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Evangelische Kirche

Bedford-Strohm liest Latzel die Leviten

Für EKD-Ratschef Heinrich Bedford-Strohm sind die LGBTI-feindlichen Tiraden des Bremer Pastors Olaf Latzel "unerträglich". In der kommenden Woche entscheidet der Kirchenausschuss über ein Disziplinarverfahren.


Heinrich Bedford-Strohm ist seit dem 11. November 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (Bild: Kolja Warnecke)

Die öffentliche Hetze des Bremers Pastors Olaf Latzel gegen Lesben, Schwule und trans Menschen beschäftigt nun auch die Führung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Die Aussagen von Olaf Latzel sind unerträglich", erklärte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm am Freitag gegenüber dem Magazin "Spiegel" (Paywall-Artikel). "Jesus steht für eine radikale Menschenliebe. Sie ist das genaue Gegenteil der Intoleranz, die aus den Worten von Olaf Latzel spricht."

Der Pastor der St. Martinikirche hatte Mitte Oktober 2019 in seinem anderthalbstündigen Seminar "Biblische 'Fahrschule' zur Ehe" homosexuelle und trans Menschen aufs Übelste diffamiert (queer.de berichtete). In dem auf dem Youtube-Kanal der Gemeinde mittlerweile gelöschten Vortrag meinte der 52-Jährige unter anderem: "Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day." Darüber hinaus beklagte Latzel, dass "diese Homo-Lobby, dieses Teuflische" immer stärker werde. "Gelebte Homosexualität" sei "vor Gott ein Gräuel" und "todeswürdig". Die Anerkennung von Transsexualität zerstöre ferner "unsere gesamte Zivilisation und Kultur".


Der "Hass-Pastor von der Weser" in Aktion: Für Olaf Latzel ist Homosexualität eine der "Degenerationsformen der Gesellschaft"

Am Donnerstag tagt der Kirchenausschuss

Aufgrund der homo- und transfeindlichen Tiraden wird die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) bei ihrer kommenden Sitzung am 14. Mai über die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Latzel entscheiden, kündigte BEK-Sprecherin Sabine Hatscher an. Bereits am Mittwoch habe ein Dienstgespräch mit dem Pastor stattgefunden, an dem auch Kirchenpräsidentin Edda Bosse teilgenommen habe. Die Empfehlung für ein Disziplinarverfahren sei das Ergebnis dieses Gesprächs. Über Details sei nach Angaben der Sprecherin Stillschweigen vereinbart worden.

Sollte der Kirchenausschuss ein Disziplinarverfahren eröffnen, werde es jedoch – wie auch im öffentlichen Dienst üblich – zunächst ausgesetzt, sagte Hatscher. Für eine Wiederaufnahme müssten das Ergebnis der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen und des möglichen Strafverfahrens abgewartet werden. Die Bremer Staatsanwaltschaft und der Staatsschutz ermitteln gegen Latzel wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung.

BEK sieht keine Rechtsgrundlage für Suspendierung

Der Forderung der BEK-Mitarbeitendenvertretung nach einer sofortigen Supendierung Latzels erteilte die Kirchenleitung eine Absage. Nach Angaben von Chefjurist Johann Daniel Noltenius komme eine Freistellung nur in solchen Fällen infrage, in denen eine "schwere Straftat" im Raum stehe oder Dritte geschützt werden müssten, zum Beispiel beim Verdacht sexueller Gewalt oder drohender Vernichtung von Beweismitteln. Beleidigungen und Diffamierungen reichten dafür nicht aus. "Gegen eine derartige Suspendierung könnten sofort erfolgreich Rechtsmittel eingelegt werden", so Noltenius.

Was also tun? Einen Tipp gibt es bereits von der Presse: "Gerade weil Disziplinarmaßnahmen gegen den umstrittenen Pfarrer derzeit quasi unmöglich erscheinen, wird die evangelische Kirche in Bremen bei der laufenden Reform der Kirchenverfassung dringend darauf achten müssen, auch strukturelle Bedingungen für mögliche Sanktionen zu schaffen", schreibt der "Spiegel" in seinem Bericht zu Latzel.

