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USA

Trauer um Aimee Stephens

Mit Aimee Stephens ist eine der wichtigsten Vorkämpfer*innen für Trans-Rechte in den Vereinigten Staaten gestorben. Nach dem Verlust ihres Jobs klagte die Bestatterin bis vor den Supreme Court.


Aimee Stephens wurde 59 Jahre alt (Bild: ACLU)

  • 13. Mai 2020, 08:11h, noch kein Kommentar

Die trans Frau Aimee Stephens, die in den vergangenen Jahren eine führende Rolle im Kampf für LGBTI-Rechte in den USA gespielt hatte, ist verstorben. Sie starb im Alter von 59 Jahren in ihrem Haus in Detroit, wie die Bürgerrechtsvereinigung ACLU am Dienstag mitteilte. Sie sei in ihren letzten Stunden von ihrer Ehefrau Donna begleitet worden.

Angaben zur Todesursache machte die ACLU nicht. Stephens hatte in den vergangenen Jahren an einer schweren Nierenkrankheit gelitten. Eine endgültige Entscheidung in dem von ihr geführten Rechtsstreit zu Rechten von trans Menschen am Arbeitsplatz erlebte Stephens nicht mehr. Das Oberste Gericht der USA, der Supreme Court, wird voraussichtlich vor dem Sommer über ihre Klage entscheiden.

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Stephens wurde wegen ihrer Transition entlassen

Stephens hatte sechs Jahre in einem Beerdigungsinstitut gearbeitet, bevor sie ihre Transition begann. Nachdem sie diese Entscheidung ihrem Arbeitgeber mitteilte, wurde sie entlassen. Der Besitzer des Instituts beschreibt sich als "inbrünstigen Christen". Er argumentierte, er habe vermeiden wollen, dass Stephens durch weibliche Bekleidung die Trauer seiner Kunden störe (queer.de berichtete).

More than anything, this is what we hope you'll listen to today: Aimee Stephens' fight for trans rights, the moment she…

Gepostet von ACLU am Dienstag, 12. Mai 2020
Facebook / ACLU

Stephens reichte Klage wegen Diskriminierung ein, die sie bis vor das Oberste Gericht in Washington brachte. Bei einer dortigen Anhörung im vergangenen Oktober stützte die US-Regierung aber die Position ihres früheren Arbeitgebers (queer.de berichtete). In der Anhörung ging es auch um die Fälle von zwei schwulen Männern, die aufgrund ihrer Homosexualität ihre Jobs verloren hatten.

Schützt der Civil Rights Act auch LGBTI?

Die Richter des Supreme Court müssen darüber befinden, ob der Civil Rights Act aus dem Jahr 1964 – das bahnbrechende Bürgerrechtsgesetz, das unter anderem die Rassentrennung in den Südstaaten beendete – auch homosexuelle, bisexuelle und trans Menschen schützt. Unter anderem beim Diskriminierungsschutz im Arbeitsrecht enthält das Gesetz neben dem Merkmal Rasse auch das Merkmal Geschlecht.

Die Anwälte der drei Kläger*innen argumentieren, dass es sich in den vorliegenden Fällen um Geschlechterdiskriminierung handelt. Eine entsprechende Rechtsauffassung hatten in den letzten Jahren mehrere Gerichte entwickelt und war auch vom Justizministerium unter dem früheren Präsidenten Barack Obama vertreten worden. (cw/AFP)