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Live-Blog

IDAHOBIT 2020: EU hisst Regenbogenfahne in Bagdad – Regierung empört

Der weltweite Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie wurde in Deutschland vor allem mit Online-Veranstaltungen begangen. Die Bundesregierung lobte sich selbst, die Opposition forderte Taten. Die wichtigsten Stimmen, Fotos und Videos zum queeren Aktionstag.


Das Aufsteigenlassen von Regenbogenballons zum IDAHOBIT ist beliebt, aber aus Umweltschutzgründen keine wirklich gute Idee (Bild: Metro AG)

Er ist inzwischen der kleine Bruder des CSD, wird weltweit wegen seiner Niedrigschwelligkeit und Offenheit der Aktionsformen geschätzt und wird inzwischen auch in Deutschland in mehr Städten begangen als der Pride. Auch in Coronazeiten finden am Sonntag, den 17. Mai zahlreiche Aktionen statt. Viele Termine haben wir in unserem Kalender gelistet.

Der jährliche Aktionstag war 2005 vom französischen Aktivisten Louis-Georges Tin ins Leben gerufen worden – er erinnert nicht an den Paragrafen 175, mit dem in Deutschland schwule Männer strafrechtlich verfolgt wurden, sondern an jenen Mai-Tag im Jahr 1990, als die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der Krankheiten gestrichen hat.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus dem IDAHO als Tag gegen Homophobie ein Tag, der, in den meisten Städten unter dem Kürzel IDAHOBIT, auch Bi-, Trans- und Interphobie umfasst. Inzwischen ist auch manchmal ein A dabei, um Asexuelle nicht auszuschließen, oder auch ein Gender-Sternchen.

In diesem Live-Blog sammeln wir Tipps und Stimmen zum IDAHOBIT 2020 und veröffentlichen Fotos und Videos von den Aktionen.


Live-Ticker (abgeschlossen, chronologisch)

19.05., 03:51h

Flaggenmeer in Magdeburg

Zum Abschluss unseres Live-Blogs zum IDAHOBIT noch einige Impressionen aus Magdeburg. In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt wurde am Sonntag auf dem Domplatz ein "Flaggenmeer" verlegt. "Gemeinschaftlich können wir jetzt ein paar tolle Bilder erzeugen und diese möglichst viel und weit verbreiten", hieß es im Aufruf des CSD Magdeburg.

18.05., 08:26h

Sachsen-Anhalt zeigt sich solidarisch


Mathias Fangohr (LSVD) mit Bürgermeisterin Sabine Blümel (parteilos) vor dem historischen Rathaus von Salzwedel

Insgesamt 26 Kommunen und Landkreise im Norden Sachsen-Anhalts haben sich an einer Foto-Aktion des LSVD-Landesverbands und der LSBTI*-Landeskoordinierungsstelle Sachsen-Anhalt Nord zum IDAHOBIT beteiligt: Bördes Landrat Martin Stichnoth (CDU) ließ sich ebenso mit dem Banner "Füreinander solidarisch – LSBTI*-Rechte sind Menschenrechte!" fotografieren wie etwa Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke).

Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie 2020: Kommunen und Landkreise in Sachsen-Anhalt setzen...

Gepostet von LSVD Sachsen-Anhalt am Sonntag, 17. Mai 2020
Facebook / LSVD Sachsen-Anhalt

17.05., 23:02h

EU hisst Regenbogenfahne in Bagdad – Regierung empört

Die irakische Regierung empört sich darüber, dass die EU-Vertretung in Bagdad am Sonntag demonstrativ eine Regenbogenfahne gehisst hat. Dies verletze die religiösen Gefühle vieler Bürger und widerspreche den Werten und sozialen Normen des weit überwiegend von Muslimen bewohnten Landes, erklärte das Außenministerium nach einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur INA.

Die EU-Vertretung hatte sie nach Medienberichten anlässlich des internationalen Tags gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit an diesem Sonntag gehisst und davon in sozialen Netzwerken berichtet – auch wenn die Einträge später nicht mehr abrufbar waren. Die Botschaften Kanadas und Großbritanniens schlossen sich der Hissung an.



