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Australien

Homophober Mord offenbar nach 32 Jahren aufgeklärt

Vor drei Jahrzehnten konnten Homo-Hasser in Sydney ungestraft Schwule verprügeln und töten, da die Polizei damals homophob war und sich um derartige Fälle schlicht nicht kümmerte. Heute ist das anders.


Vor 32 Jahren starb Scott Johnson durch einen Sturz von den Klippen – sein Mörder ist jetzt offenbar gefasst worden

Ein 49-jähriger Mann ist am Dienstag wegen Verdachts auf einen Mord aus Hass auf Homosexuelle in seinem Haus in Sydney verhaftet worden. Der Australier wird beschuldigt, 1988 den 27-jährigen amerikanischen Mathematikstudenten Scott Johnson von den Klippen gestoßen und damit getötet zu haben. Der Haftrichter verweigerte eine vorläufige Freilassung auf Kaution.

Die Tat war offenbar Teil einer Mordserie im Sydney der späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahre. Laut Untersuchungen sind Dutzende schwule Männer an Stränden um Sydney, etwa dem bekannten Bondi Beach, von jungen Homo-Hassern ermordet worden. Die damals äußerst homophobe Polizei hatte die Morde nicht weiterverfolgt und oft als Suizid verschleiert. Inzwischen hat sich die Polizeiführung für ihr Fehlverhalten entschuldigt. Es wird geschätzt, dass vor drei Jahrzehnten bis zu 80 schwule Männer von homophoben Gewalttätern von Klippen in den Tod gestürzt wurden.

Zwei Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt

Auch der Mord an Johnson, der 1986 zu seinem Partner nach Australien gezogen war, wurde jahrzehntelang als Suizid behandelt. Nach Druck von der Familie des Toten wurde der Fall 2012 erneut untersucht und die Todesursache auf "ungeklärt" geändert. Bei einer dritten Untersuchung 2017 kam schließlich heraus, dass der Student wohl aus Hass auf seine sexuelle Orientierung getötet worden war. 2018 setzte die Polizei eine Belohnung in Höhe von einer Million Dollar (600.000 Euro) für Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Vor zwei Monaten erhöhte die Familie des Opfers die Belohnung auf zwei Millionen Dollar.

Der Bruder des Ermordeten, der sich jahrelang für die Wiederaufnahme des Falls eingesetzt hatte, zeigte sich am Dienstag glücklich darüber, dass wohl endlich der Täter ermittelt werden konnte. Er hatte jahrelang gesagt, dass es für ihn "undenkbar" gewesen sei, dass sich sein Bruder das Leben genommen hat. "Das ist ein sehr emotionaler Tag für mich", sagte er in einer Videobotschaft. "Mein Bruder war mein bester Freund und er hätte von mir erwartet, dass ich mich so für ihn einsetze." Er hoffe nun, dass weitere Hass-Morde aufgeklärt werden und andere Familien ebenfalls Gerechtigkeit erfahren.

Der australische Fernsehsender SBS hatte bereits 2016 die vierteilige Kriminalserie "Deep Water" ausgestrahlt, in der eine fiktive Polizeikommissarin (Yael Stone, bekannt aus "Orange Is the New Black") die alte Mordserie neu aufrollt und auf einigen Widerstand stößt. Die hochgelobte Miniserie ist auch im deutschen Netflix erhältlich. (dk)



#1 PeerAnonym
  • 12.05.2020, 12:04h
  • Schlimm, dass das passiert ist.

    Schlimm, dass die Aufklärung so lange gedauert hat.

    Aber gut, dass wenigstens dieser eine Fall aufgelöst wurde, auch wenn der Täter schon seit 32 Jahren im Knast sitzen müsste.

    Aber wenn man dann bedenkt, dass noch bis zu 80 weitere Mörder frei rumlaufen.

    Und die Polizisten, die damals nicht ermittelt haben, müssten allesamt genauso zur Rechenschaft gezogen werden. Inkl. unehrenhafte Entlassung und Strafverfolgung.
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#2 olfwobAnonym
  • 12.05.2020, 12:44h
  • Die harken da jetzt nicht wirklich nach 32 Jahren die Erde? Das ist denen nicht eingefallen, bevor sie 600.000 Belohnung ausgesetzt haben?
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#3 AnonymAnonym
  • 12.05.2020, 17:28h
  • Australien ist ein solchen Sachen und auch die Herkunft betreffend, d. h. auch in den Beziehungen mit Deutschland, schon ein brandgefährliches Pflaster gewesen.

    Es gibt durchaus auch Parallelen zum Argentinien der 1970er Jahre.

    Ich kenne ãhnliche Zustände aus dem Staat Queensland oder auf Bundesebene.
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#4 BrandonAnonym
  • 12.05.2020, 17:56h
  • Zum Glück verjährt Mord nie! So können auch noch nach über 30 Jahren Mörder Ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.
    Für die Angehörigen, ein späte Genugtuung.
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 12.05.2020, 18:31h
  • Antwort auf #3 von Anonym
  • Vor 30 Jahren war es in Australien nicht besser als bei uns oder sonst woanders auch. Ich bin seit 30 Jahren in Australien unterwegs. Ich kann nicht bestätigen das da Australien eine Ausnahme ist.
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#6 lindener1966Profil
  • 12.05.2020, 18:48hHannover
  • Und wieder einmal ist eine Unsumme an Geld notwendig gewesen, um die wahrheit herauszufinden. Ein schlechtes Gewissen oder eine Moral hat wohl niemand besessen in den letzten 32 Jahren. Es muss ja Zeugen oder Mitwisser gegeben haben.
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#7 AnonymAnonym
#8 dellbronx51069Anonym