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Heimkino

Coming-out mit 80: Die bewegende Geschichte von Pat und Terry

Die neue Netflix-Doku "Eine geheime Liebe – A Secret Love" erzählt von einer verbotenen lesbischen Liebe, die nach sieben Jahrzehnten des Versteckspiels in einer Hochzeit im Altersheim mündet.


Aus Angst vor Ablehnung und Repressalien hielten Pat Henschel und Terry Donahue ihre Beziehung über viele Jahrzehnte geheim (Bild: Netflix)

Dass die besten Geschichten häufig das Leben selbst schreibt, ist nun wahrlich nichts Neues. In jüngster Zeit lässt sich das allerdings mal wieder besonders eindrucksvoll erleben, nicht zuletzt bei Netflix. Denn dort setzt man – neben Serien über sexy Teenager, Krawall-Action mit muskelbepackten Stars und diversen Reality-Formaten – aktuell nämlich verstärkt auf Doku-Produktionen, deren Inhalt so verblüffend ist, dass sich das kaum ein Spielfilm origineller hätte ausdenken können. "Tiger King" und "Circus of Books" waren dafür schon hervorragende Beispiele, und auch "Eine geheime Liebe – A Secret Love" passt nun in diese Reihe.

Erzählt wird in diesem Dokumentarfilm von Chris Bolan nichts weiter als eine Liebesgeschichte. Doch eine, die nicht unbedingt ist wie jede andere. Die Kanadierinnen Pat Henschel und Terry Donahue (ihres Zeichens Profi-Baseballspielerin in der amerikanischen Nachkriegs-Frauenliga, die auch dem Film "Eine Klasse für sich" als Vorbild diente) lernen sich nämlich bereits Ende der Vierzigerjahre kennen und lieben, zu einer Zeit, in der Homosexualität noch lange illegal ist. Sie beginnen in Chicago ihr gemeinsames Leben, das insgesamt 72 Jahre dauern wird.


Das lesbische Paar lernte sich im Jahr 1947 kennen (Bild: Netflix)

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Ausführliche Einblicke in alte Fotoalben

Dass die beiden betagten Frauen in ihren letzten Lebensjahren (Donahue verstarb Anfang 2019) die Kamera so dicht an sich heranließen, hat einen einfachen Grund. Regiedebütant Bolan, der als Schauspieler schon in einer Folge von "Billions" zu sehen war, ist ihr Großneffe – und nimmt sich, anders als etwa Rachel Mason bei "Circus of Books", vollkommen heraus aus der Geschichte, die er erzählt. Stattdessen begleitet er Henschel und Donahue dabei, wie sie mit neuen Lebensentscheidungen und immer stärker werdenden Alterserscheinungen ringen, schwelgt mit ihnen in Erinnerungen und darf ausführliche Einblicke gewähren in alte Fotoalben.


Regisseur Chris Bolan lässt seine Großtanten in Erinnerungen schwelgen (Bild: Netflix)

Die Geschichte dieser großen Liebe, die nach vielen Jahrzehnten sogar in einer Hochzeit im Altersheim mündet, ist wunderbar anrührend und lebt ganz von den beiden fantastisch starken und humorvollen Protagonistinnen. Und obwohl hier der nicht gerade für Subtilität bekannte Serien-Guru Ryan Murphy sowie Horror-Experte Jason Blum als Produzenten genannt werden, hat "Eine geheime Liebe – A Secret Love" es nie nötig, reißerisch oder allzu dramatisch daherzukommen.

Im Gegenteil: Fast wünscht man sich, Bolan hätte seinen beiden Großtanten hier und da noch ein wenig mehr auf den Zahn gefühlt, was die Ängste und Konflikte angeht, mit denen gerade ihre LBGTI-Generation zu kämpfen hatte. Denn gerade die Momente, in denen das am präsentesten ist – sei es das späte Coming-out 2009 gegenüber der eigenen Familie, das öffentliche Vorgeben, Cousinen zu sein, oder die alten Liebesbriefe, bei denen aus Vorsicht unkenntlich gemacht wurde, wer sie geschrieben hat – sind die stärksten des Films.

Direktlink | Offizieller Trailer zum Film



#1 FinnAnonym
#2 Miguel53deProfil
  • 07.05.2020, 18:06hOttawa
  • Hab den Film letzte Woche gesehen. Ganz wunderbar und berührend.

    Sehr empfehlenswert.
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#3 PeerAnonym
  • 07.05.2020, 21:04h
  • Ein wunderschöner Film, den jeder gesehen haben sollte. Egal ob Mann oder Frau. Egal ob schwul oder lesbisch oder trans oder hetero. Egal ob jung oder alt.

    In dieser wunderschönen, anrührenden Dokumentation geht es um die universellen Werte der Liebe...

    Absolut sehenswert und eine der besten Dokus seit langem.
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#4 TimonAnonym
  • 08.05.2020, 10:03h
  • Habe den Film jetzt auch gesehen.

    Wirklich wundervoll, bezaubernd und betörend schön.

    Das ist so ein Film, wo man lachen und weinen kann. Und man lernt für sein eigenes Leben. Was wichtig ist und was nicht. Und wo man Prioritäten setzen sollte.
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#5 Suvette
  • 08.05.2020, 21:46h
  • Danke für den Bericht, der Trailer macht ja einen tollen Eindruck. Werde wohl dafür extra das Probeabo bei Netflix abschließen, obwohl ich sonst gar keine Streaming-Dienste nutze...
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