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Kommentare zu:
Ottmar Hitzfeld rät schwulen Fußballern vom Coming-out ab


#31 Dr P EnisAnonym
  • 13.05.2020, 11:11h
  • Antwort auf #30 von roisolei85
  • "In unserer Community ist es immer mehr ja auch so das, viele schwul sein wollen aber bitte Heterolike, also schwul ja aber alles äußerliche Hetero damit man quasi so wenig aneckt wie möglich und "normal" durchs Leben kommt."

    Das hat einen sehr nachvollziehbaren Grund: es lebt sich einfacher! Kleidest du dich möglichst heterolike, wirst du in der Öffentlichkeit in Ruhe gelassen. Benimmst oder kleidest du dich auf eine Weise, die die Mehrheitsbevölkerung inoffiziell als schwul deklariert hat, musst mit einer Reaktion rechnen, die zwischen neugierigen Blicken, blöden Sprüchen bis hin zu körperlichen Angriffen reicht.
    Ein anderer Grund ist, dass sich auch viele Schwule insgeheim wünschen, von der Mehrheitsgesellschaft akzeptiert und angenommen zu werden und das funktioniert am Besten, wenn man das, was die Mehrheitsgesellschaft als normal definiert, kopiert. Das ist folgende Rechnung: mit schwulen Atttitüden eckst du meistens an oder provozierst du sogar die Heteros, mit heteroliker Anpassung wirst du hingegen eher angenommen und respektierst.
    Das Ganze schleppt sich dann natürlich auch auf unbewußter Ebene in die Szene hinein.
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#32 VilafrancaAnonym
  • 13.05.2020, 11:15h
  • Schon wieder jemand aus der Steinzeit und der denkt dass es im Fussball keine Homosexualität gibt.
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#33 trans naysayerAnonym
  • 13.05.2020, 13:47h
  • Antwort auf #28 von Ralph
  • "Wenn Herr Hitzfeld Homosexualität nicht als Schwäche ansieht, dann verdutzt doch der Vergleich mit seinem Burnout."

    Die Äusserungen dieses Mannes sind in jedweder Hinsicht eine Katastrophe.

    Seine unselige Verknüpfung von "Burn Out" und "Homosexualität" und seinem "Rat", den er daraus ableitet, ist nichts anderes, als der Rat an Männer keine Dinge über sich als Mann zu äussern, die von einer so called "Mehrheitsgesellschaft" für das "Rollenbild Mann" als "Schwäche" ausgelegt werden.

    Bedauerlicherweise hat er aus seiner persönlichen Erfahrung mit einer Gesellschaft und den Rollenerwartungen im männlichen Spitzensport, die ihm aufgrund seines burn out abwertend begegneten, nichts gelernt.

    Dieser alte, weise (sic) Mann propagiert hier ein vollkommen antiquiertes, patriarchales Männerbild, dass für ALLE - auch die betroffenen Männer - in seinen Auswirkungen nur toxisch ist. Wäre das alleine nicht schon schlimm genug, maskiert er das auch noch als "gutgemeinten Rat" an andere Männer.
    Und das im Jahr 2020.

    Bravo! Das nenne ich einen "Weisen Elder". (irony off)

    Damit haben wir hier einen alten weisen (sic) Mann, der das Gegenteil eines guten Role Model für andere Männer - aber vor allem heranwachsende Jungs ist.

    Und damit sind wir wieder bei den Schwulen im Spitzensport, auf deren coming out die Welt wartet.

    People of Color stellen sich im Spitzensport Rassismus. LBTI stellen sich den Diskriminierungen im Spitzensport seit Jahren(!). Sie alle sind open, out and proud und positive Role Models, die jungen Menschen Wege aufzeigen. Es sind Trail Blazer.

    Schwule Männer stehen nicht ausserhalb der Gesellschaft - auch nicht im Spitzensport. Sie stehen nicht ausserhalb von Verantwortung. Ihnen kommt die Aufgabe positiver Role Models genauso zu, wie allen anderen.

