod. Wir sehen, so einzigartig ist der Lebenslauf von Cora Stephan gar nicht und sie findet in der "Achse des Guten" genügend Gleichgesinnte, wie einst Kurt Ziesel, mit dem Gerhard Löwenthal (das war der, bei dessen Anblick man stets aufstehen wollte um ihm ein Wasserglas mit Alka-Selzer zu reichen), Hans Habe, Joachim Siegerist u.a. ihre Heimat in der "Deutschland-Stiftung" fanden.

    Das ist einfach rechtes Gesochs, demokratiefeindlich und ebenso destruktiv wie die politischen Rechtsextremisten, die damals aktiv dafür sorgten, dass die Weimarer Republik scheitern sollte.

    Natürlich ist die "Welt" das Leib- und Magenblatt eines deutschen Oberstudienrates. Er findet dort alles bestätigt, was er schon wusste. Die Jugend ist schlecht und braucht eine harte Hand, es darf nicht Jeder auf ein Gymnasium gehen, die schlechten Schüler schaden der Elite, die den Staat in seinem Sinne zukünftig regieren sollen, das Niveau sinkt deshalb ständig. Für ihn sind alle Menschen, außerhalb von Ebenbürtigen mit Hochschulausbildung oder anerkannten Geschäftsleuten mit vielen Angestellten, schlicht Frisöre. Mit dieser lächerlichen Arroganz bekämpft er den inneren Quälgeist, der ihm sagt, dass er nur ein Staatsexamen sein eigen nennt, was fachlich dem Vordiplom einer echten Universitätsausbildung entspricht.

    Solche Zeitgenossen brauchen eine Cora Stephan, weil sie den Affen Zucker gibt und man sich gegenseitig seiner Bedeutung versichern kann.

    Und so etwas ist ein Protestartikel wert, wenn die Dame ihre geistigen Blähungen ablässt? Da reicht doch ein guter Mund- und Nasenschutz.
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#6 NachfrageAnonym
#7 ei gudeAnonym
  • 04.05.2020, 14:04h
  • Antwort auf #5 von saltgay_nl
  • "Eine allgemeine Journalistenweisheit ist diese: "Das Schlimmste sind alternde Journalisten.""
    "Natürlich ist die "Welt" das Leib- und Magenblatt eines deutschen Oberstudienrates. Er findet dort alles bestätigt, was er schon wusste. "

    Ich freue mich immer, wenn Vorurteile so differenziert und vorurteilsfrei analysiert werden.
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#8 Ick jlotz TVAnonym
  • 04.05.2020, 14:20h
  • Warum wird so etwas Volksverhetzendes auf dem öffentlich-rechlichen NDR gedulded, den ich per Zwangsabgabe finanzieren muss?
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#9 Farbfilm_vergessenAnonym
#10 Farbfilm_vergessenAnonym