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Robert Jeffress
Trump-naher Pastor: Homo-Paare wirtschaften die Ehe herunter
Schwule und lesbische Ehepaare sind schuld, dass es weniger Hetero-Ehen gibt. Das findet zumindest der Pastor, der regelmäßig mit und für Donald Trump betet.

Pastor Robert Jeffress betet schon mal im Oval Office mit US-Präsident Donald Trump und anderen religiösen Hardlinern (Bild: Screenshot EWTN)
- 4. Mai 2020, 13:30h 2 Min.
Der texanische Pastor Robert Jeffress hat Homo-Paare dafür verantwortlich gemacht, dass weniger Heterosexuelle eine erfolgreiche Ehe führen. Das berichtet das christlich-konservative Nachrichtenportal "One News Now" unter der Überschrift: "Ehen gehen zurück – ihr könnt euch bei Joe bedanken, weil er Joey heiratet".
Wörtlich erklärte Jeffress: "Wann auch immer man etwas fälscht, wirtschaftet man den Wert des Originals herunter", so der 64-Jährige. "Wenn man die Ehe zu einer beliebigen Definition aufbläht – zwei Männer, zwei Frauen, drei Männer und eine Frau – […] warum sollte man dann überhaupt noch heiraten?"
Weiter behauptete der Baptistenpfarrer, dass die Ehe in Schweden und Norwegen "im Sterben" liege, weil es dort die gleichgeschlechtliche Ehe gebe. Freilich verschweigt er dabei, dass laut offiziellen OECD-Zahlen heute weit mehr Menschen in Schweden verheiratet sind als vor zwei Jahrzehnten, als nur Heterosexuelle heiraten durften. Außerdem liegt die Rate an verheirateten Personen in Schweden heute höher als etwa in Polen, der Schweiz oder Italien, in denen die gleichgeschlechtliche Ehe noch immer verboten ist. Zudem zeigen US-Zahlen, dass die Scheidungsrate besonders hoch in tief religiösen Regionen des Landes liege.
Jeffress und Trump sind eng verbandelt
Jeffress leitet in Dallas die First Baptist Church, eine 13.000 Mitglieder zählende Südstaatenbaptistengemeinde. Die "Southern Baptists" sind die größte evangelische Glaubensgemeinschaft in den USA. Jeffress versteht seine Rolle als Pastor auch politisch – und setzte sich im Wahlkampf 2016 bereits früh für Donald Trump ein. Als Belohnung durfte er am Tag der Amtseinführung eine Privatandacht in Anwesenheit des Präsidenten leiten (queer.de berichtete). Später wurde er auch im Weißen Haus empfangen (queer.de berichtete).
Inwieweit Jeffress direkten Einfluss auf die Politik von Trump hat, ist unklar. Er gilt aber wie andere Anführer der Südstaatenbaptisten oder anderer evangelischer Hardliner als wichtig, da Evangelikale zur wichtigsten Unterstützergruppe Trumps gehören – und besonders leicht mit den Themen Abtreibung und LGBTI-Rechte zu ködern sind. Diese Gruppe geht überdurchschnittlich oft an die Urne und entschied sich bei der letzten Wahl 2016 fast einstimmig für Trump. Insbesondere in "battleground states", in denen die Ergebnisse von Republikanern und Demokraten sehr knapp sind, ist diese Gruppe oft das Zünglein an der Waage. (dk)