    Wie ich in einem älteren thread zum Thema vor vielen Monaten bereits geschrieben habe:
    Offensichtlich sind "Schwule im Spitzensport" nicht bereit, sich dieser Verantwortung bewusst zu werden und ihre Verantwortung zu übernehmen, zu tragen und ihr gerecht zu werden. -

    Stattdessen wird gejammert, dass sie womöglich Diskriminierung zu befürchten haben. Das ist Mimimi. - Vielleicht möchten sie ja lieber mit schwarzen Fussballern oder Caster Semenya oder trans Menschen im Sport tauschen-? Die haben es ja so viel einfacher-?.

    Dem "die Zeit ist noch nicht reif" dieses Trainers steht ein "wir sind noch nicht soweit" der Schwulen im Spitzensport gegenüber. Das sind nur Varianten ein und derselben Verweigerungshaltung und das von-sich-weisen der Verantwortung.

    Das Drama hält damit bis auf Weiteres an. Dabei ist der Weg längst klar. Es gibt nur einen. Dieses beschämende und schamvolle Drama kann nur auf eine Art und nur von schwulen Sportlern selbst beendet werden. Jeder weitere Tag, der die Haltung vertritt, dass Männer ihr Schwul-Sein verbergen sollten, ist nicht nur beschämend, sondern re-produziert toxische Männerbilder für nachwachsende Generationen - insbesondere junge Männer und Jungs.

    Stattdessen stecken sie den Kopf wie ein Strauss in den Sand und machen sich selbst unsichtbar.

    Das "Schweigen der Schwulen" im Spitzensport. Es hat bereits Schaden angerichtet. Es richtet mit jedem weiteren Tag, den es anhält, noch grösseren Schaden an.

    Ich warte darauf, dass Schwule im Spitzensport - die damit zu den Privilegierten(!) gehören - ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Ich warte auf das coming out der Schwulen im Spitzensport.
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#35 ManagerAnonym
  • 13.05.2020, 18:35h
  • Antwort auf #5 von sgfdgdgdgdg
  • "Ich glaube ja, dass viele der Sportmanager homophob sind und nur deswegen Spielern raten sich nicht zu outen."

    Nicht unbedingt (will aber auch nicht abstreiten, dass es solche gibt!); ich denke eher, dass diese den Verein im Vordergrund sehen, und dass, wenn sich ein Spieler outet, sich "Fans" und/oder Sponsoren zurueckziehen, wodurch dem Verein dann Einnahmeverluste entstehen.
    Und dass sich anscheinend immer noch/mehr Leute an COs "stoeren", kann man aktuell an dem nau-Artikel ueber Olivier Borer sehen:
    "Warum werde ich mit deren Sexualitaet belaestigt?", "Ich stelle mich ja auch nicht in der Oeffentlichkeit hin, und schreie heraus, dass ich Hetero bin!", Mir geht so langsam dieser ganze Aufstand um deren Homosexualitaet auf den Nerv!", "Warum koennen die nicht einfach ihr Leben leben, sondern muessen immer auffallen wollen!", usw. usf.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#36 Schein-EhefrauAnonym
  • 13.05.2020, 18:45h
  • Antwort auf #6 von vielleicht
  • "Vielleicht ist ihnen ihre Sexualität nicht so wichtig, dass sie vielleicht irgendwelche Anfeindungen gegnerischer Fans in Kauf nehmen wollen."

