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Gleichbehandlung

Ungarn stellt Schwule beim Blutspenden gleich

Ausgerechnet das nicht gerade LGBTI-freundliche Ungarn behandelt ab sofort schwule Männer beim Blutspenden gleich, während Deutschland weiter auf Restriktionen aufgrund der sexuellen Orientierung beharrt.


Ungarn schaut künftig beim Blutspenden nicht mehr auf die sexuelle Orientierung der Spender (Bild: flickr / Banc de Sang i Teixits / by 2.0)

Der ungarische Blutversorgungsdienst (OVSZ) hat die bisherigen Sonderregelungen für schwule und bisexuelle Männer beim Blutspenden abgeschafft. Laut der Onlinepublikation "Mérce" sind die Änderungen bereits rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Bislang hatte Ungarn – wie auch Deutschland – schwulen und bisexuellen Männern das Blutspenden pauschal verboten, wenn sie in den letzten zwölf Monaten mindestens einen sexuellen Kontakt mit einem Mann gehabt haben. Jetzt wird nicht mehr die sexuelle Orientierung der Spender abgefragt, sondern das tatsächliche Risikoverhalten. Damit passt Ungarn die Regelung an die anderer europäischer Ländern an, etwa Spanien und Italien.

"Schwules Paar in monogamer Beziehung genauso sicher wie Hetero-Paar"

Die ungarische LGBTI-Organisation Háttér hat die Änderung der Richtlinien begrüßt: "Bei einem schwulen Paar in einer mongamen Beziehung gibt es kein größeres Risiko als bei einem entsprechenden heterosexuellen Paar – speziell wenn sie sich mit Kondomen oder PrEP vor HIV schützen", erklärte der Verein.

Die Änderung kommt überraschend, da der autoritär regierende Ministerpräsident Viktor Orbán immer wieder seine Abneigung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten kundgetan hat. Vor wenigen Wochen kündigte seine Regierung an, Transsexuelle künftig nicht mehr anerkennen zu wollen (queer.de berichtete).

In Deutschland gibt es derzeit eine Debatte um die zwölfmonatige Sex-Karenzzeit für schwule und bisexuelle Männer. Die Oppositionsparteien FDP, Linke und Grüne setzen sich ebenso für eine Liberalisierung ein wie mehrere Großkonzerne (queer.de berichtete). Die Bundesregierung will derzeit zwar die Richtlinien ändern, allerdings nicht ausdrücklich Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbieten (queer.de berichtete). (dk)



#1 YannickAnonym
  • 08.05.2020, 14:50h
  • Wenn selbst Ungarn schon weiter ist, sollte einen das sehr nachdenklich stimmen.

    Aber Jens Spahn will ja weiterhin Populismus über wissenschaftliche Fakten stellen. Und sowas ist Gesundheitsminister.
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#2 Julian SAnonym
  • 08.05.2020, 15:01h
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • "Aber Jens Spahn will ja weiterhin Populismus über wissenschaftliche Fakten stellen."

    Und die SPD will dem offenbar weiterhin die Mehrheiten für diese Politik sichern.

    Denn man muss immer daran denken, dass die Union ohne dass die SPD ihr die Mehrheiten sichern würde, gar nichts machen könnte.
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#3 WindheimerAnonym
  • 12.05.2020, 11:58h
  • Ja....da könnte sich die deutsche Politik was von abschneiden....ausser Grünen und FDP...
    Aber die Groko muss ja wieder Rücksicht nehmen..
    Die SPD würd ja gerne mit der Opposition stimmen,wie bei der Ehe für Alle, aber diesmal wird sie den Druck nicht aufbauen können.....sonst ist sie selbst in der Oposition
    Es wird Zeit, das in Deutschland mit wechselnden Mehrheiten regiert wird, was ja nach der nächsten Wahl wohl sein Muss....da keine denkbaren Koalitionen zustande kommen werden...aber es droht anderseits aber eine Schwarz-braune Blokade, auch wenn keine Zusammenarbeit...
    Deshalb 3OWTU
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