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"Dispatches From Elsewhere": Trans Frau spielt trans Frau

Es geht doch: Eve Lindley als Kunstdozentin Simone ist der große Star der neuen Mystery-Serie von und mit Jason Segel. Mit drei anderen Menschen mit Brüchen im Leben stolpert sie in ein rätselhaftes Spiel.


Die junge trans Frau Simone (Eve Lindley) sprüht vor Lebensfreude und wird doch ein Gefühl von Verlorenheit nicht los (Bild: AMC / Zach Dilgard)

Dass Serien sich dieser Tage immer weniger in herkömmliche Genre-Kategorien einordnen lassen, gehört eigentlich schon seit einigen Jahren zum guten Ton, man denke nur an "Killing Eve", "The Marvelous Mrs. Maisel", "Barry" oder "Fleabag". Auch "Dispatches From Elsewhere", die neue Serie von und mit Jason Segel, ist nun weder waschechtes Drama oder eine echte Komödie – und dürfte nicht nur jene Zuschauer*innen irritieren, die bei Segel zuerst an "How I Met Your Mother" denken.

Schon der Plot der zehn Episoden umfassenden ersten Staffel lässt sich eigentlich nur grob beschreiben. Der von Segel gespielte Peter lebt ein Durchschnittsleben, in dem er selbst wenig Sinn, aber dafür umso mehr Langeweile erkennen kann. Das ändert sich, als er einige rätselhafte Flyer entdeckt, aus Neugier im mysteriösen Jejeune Institute landet und sich schließlich gemeinsam mit drei Fremden, deren Alltag ebenfalls dringender Veränderungen bedarf, in einem Schnitzeljagd-artigen Spiel wiederfindet.

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"Dispatches from Elsewhere" läuft seit 8. Mai bei Amazon Prime Video in englischer Original- und deutscher Synchronfassung

Basierend auf dem Dokumentarfilm "The Institute" über ein Alternate Reality Game kommt "Dispatches From Elsewhere" als verblüffende und ambitionierte Mischung aus verspielter Science Fiction, esoterischem Mystery-Drama und schrägem Surrealismus daher, irgendwo zwischen Traum, manipulierten Erinnerungen und Parallelrealitäten, animiertem LSD-Trip und "Amélie"-Drolligkeit. Zum nebenbei gucken ist das wahrlich nichts, aber wer bereit ist, sich auf dieses exzentrische Unterfangen einzulassen, wird durchaus belohnt. Und wie oft hat man schon den famosen Richard E. Grant als undurchschaubaren Erzähler?

Segel spielt als Normalo mal wieder seine Paraderolle, ist allerdings auch weitsichtig genug um zu wissen, dass es im Jahr 2020 nicht mehr als aufregend durchgeht, einem weißen Heteromann im besten Alter dabei zuzusehen, wie er mit der Einsamkeit und Ödnis seines Lebens ringt. Entsprechend sind es die drei weiteren Protagonist*innen, die "Dispatches From Elsewhere" erst wirklich vergnüglich machen.

Doppel-Oscar-Gewinnerin Sally Field spielt die vermeintlich unerschütterlich positive Janice, der mit dem Erwachsenwerden der Kinder die Lebensaufgabe abhanden gekommen ist, während André "3000" Benjamin (um den es zuletzt sowohl musikalisch als auch filmisch still geworden war) als ebenso intelligenter wie paranoider Fredwynn zu sehen ist.


Vier wildfremde Menschen finden sich durch Zufall in einem in einem rätselhaften, mystischen und Schnitzeljagd-artigen Spiel wider (Bild: AMC)

Simone und Peter entwickeln Gefühle füreinander

Eigentlicher Star der Serie ist allerdings die Neuentdeckung Eve Lindley als Kunstabsolventin und Dozentin Simone, die als junge trans Frau gleichsam vor Lebensfreude sprüht und doch ein Gefühl von Verlorenheit nicht los wird, selbst wenn sie sich beispielsweise bei Pride-Feierlichkeiten unter Gleichgesinnten befindet. Die 27-Jährige, die bislang bloß auf kleine Rollen in "Mr. Robot" oder einer Folge der "Stadtgeschichten" verweisen kann, bringt eine Ausstrahlung mit, von der man den Blick kaum lassen kann, und gerade die Szenen, in der Simone und Peter immer mehr Gefühle für einander entwickeln, gehören zu den schönsten Serie.

Allein für diese Selbstverständlichkeit, mit der Segel eine Figur wie Simone so prominent in seine Geschichte integriert und sie dann auch noch mit einer aufstrebenden trans Schauspielerin besetzt, lohnt sich "Dispatches From Elsewhere" also unbedingt.

Direktlink | Englischer Originaltrailer zur Serie



#1 Kim SalabimAnonym
  • 09.05.2020, 14:23h
  • Ich freue mich - ganz ehrlich -, dass es immer mehr Serien und Filme mit Trans*-Personen als Figur bzw. mit Trans*-Schauspieler*innen gibt! Einziger Makel: Sie müssen immer makelos schön und attraktiv sein. Viele Trans*-Personen entsprechen aber nicht den gängigen heteronormativen Schönheitsvorstellungen. Der alte Hut der Emanzipation: Sie hilft immer zuerst denjenigen, die am nächsten an den Normvorstellungen sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 keyjahn
#3 KlichkoAnonym