    Mag es auch geben, wie bei den (Computer-/Mathematik-)Nerds, aber irgendwann (oder auch irgendwie) werden die sicherlich das Gefuehl bekommen, etwas verpasst zu haben, oder (falls rechtzeitig erkannt) etwas zu verpassen, bevor sie alt sind; danach aber ist es zu spaet, und sitzen u. U. allein zuhause 'rum

    Anscheinend ist aber den VERANTWORTLICHEN ("Spieler-Berater", Vereins-Vorstaende..) die Sexualitaet dann aber wieder doch SO wichtig, dass die Spieler Schein-Ehen eingehen sollen, oder es tun, damit ja nicht der Verdacht aufkommt, sie koennten ja...
  • Antworten » | Direktlink » | zu #6 springen »
#37 keine_ZeitAnonym
  • 13.05.2020, 18:50h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • Ja, stimmt; kann man "wunderbar" sehen, an den Kommentaren zu dem Artikel ueber Olivier Borer bei nau.ch (Ich schrieb's gerade vorher - am besten einfach mal selber die Kommentare auf nau.ch dazu lesen. Haarstraeubend (sofern man noch welche auf'm Kopf hat ;-) ))
  • Antworten » | Direktlink » | zu #8 springen »
#38 SchwachAnonym
  • 13.05.2020, 19:02h
  • Antwort auf #9 von Patrick S
  • "Schwulsein ist eine Schwäche???"

    Schwulsein direkt vielleicht nicht - wahrscheinlich wird damit aber auf die vielzitierte Sensibilitaet bei Schwulen hingedeutet. Trifft natuerlich nicht auf alle zu; aber bei Schwulen wird es oefter nicht verheimlicht, bzw. "offen ausgelebt".
    Es gibt zwar auch jene, die sensibel sind, das aber gut verstecken, und dann still leiden.
    Und damit bin ich beim eigentlichen Punkt: "Sensibilitaet" wird gerne als soo toll und sogar vllt. als erstrebenswert betrachtet - ich kann Dir versichern: das ist keineswegs soo toll und erstrebenswert (ausser man hat vielleicht die sog. "Resilienz", um mit den einhergehenden Schwierigkeiten zurechtzukommen)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#39 Nk231Anonym
  • 13.05.2020, 19:54h
  • Antwort auf #38 von Schwach
  • Du verortest Sensibilität in eine Abhängigkeit. Und das ist eine Schublade.
    Menschen sind vielfältig und genauso vielfältig fällt die Sensibilität aus. Manche sind sensibel und trotzdem körperlich stark. Stärke ist nicht nur körperliche Stärke, sondern auch Sensibilität (die Gefühlswelt =Mitgefühl, Empathie) ist Stärke.
    Empathie hat keine negativen Konsequenzen.

    Wie bei allem kommt es darauf an, ob man sich in seinen Gefühlen verliert oder ob man es positiv nutzt.
    Bevor ich im Alter von einer eiskalten Person gepflegt werde, würde ich eine empathische Person bevorzugen, mit der man reden und lachen kann.

    Und so ist es auch beim comming-out: seine Gefühlswelt zu zeigen, ist vollkommen normal, das machen Heteros täglich. Das bedeutet aber nicht, dass man automatisch in jede Pfütze treten soll. Eine gewisse Vorsicht ist grundsätzlich ratsam, denn man kann eben nicht allen Menschen gleichermaßen trauen. Da hilft das Bauchgefühl - die Intuition, die sich mit der Empathie in Gang setzt. Das hat nämlich auch was mit Sensibilität zu tun - mit der Sensibilität sich selbst gegenüber.
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#40 TheDadProfil
  • 13.05.2020, 20:03hHannover
  • Antwort auf #35 von Manager
  • ""Nicht unbedingt (will aber auch nicht abstreiten, dass es solche gibt!); ich denke eher, dass diese den Verein im Vordergrund sehen, und dass, wenn sich ein Spieler outet, sich "Fans" und/oder Sponsoren zurueckziehen, wodurch dem Verein dann Einnahmeverluste entstehen.""..

    Das läßt sich nicht nachweisen..
    Vor allem :

    Genau das ist dann die Homophobie um die es geht, denn allein aus der Vermutung heraus, Sponsoren könnten sich AUS HOMOPHOBIE dann zurückziehen oder sogar "Fans" nicht mehr zu den Spielen kommen ist Teil des Systems zur Unterdrückung von Schwulen Spielern !

    Frei nach dem Motto
    "was sollen denn die nachbarn dazu sagen ?"..
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