Christian Gloede von der Mitarbeitendenvertretung schlägt zudem vor, dass der Bremer Kirchentag als höchstes beschlussfähiges Gremium "wenigstens über einen Ausschluss der St.-Martini-Gemeinde aus der BEK beraten" sollte. (mize)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 09.05.2020, 17:32h
  • Bedford-Strohm ist einer der mächtigesten Männer in unserer Kirchen-Republik.

    Obwohl er mir zu mächtig ist, ist seine dankenswerte Stellungnahme wichtig und richtig für das gesamtgesellschaftliche Klima.

    Zumal es an klerikalen Dunkelmännern mit gefährlichen Verschwörungstheorien nicht nur in Bremen nicht mangelt:

    www.tagesschau.de/inland/verschwoerung-corona-101.html

    In Bremen wäre eine Lösung, die fanatisierte Martini-Gemeinde aus dem Kirchenverband auszuschließen.

    Dann aber bitte ohne die kulturgeschichtlich bedeutende Martini-Kirche.
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#2 FinnAnonym
  • 09.05.2020, 17:55h
  • "[...] liest Latzel die Leviten"

    Nur Reden bringt aber nichts.

    Da der immer und immer wieder menschenverachtende Äußerungen getätigt hat und jetzt zuletzt sogar "todeswürdig" gesagt hat, ist Reden nicht mehr ausreichend. Sondern das muss ernsthafte Konsequenzen haben.

    Alles andere wäre unglaubwürdig.
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#3 TimonAnonym
  • 10.05.2020, 08:49h
  • Wir werden sehr genau beobachten, wie das weitergeht.

    Denn für gewöhnlich "distanziert" man sich von solchen Leuten und sagt, dass man deren Aussagen unerträglich finde, lässt sie dann aber doch weiter gewähren.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 10.05.2020, 10:19h
  • Antwort auf #3 von Timon
  • Das Problem mit Herrn Latzel, der auf der Kanzel beinahe ein Tourette-Syndrom auslebt, ist wohl die Bremer Kirchenverfassung.

    Nicht wegen uns (auf uns können Fromme gerne draufhauen), sondern wegen seinen Ausfällen gegen andere ev. Theologen als Teufelsdiener und auch gegen Katholen ("Dreck", "Mist") wäre Latzel in anderen ev. Landeskirchen wohl kaum noch im Amt.

    Auch Herr Bedford-Strohm kann da wenig machen, weil die ev. Kirche wie auch der Staat hierzulande föderal organisiert ist.
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#5 Homonklin_NZAnonym
  • 10.05.2020, 11:03h
  • Die Leviten sind viel zu schwer zu lesen, außerdem steht da ( Leviticus 18/22 bzw. 20/13 grade der ganze Schmäh über Verbote von Analverkehr, Greuel und dem ganzen Rotz, den der Latzel vermutlich als Quelle für seine altertümlichen Tiraden verwenden dürfte. Ein bisschen Aufmerksamkeit beim Anwenden von Redewendungen ist da immer gut.

    Ah ja, da kann man also gar nichts machen?
    Vielleicht wie bei Asterix, Arena, Löwen? Oder geknebelt in eine Eiche Binden, und mit Odin, Thor und Freya anstoßen, hoffen, dass Loki Bock auf Späßlein hätte. ( In jeder Waldameise steckt ein kleiner Loki ) und wenn der Hintern erst mit Honig bepinselt, der Knilch arg um Erbarmen winselt.

    Eigentlich müsste man zurück beleidigen, aber ein Typ mit so einem tollen, christlichen Menschenbild beleidigt sich durch seine Existenz bereits selbst zur Genüge.
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#6 AndreasKAProfil
  • 10.05.2020, 12:46hKarlsruhe
  • Halten wir also fest:

    Seit langen Jahren fällt Latzel so unangenehm auf, dass er sich seinen Ruf als Hetzer voll und ganz erarbeitet hat.

    Seit Spätherbst 2019 sind die besagten Tiraden des Eheseminars auf YouTube öffentlich einsehbar gewesen (wurden erst Ende April 2020 gelöscht)

    Die Proteste gegen diese jüngsten Ausfälle wurden im März unüberhörbar.

