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Kommentare zu:
Karl-May-Stiftung homophob?


#1 Tante DrollAnonym
  • 11.05.2020, 23:35h
  • Ob Karl May schwul war, wird sich wohl nie wirklich aufklären lassen, dazu ist die Quellenlage zu dürftig, und er selbst hat sich nie dazu geäußert. Arno Schmidts Sichtweise hat sich in der Karl-May-Forschung nicht durchgesetzt. Was man aber sagen kann, ist, dass er für die damaligen Verhältnisse sehr tolerant war und z.B. ein freundschaftliches Verhältnis zu dem offen schwulen Maler Sascha Schneider pflegte. Von daher scheint die Vorgehensweise zumindest von Teilen des Vorstands der Karl-May-Stiftung nicht gerade im Sinne ihres Namensgebers zu sein.
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#2 Yeoj_Profil
  • 12.05.2020, 13:18hFFM
  • Respekt für den Mut, den der Betroffene aufbringt, um erstens diese Konsequenz zu zeigen und zweitens den offenen Brief zu formulieren. Richtig gut finde ich auch, dass andere Mitarbeiter seine Meinung bestätigen und nicht duckmäusern. Zum Glück kann man Vorstände immer wieder neu wählen...
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#3 TheDadProfil
  • 12.05.2020, 17:54hHannover
  • "" "Ein weiteres Mitglied des Vorstands der Stiftung unterstrich, May solle nicht mit 'Schwulengeschichten in Verbindung' gebracht werden. Solche Äußerungen vertragen sich nicht mit dem Stiftungszweck unserer Satzung §2.1 der "[] erzieherische[n] Absicht der Ausbreitung von Toleranz []", so Wacker.""..

    Da hat offensichtlich Jemand den Stiftungszweck nicht wirklich verstanden..
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#4 qwertzuiopüAnonym
  • 12.05.2020, 18:40h
  • ich fand "der Schuh des Manitu" immer einen furchtbaren Film.
    Aber vor dem Hintergrund dieser Stiftung ist er auf einmal ganz amüsant.

    Das ist aber auch iwie mal wieder typisch Sachsen. Gerade weil ich hier wohne und es hier im großen und ganzen toll ist, würde man manche Leute gerne einfach mal feste schütteln, damit sie klar kommen.

    und das ist selbstverständlich kein Gewaltaufruf :D
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#5 h9kiXAnonym
  • 13.05.2020, 01:49h
  • Antwort auf #4 von qwertzuiopü
  • Für wen ist es "hier im großen und ganzen toll" und woran stellst du das so stolz fest? Und, warum musst du so etwas überhaupt gleich hinterher schieben? Um die Zustände ein bisschen weniger schlimm klingen zu lassen?

    Mittlerweile dürften aber alle die Lage in Sachsen und die besonderen Probleme mit dem rechten Gedankengut, einem strukturellen Konservativismus der Institutionen und ihrer Unwilligkeit gegen diese anhaltenden Missstände vorzugehen kennen. Denn lang genug ist die Liste der Vorfälle aus den vergangenen Jahren. Deshalb kann man auch diese Geschichte nicht mehr als isoliertes Ereignis betrachten.

    Ich wohne übrigens auch in Sachsen und finde es überhaupt nicht "im Großen und Ganzen toll" hier. Solche Sprüche sind aber ein typischer Selbstlob, den man hier besonders oft hört. Und wenn es mal wieder hässlich wird in Dresden, Chemnitz, Freital, Bautzen usw. (wo eigentlich nicht in Sachsen?!), dann sind das in der Darstellung der Bürger und der staatlicher Organe (Institutionen, insb. Polizei Sachsen, und Politiker) ausschließlich "Einzelfälle". Und Sachsen - so hört man auch immer wieder aus diesen Ecken - ein Opfer der bösen Medien, die ungerecht und absichtlich schlecht über die Lage berichten würden.

    Nein, das sind nicht nur Einzelfälle und keine bösen Medien. Es gibt ein systemisches Problem in Sachsen und einen Mangel an der Fähigkeit, Kritik auszuhalten, Selbstkritik auszuüben und sich zu korrigieren - bei den Institutionen insbesondere, und bei vielen Bürgern ebenso, die es nicht schaffen sich klar und ohne Relativierung zu distanzieren. Stattdessen wird immer wieder versucht, solche Missstände in der Öffentlichkeit zu relativieren, die zum Glück aber und nur dank freier Medien ans Licht kommen können.

    Danke für den Bericht, queer.de!
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#6 qwertzuiopüAnonym
  • 13.05.2020, 11:34h
  • Antwort auf #5 von h9kiX
  • Für wen ist es "hier im großen und ganzen toll" und woran stellst du das so stolz fest?
    Für mich ist es hier im großen und ganzen toll, ich denke, das wird im gesamten Satzzusammenhang eigentlich klar. ;)

    Ich meinte damit übrigens sowas wie die Landschaft, Natur, die Städte, kulturelle Szene, meine Freunde hier, und nebenbei auch die Menschen allgemein. Ich bin vor gar nicht so langer Zeit nach Sachsen gezogen und ich habe das Gefühl, dass sie hier deutlich ehrlicher und herzlicher sind als in BaWü.
    Klar haben die auch kollektiv ne Macke, das sieht man schon daran, dass das Präfix "Sachsen-" vor dem Firmennamen für regionale Unternehmen scheinbar der beliebteste Marketingschachzug schlechthin ist. Und ja, ich weiß auch, dass es hier vermutlich deutlich unangenehmer wäre, wenn ich nicht weiß und deutsch wäre.
    Die Ablehnung von neuem scheint hier relativ fest verwurzelt, liegt vielleicht auch daran, dass die Menschen sich hier ziemlich mit dem Land Sachsen identifizieren, und die beste Zeit dieses Landes paar Jahrhunderte her ist.

    Dass die Naziszene hier stark verwurzelt ist und das von den Institutionen gerne ignoriert wird, musst du mir nicht erzählen, das weiß aber eigentlich auch ganz Deutschland inzwischen. Das wird noch seine Zeit dauern, es hat sich ja mit der Wiedervereinigung verstärkt und in der Zeit als hier nichts los war niemanden interessiert. Aber ich habe die Hoffnung, dass sich mit dem steigenden Wirtschaftswachstum auch das ändert. Dass Armut die Nährmutter von Extremismus ist, ist ebenfalls eine Plattitüde. Und ich wollte nebenbei gesagt auch Baden-Württemberg nicht sehen wollen ohne den Einfluss der Gastarbeiter aus den 60ern. In den Flecken, wo die nie hingekommen sind, ist auch BaWü ziemlich braun meliert.

    Und letztendlich will ich dem Vorstand des Karl-Mey-Museums nicht zu nahe treten, aber ich denke bei denen weniger an die organisierten Nazis als an ältere Männer, die wie der Großteil der Bevölkerung noch nicht ganz in der Gegenwart angekommen ist. Also nicht unbedingt Nazis, aber auch kein Einzelfall, wie du mir unterstellst ;)
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