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"Big Brother"-Moderator
Jochen Schropp spricht über seine "halboffene" Beziehung
Treue ist für den offen schwulen "Big Brother"-Moderator nicht gleichzusetzen mit sexueller Treue.

Jochen Schropp ist seit Jahren einer der meistgesehenen Gesichter im deutschen Fernsehen (Bild: Instagram / Jochen Schropp)
- 12. Mai 2020, 06:02h 3 Min.
Der in Berlin lebende Schauspieler und Moderator Jochen Schropp führt mit seinem Partner eine "halboffene Beziehung". Das erklärte der 41-Jährige bereits Ende April in seinem neuen Podcast "Yvonne & Berner", in dem er gemeinsam mit der lesbischen Journalistin Felicia Mutterer ("Straight") über queere Themen spricht.
"Du lebst in einer monogamen Beziehung, ich lebe in einer teilweise offenen Beziehung", so Schropp zu Beginn der ersten Folge des Podcasts. Auf Nachfrage von Mutterer umschrieb er seine Beziehungsmodell als "geschlossen", zumindest wenn es um mehr als Sex geht: "Wir lassen niemanden rein, der Teil unserer Beziehung ist. Mein Freund würde es auch nicht gut finden, wenn ich sage: 'Du, ich hab jemanden kennengelernt und ich flieg mit ihm nach Paris und mach mir ein schönes Wochenende.'" Vielmehr sei es so: "Wir können sexuell offen sein, wenn wir es möchten." Er fühle sich besser, wenn er abends ausgehe und flirte (oder mehr) und dann nicht mit einem schlechten Gewissen nach Hause komme.
Schropp: Vertrauen und Kommunikation in Beziehung wichtig
Im Magazin "Gala" ergänzte Schropp in einem am Wochenende veröffentlichten Interview, dass Treue für ihn nicht mit sexueller Treue gleichzusetzen sei: "Vertrauen baut sich ja auf, wenn man das Gefühl hat, man ist ehrlich mit dem Partner und der Partner ist ehrlich mit einem selbst." Er kenne verheiratete Paare mit Kindern, bei denen ein Partner heimlich jemanden "für eine schnelle Nummer" treffe. Dies sei für ihn ein Vertrauensbruch. "Wenn wir von Anfang an sagen, dieses und jenes ist in unserer Beziehung möglich, dann entsteht gar kein Vertrauensbruch", ist sich Schropp sicher. Kommunikation sei das Wichtigste in einer Beziehung.
Eifersucht sei für ihn fast nie ein Thema: "Ich kenne das Gefühl dann, wenn ich nicht einschätzen kann, was da gerade passiert. Aber wenn mein Partner eine gute Zeit hat, einen schönen Flirt hat, dann freue ich mich für ihn, das macht mir keine Angst, weil ich weiß, wo sein Herz ist und das ist bei mir."
Schropp wurde Anfang des Jahrtausends als Herzensbrecher in der ARD-Vorabendserie "Sternenfänger" bekannt und ist seither aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken. Erst Mitte 2018 outete sich der gebürtige Gießener als schwul (queer.de berichtete). Er berichtete damals, dass ihm seine frühere Schauspielagentur davon abgeraten habe, öffentlich über seine sexuelle Orientierung zu sprechen. "Mir wurde gesagt: Mach das lieber nicht, es wird dir schaden", so Schropp damals. Er hatte zuvor in vielen Serien und TV-Filmen einen Frauenschwarm oder perfekten Schwiegersohn dargestellt. Derzeit steht er täglich im Vorabendprogramm als Moderator der Sat.1-Sendung "Big Brother" vor der Kamera. (dk)















Aber die Scham ist groß, denn nicht monogame Beziehungen erachten wir als weniger wert, oder glauben dass sie in der Gesellschaft als weniger wert erachtet werden.
Vermutlich geprägt von der Kirche, die ihrerseits von der Stoa geprägt wurde, und in der Sex generell böse ist.
Grund 2 dürfte der eigene emotionale Balast sein, den wir in einer monogamen Beziehung weniger hinterfragen müssen: Woher kommt meine Eifersucht? Woher kommt die Angst, dass mein Partner mich danach weniger schätzen könnte, gar verschwinden könnte? Und das ist sehr häufig ein sehr langer Weg, der bis tief in die Kindheit reicht.
Auch eine monogame Beziehung muss aushalten können, dass der Partner mal sich mit einen neuen Menschen trifft, völlig sexfrei, völlig ohne Hintergedanken. Wer hier schon Probleme hat zu vertrauen obwohl der Partner keinen Anlass dazu gibt, ist selber das Problem, weil er sich selber gering schätzt.