    Die Bremische Landeskirche machte im April/Mai einen halbherzigen Vorschlag das etwas einzuhegen und kam über ein Dudarfstdasabernichtsosagendududu ... heraus.

    Bedford-Strohm will jetzt im Mai irgendwelche Leviten lesen und tritt in Erscheinung.

    ... ganz schön träge, das Ganze.

    Ist ja auch egal, geht ja nur um Minderheiten die sowieso irgendwie biblisch als suspekt beschrieben werden ...
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#7 Alexander_FAnonym
  • 10.05.2020, 14:35h
  • "Nach Angaben von Chefjurist Johann Daniel Noltenius komme eine Freistellung nur in solchen Fällen infrage, in denen eine "schwere Straftat" im Raum stehe oder Dritte geschützt werden müssten,..."

    Tja, und wenn der Staatsschutz gegen einen ermittelt, der normalerweise sonst IS-Rekrutierer und ähnliche Gesellen aufspürt, ist ein solcher Fall halt noch nicht gegeben. Schade aber auch!

    Und auch vom Großmeister aller Scheinheiligen, Herrn Bedford-Strohm, sollte man nicht zu viel erwarten. In einer Doku über "Homo-Heiler" sollte er eigentlich eine Stellungnahme zum Thema abgeben, speiste die Macher aber nur mit schwammigen Ausflüchten ab. Wenn er erst jetzt reagiert, so deshalb, weil er um den Ruf der EKD fürchtet, nicht etwa, weil er mit Herrn Latzels Meinungen nicht insgeheim doch einverstanden wäre.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 10.05.2020, 14:50h
  • Antwort auf #7 von Alexander_F
  • "weil er mit Herrn Latzels Meinungen nicht insgeheim doch einverstanden wäre."

    Eine gewagte These angesichts der Tatsache, dass Bedford-Strohm die (staatliche) Ehe für alle unterstützt hat.

    Es geht ihm aber sicher darum, seinen Laden zusammenzuhalten, der in manchen Regionen von Schwaben bis Sachsen spürbar nach rechts driftet.
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 10.05.2020, 16:15h
  • Antwort auf #6 von AndreasKA
  • ""... ganz schön träge, das Ganze.""

    wenn man es genau nimmt, arbeiten die im Vergleich zu den Katholiban mit Lichtgeschwindigkeit. Bei RKKnilchens vergehen mindestens 400 Jahre, bis sich die Erkenntnis geformt hat, dass man da möglicherweise auf Menschen spuckt.

    ""Ist ja auch egal, geht ja nur um Minderheiten die sowieso irgendwie biblisch als suspekt beschrieben werden ""
    Wahrscheinlich müssen wir "dankbar" sein, nicht intersektional betroffen zu sein. Also schwul + Philister, Häretiker & trans, Hexe, lesbisch und links, Goliath, Riese und nicht binär. Sonst hätte der Latzel sich längst heißer gekrächzt.
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#10 KerzmanProfil
  • 10.05.2020, 19:05hPrinceton
  • Antwort auf #6 von AndreasKA
  • >>> Die Bremische Landeskirche machte im April/Mai einen halbherzigen Vorschlag das etwas einzuhegen und kam über ein Dudarfstdasabernichtsosagendududu ... heraus. <<<

    Ich gehe mal davon aus, Du meinst, >kam über ein ... NICHT heraus.<, im Sinne von, >das wars dann auch schon<.
    So ist das nun mal mit einer Krähe und der anderen Krähe, besonders, wenn die erste auf verbalen Samtpfötchen daherkommt, um den Kollateralschaden zu minimieren.

    Um den Schandfleck namens Latzel zu beseitigen, empfehle ich die K2R-Therapie: den Herren permanent vor die Tür seiner Bremer Kirche zu setzen, denn er hat die Rote Linie überschritten, die >demokratische Gesittung< von faschistischem Gedankengut trennt, und weil er (sorry, ich wiederhole mich) >Gott Stress bereitet< (>latz< bedeutet im Hebräischen u.a. >die Überforderung<, >der Stress<, >el < bedeutet Gott, wie in Israel, Michael, Raphael, Daniel).
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