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i2TransHealth

Bessere Versorgung für trans Menschen in Norddeutschland

Mit der neuen Internetplattform i2TransHealth will das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Gesundheitsversorgung von trans Menschen außerhalb der Metropolen verbessern.


Das Modellprojekt soll die psychische Belastung von trans Menschen in Norddeutschland verringern (Bild: kylewilliamurban / unsplash)
  • 8. Mai 2020, 07:54h, noch kein Kommentar

Das Interdisziplinäre Transgender Versorgungscentrum Hamburg (ITHCCH) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) weitet sein medizinisches Versorgungsangebot aus. Ab sofort erhalten trans Menschen, die in Norddeutschland außerhalb von Hamburg wohnen, über die Internetplattform i2TransHealth im Rahmen einer Studie telemedizinisch Unterstützung. Ziel ist es, trans Menschen besser zu versorgen und deren psychische Belastung zu verringern. Sollte das Projekt erfolgreich sein, soll es verstetigt und auf andere Regionen in Deutschland ausgeweitet werden. Der Innovationsfonds der Bundesregierung fördert i2TransHealth für drei Jahre mit 940.000 Euro.

"Manche Menschen erleben ihre Geschlechtszugehörigkeit nicht im Einklang mit ihrem körperlichen Geschlecht. Sie sind häufig psychisch belastet, weil sie oft gar nicht oder falsch behandelt werden", erklärte Dr. Timo Nieder, Leiter der Spezialambulanz für Sexuelle Gesundheit und Transgender-Versorgung des Instituts für Sexualforschung und Sexualmedizin des UKE. "Das gilt vor allem für Menschen, die nicht in der Nähe eines der wenigen Zentren leben, die auf die Gesundheitsversorgung von trans Menschen spezialisiert sind. Um auch diesen Menschen helfen zu können, haben wir das interdisziplinäre und internetbasierte Projekt i2TransHealth ins Leben gerufen."

Gezielt nach geschulten Ärzt*innen suchen

Das Projekt i2TransHealth richtet sich an trans Menschen, die mindestens 18 Jahre alt sind und mehr als 50 Kilometer entfernt von Hamburg in Norddeutschland leben. Sie können sich ab sofort auf der frei zugänglichen E-Health-Plattform www.i2transhealth.de über das Thema Trans informieren. Außerdem können sie an einer Studie teilnehmen und auf der Plattform wohnortnah Ärzt*innen suchen, die zuvor von den Expert*innen des UKE zum Thema Trans geschult worden sind. Die Ärzt*innen in dem Netzwerk übernehmen die hausärztliche und psychiatrische Betreuung bei Anliegen, die sich nicht direkt auf das Thema Trans beziehen, und sind Ansprechpersonen bei akuten gesundheitlichen und psychischen Krisen.

Nach einem Erstgespräch im UKE werden die Studienteilnehmenden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe tauschen sich über die Internetplattform mit den Spezialist*innen des UKE aus. Außerdem nehmen sie alle zwei Wochen an einer Videosprechstunde teil. Für die Teilnehmenden der Wartegruppe startet die i2TransHealth-Versorgung nach vier Monaten. Wichtig ist: Das Ende der Studie bedeutet nicht das Ende der Behandlung. Alle Teilnehmenden werden, sofern gewünscht, auch nach den vier Monaten weiterhin behandelt – entweder per Videosprechstunde oder per Aufnahme in die Regelversorgung des UKE.

Mit der Studie möchten die Versorgungsforscher*innen des UKE überprüfen, inwiefern das neue Versorgungsangebot wirksam ist und sich positiv auf die Gesundheitssituation der Teilnehmenden auswirkt. Außerdem soll ermittelt werden, ob das Projekt i2TransHealth die Kosten reduzieren kann, die dem Gesundheitssystem durch eine falsche oder ausbleibende Behandlung von trans Menschen entstehen. (cw/pm)