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"Big Brother"-Moderator

Jochen Schropp spricht über seine "halboffene" Beziehung

Treue ist für den offen schwulen "Big Brother"-Moderator nicht gleichzusetzen mit sexueller Treue.


Jochen Schropp ist seit Jahren einer der meistgesehenen Gesichter im deutschen Fernsehen (Bild: Instagram / Jochen Schropp)

Der in Berlin lebende Schauspieler und Moderator Jochen Schropp führt mit seinem Partner eine "halboffene Beziehung". Das erklärte der 41-Jährige bereits Ende April in seinem neuen Podcast "Yvonne & Berner", in dem er gemeinsam mit der lesbischen Journalistin Felicia Mutterer ("Straight") über queere Themen spricht.

"Du lebst in einer monogamen Beziehung, ich lebe in einer teilweise offenen Beziehung", so Schropp zu Beginn der ersten Folge des Podcasts. Auf Nachfrage von Mutterer umschrieb er seine Beziehungsmodell als "geschlossen", zumindest wenn es um mehr als Sex geht: "Wir lassen niemanden rein, der Teil unserer Beziehung ist. Mein Freund würde es auch nicht gut finden, wenn ich sage: 'Du, ich hab jemanden kennengelernt und ich flieg mit ihm nach Paris und mach mir ein schönes Wochenende.'" Vielmehr sei es so: "Wir können sexuell offen sein, wenn wir es möchten." Er fühle sich besser, wenn er abends ausgehe und flirte (oder mehr) und dann nicht mit einem schlechten Gewissen nach Hause komme.

Schropp: Vertrauen und Kommunikation in Beziehung wichtig

Im Magazin "Gala" ergänzte Schropp in einem am Wochenende veröffentlichten Interview, dass Treue für ihn nicht mit sexueller Treue gleichzusetzen sei: "Vertrauen baut sich ja auf, wenn man das Gefühl hat, man ist ehrlich mit dem Partner und der Partner ist ehrlich mit einem selbst." Er kenne verheiratete Paare mit Kindern, bei denen ein Partner heimlich jemanden "für eine schnelle Nummer" treffe. Dies sei für ihn ein Vertrauensbruch. "Wenn wir von Anfang an sagen, dieses und jenes ist in unserer Beziehung möglich, dann entsteht gar kein Vertrauensbruch", ist sich Schropp sicher. Kommunikation sei das Wichtigste in einer Beziehung.

Eifersucht sei für ihn fast nie ein Thema: "Ich kenne das Gefühl dann, wenn ich nicht einschätzen kann, was da gerade passiert. Aber wenn mein Partner eine gute Zeit hat, einen schönen Flirt hat, dann freue ich mich für ihn, das macht mir keine Angst, weil ich weiß, wo sein Herz ist und das ist bei mir."

Schropp wurde Anfang des Jahrtausends als Herzensbrecher in der ARD-Vorabendserie "Sternenfänger" bekannt und ist seither aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Erst Mitte 2018 outete sich der gebürtige Gießener als schwul (queer.de berichtete). Er berichtete damals, dass ihm seine frühere Schauspielagentur davon abgeraten habe, öffentlich über seine sexuelle Orientierung zu sprechen. "Mir wurde gesagt: Mach das lieber nicht, es wird dir schaden", so Schropp damals. Er hatte zuvor in vielen Serien und TV-Filmen einen Frauenschwarm oder perfekten Schwiegersohn dargestellt. Derzeit steht er täglich im Vorabendprogramm als Moderator der Sat.1-Sendung "Big Brother" vor der Kamera. (dk)



#1 KangaxAnonym
  • 12.05.2020, 09:39h
  • Wenn zwei Menschen von sich aus kein Interesse an anderen sexuellen Kontakten haben ist es kein Problem, falls aber doch ist Monogamie etwas zu was man sich notgedrungen verpflichtet, auch wenn man eigentlich mehr ersehnt.
    Aber die Scham ist groß, denn nicht monogame Beziehungen erachten wir als weniger wert, oder glauben dass sie in der Gesellschaft als weniger wert erachtet werden.
    Vermutlich geprägt von der Kirche, die ihrerseits von der Stoa geprägt wurde, und in der Sex generell böse ist.
    Grund 2 dürfte der eigene emotionale Balast sein, den wir in einer monogamen Beziehung weniger hinterfragen müssen: Woher kommt meine Eifersucht? Woher kommt die Angst, dass mein Partner mich danach weniger schätzen könnte, gar verschwinden könnte? Und das ist sehr häufig ein sehr langer Weg, der bis tief in die Kindheit reicht.

