Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?36102

"America's Next Top Model"

Homophobie-Vorwurf gegen Tyra Banks

Bereits seit Jahren hagelt es Kritik für die ProSieben-Modelshow von Heidi Klum. Jetzt muss sich auch die Moderatorin von "America's Next Top Model" wegen schlechter Behandlung ihrer Kandidatinnen verteidigen, auch weil sie eine Lesbe niedergemacht hatte.


Tyra Banks erfand 2003 die Sendung "America's Next Top Model", von der es inzwischen fast 50 internationale Ableger gibt, darunter auch die erfolgreiche deutsche Version von Heidi Klum (Bild: VH-1)

In sozialen Netzwerken machen seit Anfang Mai alte Clips aus Tyra Banks' Castingshow "America's Next Top Model" die Runde, von der seit 2003 bereits 24 Staffeln produziert worden sind. Die von Banks erfundene Show war das Vorbild für Heidi Klums "Germany's Next Topmodel", die seit 2006 auf ProSieben zu sehen ist. Das 46-jährige frühere Model aus Kalifornien reagierte sogar auf die Angriffe und gab zu, dass sie auch mal "schlechte Entscheidungen" getroffen habe.

Zu den Videos, die die Runden machten, gehörte auch das einer lesbischen Kandidatin, die erklärt hatte, sie sei stolz auf ihre Homosexualität. Banks deutete daraufhin an, dass sie sich zurücknehmen solle, da auf dem Roten Teppich zu viel "Gay Pride" nerven würde. Viele Nutzer in sozialen Netzwerken waren über diese Äußerungen empört.

Twitter / weyheyitsjayla

Für am meisten Aufruhr sorgte ein Clip aus dem Jahr 2006, in dem sie eine Bewerberin praktisch dazu nötigte, beim Arzt eine Zahnlücke schließen zu lassen. Die Kandidatin gewann später zwar, aber erst nachdem sie zum Zahnarzt ging. Banks hatte damals erklärt: "Glaubst du wirklich, die kriegst einen Vertrag mit 'Cover Girl' mit einer Zahnlücke im Mund?"

Twitter / OladapoAisha

Banks reagierte am Samstag via Twitter auf die Vorwürfe mit den Worten: "Ich habe die Videos über Gefühllosigkeit bei früheren Show-Momenten angesehen und stimme euch zu. Zurückblickend waren diese einige wirklich schlechte Entscheidungen. Ich danke euch für eure ehrlichen Rückmeldungen und sende euch Küsse und virtuelle Umarmungen."

Twitter / tyrabanks

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Banks hatte auch Anti-Homophobie-Message

Andere Fans wiesen allerdings darauf hin, dass Banks in der Sendung auch offen gegen Homophobie vorgegangen sei. 2014 wies sie beispielsweise ein männliches Model nach homophoben Äußerungen zurecht – Kandidat Denzel hatte sich darüber empört, dass ein Konkurrent Stöckelschuhe getragen hatte, und ihn homophob beleidigt.

Banks wollte dieses Mobbing nicht akzeptieren und erklärte: "Diese Industrie ist hauptsächlich weiblich. Wenn auch immer du in einem Bereich arbeitest, der von einem Geschlecht dominiert wird, hörst du das Klischee, homosexuell zu sein. Sei einfach stolz auf diese Industrie und jedes männliche Model, egal ob schwul, hetero, Stöckelschuhe oder Korsetts. Who gives a fuck?" Sie erklärte auch, dass das homophobe Model, ein Afroamerikaner, vor 50 Jahren möglicherweise wegen seiner Hautfarbe abgewiesen worden wäre, und stellte somit Rassismus und Homophobie auf eine Stufe. (cw)



#1 MalHalblangAnonym
  • 12.05.2020, 19:06h
  • Das ist doch leider wieder so ein übertriebenes Maß an "Wokeness". Sie war unsensibel, ja. Aber sie war nicht homophob.

    Sie hat einfach nur gesagt: Du kannst stolz sein, aber Du solltest es nicht zu Deiner Marke machen, weil dann wahrscheinlich die Karriere ausbleibt. Ganz deutlich: die Karriere bleibt nicht aus, weil sie lesbisch ist, sondern weil sie nur mit dem Satz "ich bin lesbisch" verbunden wird. Ihr Beispiel zeigt es doch deutlich: Sie sagt, ich bin stolz, schwarz zu sein. Aber ich renne nicht den ganzen Tag herum und sage "ich bin eine stolze Schwarze". Oder ist sie jetzt auch Rassistin? Wir empfinden es als albern, wenn sich jemand den ganzen Tag hinstellt und plärrt "ich bin ein stolzer alter weißer Mann". Warum sollte es weniger albern sein, wenn jemand den ganzen Tag rumrennt und sagt "ich bin eine stolze lesbische Frau"?

    Das sie sich jetzt entschuldigt hat sehr viel damit zu tun, dass Twitter inzwischen eine Art virtuelle Hexenjagd geworden ist. Sobald jemand brüllt "homophob" oder "rassistisch" hetzt die Meute los, Verstand wird ausgeschalten. Tyra Banks ist sicherlich vieles. Homophob und rassistisch gehört nicht dazu.

    Und zur Zahnlücke: was verdammt noch mal war an dieser Aussage falsch? Eine solche Zahnlücke und ist für praktisch alle Models ein Karrierehindernis. Einzelfälle kommen durch, die Masse nicht. Sie hat nur die Realität beschrieben. Und die ist kein Ponyhof. Models sollen Kleidung präsentieren, nicht sich selbst. Deswegen nimmt man vergleichsweise makellose Allerweltsgesichter. That's it.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 halblangAnonym
  • 14.05.2020, 14:28h
  • Antwort auf #1 von MalHalblang
  • Natürlich rennt Tyra nicht rum und ruft 'I am black and I am proud' - Hautfarbe spricht für sich. Sexuelle Orientierung & Identität hingegen nicht und daher greift der Vergleich einfach mal richtig mies.
    #gayisok
    #neverhideyourpride
  • Antworten » | Direktlink »