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USA

LGBTI-feindliche Republikanerin Candice Keller verliert Vorwahl

Letztes Jahr hatte Keller Homo- und Transsexuelle für Massaker mit Dutzenden Opfern mitverantwortlich gemacht – das war selbst ihrer nicht gerade queerfreundlichen Partei zu viel.


Candice Keller wird nur noch bis Ende des Jahres Parlamentarierin sein (Bild: House of Representatives Ohio)

  • 4. Mai 2020, 14:27h, noch kein Kommentar

Die kontroverse Kongressabgeordnete des US-Bundesstaates Ohio, Candice Keller, hat vergangene Woche die republikanische Vorwahl um einen Senatssitz verloren. Keller, die seit 2016 im Repräsentantenhaus von Ohio sitzt, musste sich in Wahlbezirk 4 deutlich ihrem innerparteilichen Widersacher geschlagen geben. Die 61-Jährige erreichte lediglich 33 Prozent der Stimmen, ihr Kontrahent George Lang kam auf rund 50 Prozent.

Die scheidende Abgeordnete ist wegen ihrer schrillen und bizarren Äußerungen berüchtigt. So verglich die bekennende Waffennärrin etwa die gemeinnützige Organisation Planned Parenthood, die 650 Kliniken mit vielen Vorsorgeangeboten betreibt, mit der NSDAP. Der Grund: Planned Parenthood bietet auch Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbrüche an. Sie brachte auch einen Gesetzentwurf ins Parlament ein, der Abtreibung verbieten und mit Mord gleichsetzen sollte.

Direktlink | Candice Keller profilierte sich im Wahlkampf vor allem als Waffenliebhaberin, die gegen jegliche Einschränkung des Waffenrechts kämpfe

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Für Schlagzeilen sorgten besonders ihre homo- und transphoben Äußerungen. Letztes Jahr machte sie etwa queere Menschen für die Massaker von Dayton und El Paso mitverantwortlich (queer.de berichtete). Bei den beiden Anschlägen starben Anfang August 2019 insgesamt 33 Menschen, 50 wurden teils schwer verletzt. Keller erklärte, der "Zusammenbruch der traditionellen amerikanischen Familie" sei an den Taten schuld, für den wiederum Homo- und Transsexuelle sowie Dragqueens eine Mitverantwortung trügen (queer.de berichtete).

Diese Äußerungen stießen sogar in ihrer eigenen Partei auf Widerspruch (queer.de berichtete). Keller verbreitete daraufhin die Verschwörungstheorie, dass "gemäßigte" Politiker aus dem "Establishment" sie loswerden wollten und sie die einzig wahre Konservative im anstehenden Senatswahlkampf sei. Die Landespartei empfahl ihren Mitgliedern aber offiziell im Januar, in der Vorwahl für Kellers Kontrahenten zu stimmen. (dk)

Twitter / hardcore_lib | In sozialen Netzwerken freuten sich viele Nutzer über die Niederlage von Keller