    Auch eine monogame Beziehung muss aushalten können, dass der Partner mal sich mit einen neuen Menschen trifft, völlig sexfrei, völlig ohne Hintergedanken. Wer hier schon Probleme hat zu vertrauen obwohl der Partner keinen Anlass dazu gibt, ist selber das Problem, weil er sich selber gering schätzt.
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#2 RuferInDerWueste
  • 12.05.2020, 11:03h
  • ""Wenn wir von Anfang an sagen, dieses und jenes ist in unserer Beziehung möglich, dann entsteht gar kein Vertrauensbruch", ist sich Schropp sicher. Kommunikation sei das Wichtigste in einer Beziehung."

    Ich stimme dem vollständig zu. Eine klare Botschaft für eine moderne, vertrauensvolle, echte Liebesbeziehung und gegen alle moralinsauren Paniker, die Anderen vorschreiben zu müssen glauben, wie sie zu leben haben.

    Übrigens sind auch "ganz offene" Beziehungen vollständig in Ordnung, wenn alle Beteiligten damit einverstanden sind. Man kann einem Menschen nicht vorschreiben, nur einen anderen Menschen zu lieben. Wenn sich das anders ergibt, dann ist es so, und dann ist das auch VÖLLIG OK.

    Moralvorstellungen Anderer, insbesondere inclusive Religiöser, haben hier nichts zu suchen. Menschen, die sich dazu entscheiden, eine Beziehung miteinander einzugehen, haben das volle Recht, selbst miteinander auszuhandeln, wie diese Beziehung aussehen kann. Das geht niemand andere_n was an.
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#3 GirlygirlProfil
  • 12.05.2020, 11:39hKS
  • Großen Respekt an Jochen Schropp, dass er das erzählt! Für uns Frauen ist das Thema mit viel mehr Stigma verbunden. Egal ob lesbisch, bi oder hetero, von klein auf wird uns beigebracht, dass wenn man eine Person liebt, man nur mit ihr Sex hat und dass Frauen ja angeblich nur einen sehr geringen Sextrieb haben. Ich glaube für lesbische/bisexuelle Frauen ist es schwieriger eine Partnerin zu finden, die für so etwas offen ist, weil Frauen viel häufiger für ihr Sexualverhalten verurteilt werden. In der Hinsicht gibt es auch viel Ablehnung und Vorurteile. Jeder darf seine eigenen Vorlieben haben, aber man sollte die Präferenzen anderer deswegen nicht runtermachen! Auch wenn ich mich für Monogamie entschieden habe, sollte man nicht-monogame Beziehungen nicht in eine Schmuddelecke stellen!
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#4 PeerAnonym
  • 12.05.2020, 12:07h
  • Mein Fall wäre es nicht, aber jeder so wie er mag. Uns solange alle beteiligten Bescheid wissen und das okay finden, ist da nichts gegen zu sagen.
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#5 Yeoj_Profil
  • 12.05.2020, 13:22hFFM
  • Da spricht der Herr Schropp mir aus dem Herzen. Wenn mein Spatz mal mit einem anderen Kerl sexuellen Spaß hat, gönne ich es ihm gern - aber wenn es darüber hinaus ginge (Urlaub, schick essen, Konzert) - dann würde sich bei mir die Eifersucht melden. ^^ Es kommt wohl darauf an, was einem in der Beziehung mit dem ganz bestimmten Menschen besonders wichtig ist, und das muss nicht zwingend der Sex sein (ohne selbigen abzuwerten!).
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#6 TheDadProfil
#7 Felix-baerlinAnonym
  • 14.05.2020, 04:48h
  • Statt Ergüsse über Beziehungstrallalla würde mich vielmehr das Wesentliche über seine Tätigkeit interessieren: Warum ist er sich nicht zu schade als Moderator für menschenfeindliche TV-Formate? Kommt er sich manchmal - vergleichbar mit den Scripts in der Serie Unreal - wie eine Marionette des/der Produzenti*in vor, die ihm ins Ohr flüstert, was er zu plappern hat? Wieso sind es häufig Schwule, die sich als Gesicht für solche Formate vor die Kamera stellen? Hat er nie Selbstzweifel, dass er andere benutzt wie auch er benutzt wird?
    Vielleicht hat das ja auch sehr viel mit der Gestaltung seines Privatlebens zu tun ...
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