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Viel Kritik an NDR-Kommentar

Cora Stephan will "normale Menschen" statt Gender­sternchen und Debatten über Intersexuelle

Die Publizistin und Schriftstellerin sorgt mit einem Kommentar für Aufregung in sozialen Netzwerken.


Cora Stephan will lieber über "Normales" reden – und nicht etwa über geschlechtliche Minderheiten (Bild: Millebises / wikipedia)

  • 4. Mai 2020, 10:09h 68 2 Min.

Cora Stephan hat in einem Kommentar auf NDR Info gefordert, mehr auf "normale Menschen" einzugehen und weniger auf vermeintlich andere. Der am Sonntag auf der NDR-Homepage veröffentlichte Text führte zu teils scharfen Reaktionen.

In ihrem Kommentar zur Corona-Krise argumentierte die 69-Jährige unter anderem, es gebe viele Menschen, "die kein neues Normal brauchen, weil sie im alten Normal leben". Und weiter: "In der Krise wird sichtbar, wen und was wir wirklich brauchen: [e]her keine Gendersternchen oder heiße Debatten um Toiletten für ein drittes Geschlecht, keine politisch korrekte Sprachsäuberung oder Kampagnen gegen alte weiße Männer, sondern Handwerker und Landwirte, Postboten und LKW-Fahrer, Verkäuferinnen, Apotheker, Ärzte und Pfleger. Normale Menschen, eben."

Coronakrise: Ist das neue Leben in Wirklichkeit nur das alte normale? Die Meinung von Cora Stephan.

Gepostet von NDR Info am Sonntag, 3. Mai 2020
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"Bräunliches Vorurteilssüppchen"

In sozialen Netzwerken gab es viel Kritik zu dem Artikel. Auf Facebook schrieb etwa ein Nutzerin: "Eine Frechheit, Menschen auf der Suche nach Anerkennung ihrer Identität in die Ecke zu stellen und Äpfel mit Birnen zu vergleichen." Eine andere ergänzte: "Normale Menschen gibt es nicht." Auf Twitter ging ein Nutzer auf einen anderen Aspekt des Textes ein: "Immer interessant, wo das gegnerische Maskulinum angeblich angebracht ist ('Ärzte') und wo nicht ('Verkäuferinnen'). Wer so gendert, offenbart damit eine ganz absurde Weltsicht." Dem NDR wurde außerdem vorgeworfen, mit der Veröffentlichung des Textes ein "bräunliches Vorurteilssüppchen" zu kochen.

Cora Stephan schreibt seit Jahrzehnten für viele deutschsprachige Medien, darunter etwa den "Spiegel", die "Neue Zürcher Zeitung" oder die "Wirtschaftswoche". Sie ist außerdem Schriftstellerin, die unter anderem unter den Pseudonymen Sophie Winter und Anne Chaplet Unterhaltungsliteratur veröffentlichte. Außerdem ist sie Autorin mehrerer Sachbücher, etwa über die Geschichte der SPD; sie verfasste 2011 außerdem ein kritisches Buch über die Bundeskanzlerin ("Angela Merkel, ein Irrtum").

Immer wieder führt es zu Kritik, wenn Prominente sexuelle und geschlechtliche Minderheiten von vermeintlich normalen Menschen abgrenzen. Vergangenes Jahr bezeichnete etwa ein Chemnitzer CDU-Politiker Homosexuelle pauschal als "abnormal" (queer.de berichtete).

Außerdem werden immer wieder Personen kritisiert, die LGBTI-Rechte mit anderen Themen ausspielen wollen. Dies ist insbesondere unter AfD-Politiker*innen populär. So schrieb AfD-Vizebundesparteichefin Beatrix von Storch bereits sechs Wochen vor dem Kommentar von Cora Stephan: [W]ir brauchen Krankenschwestern und keine Diversity-Berater, Naturwissenschaftler und keine Gendergaga-Experten." (dk)

-w-

#1 Nk231Anonym
#2 qwertzuiopüAnonym
  • 04.05.2020, 13:20h
  • Der Beitrag zeigt vor allem, wie weit sie intellektuell gekommen ist in dem Diskurs.

    Als ob Handwerker und Postboten keine LGBT* sein können, von Frauen ganz zu schweigen.

    Wenn eine Schriftstellerin das Wort "normal" scheinbar unreflektiert benutzt, sollte man misstrauisch werden.
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#3 MariposaAnonym
  • 04.05.2020, 13:39h
  • Gendersternchen brauche ich übrigens auch nicht, weil sie der Sache nicht dienen und oftmals eher verwirren.

    Diese Pseudointellektuelle versucht allerdings auf ganz perfide W@eise, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen und gibt sich allen Ernstes noch als Verteidigern für die "systemrelevanten" Berufe aus - ich hoffe nicht, daß diese braune Suppe auf fruchtbaren Boden fällt. Die AfD versucht es auch immer wieder.
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