Auch der einflussreiche schiitische Geistliche Muktada al-Sadr empörte sich über die Aktion und sprach von einer "Aggression gegen das Recht und die Religion des Irak". Erst vor wenigen Wochen hatte er gleichgeschlechtliche Ehen als einen der Gründe für die Ausbreitung des Coronavirus bezeichnet (queer.de berichtete). (dpa/cw)

Twitter / vonderleyen | In der Nacht zum Sonntag wurde das Gebäude der EU-Komission mit einer Regenbogen-Installation beleuchtet. Botschaften einiger europäischer Länder, darunter Deutschland, sowie der EU zeigten am Sonntag in vielen Ländern Flagge

19:51h

Überblick: Die virtuellen Veranstaltungen des Tages

Heute wurde viel virtuell getalkt und gestreamt, teilweise wird es das noch immer. Hier eine Übersicht der wichtigsten Video-Links zum An- und Nachschauen:

- #WirFürQueer von IWWIT live aus dem Schwuz (FB, bis ca. 22h)

- Webshow des ColognePride (FB)

- Talk #MutigGegenDenHass des LSVD (FB)

- Virtueller IDAHOT aus Stuttgart (Youtube)

- Mehrere Reden und Botschaften vom IDAHOBTIA* Frankfurt am Main (Youtube)

- Online-Kungebung des Bündnises gegen Homopobie (FB)

- IDAHOBIT-Botschaften aus Heidelberg (FB)

19:27h

Kundgebung vor dem Hamburger Rathaus

Der traditionelle Rainbow-Flash in Hamburg fand auch in diesem Jahr in kleiner (und vorab angemeldeter, aber nicht angekündigter) Ausgabe statt. Auf Facebook gibt es dazu auch ein (hier nicht einbettbares) Video.

Heute haben wir stellvertretend für alle, mit einigen Projekten einen ganz kleinen Rainbowflash durchgeführt. Wir hatten eine Genehmigung für max. 25 Pers. Später noch mehr Bilder.

Gepostet von LSVD Hamburg am Sonntag, 17. Mai 2020
Facebook / LSVD Hamburg

14:24h

Die BZgA klärt auf

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat zum IDAHOBIT ein niedrigschwelliges Video veröffentlicht, in dem sie in knapp dreieinhalb Minuten gelungen über Vorurteile gegenüber LGBTI aufklärt. "Weil Aufklärung besser ist als Unverständnis", so die dem Gesundheitsministerium unterstellte Behörde. "Und weil Vielfalt schöner ist als Engstirnigkeit."

14:17h

SPDqueer Berlin: Aktion gegen Hasskriminalität

In einer außergewöhnlichen Aktion liefen Mitglieder der SPDqueer Berlin zum heutigen IDAHOBIT durch die Stadt und kennzeichneten Tatorte von LGBTI-feindlicher Gewalt.

344 Strafanzeigen sind 344 homophobe und transphobe Angriffe zu viel. Sie passierten überall in unserer Stadt. Auch...

Gepostet von SPDqueer Berlin am Sonntag, 17. Mai 2020
Facebook / SPDqueer Berlin

14:07h

"Fernsehgarten" unterm Regenbogen


Julian Paul / twitter

Als Co-Moderator der heutigen Ausgabe der ZDF-Musiksendung "Fernsehgarten" erschien Riccardo Simonetti im Regenbogen-Outfit. "Heute ist internationaler Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie", erklärte er in der Live-Sendung, die wegen der Coronakrise ohne Publikum stattfand. Kollegin Andrea Kiewel hatte ihn zuvor mit den Worten angekündigt: "Er hat das Recht, zu funkeln."

13:37h

Auch das Rathaus von Pfaffenhofen wurde bunt beleuchtet

13:31h

Die Polizei Bremen ist bunt



Zum heutigen IDAHOBIT präsentiert sich auch die Polizei Bremen farbenfroh – und verschickte ein Pressefoto, auf dem Polizeivizepräsident Dirk Fasse und Daniel Blida, der offizielle Ansprechpartner für LSBTI*, eine Regenbogenflagge halten. Weitere Fahnen hängen laut der Mitteilung an den Toren des Polizeipräsidiums und an der Liegenschaft Niedersachsendamm.

"Diskriminierung von Menschen aufgrund von der sexuellen Orientierung ist nicht zu tolerieren", erklärte Fasse. "Das ist Hasskriminalität und wird konsequent verfolgt. Dafür stehen wir ein. Nicht nur heute!"

Blida ist über die Emailadresse lsbti@polizei.bremen.de zu erreichen. Darüber hinaus heißt es in der Pressemitteilung: "In dringenden Fällen immer den Notruf 110 wählen."



#1 Carsten ACAnonym
  • 15.05.2020, 09:39h
  • Wenn es schon keine Demos geben darf, dann sollte man wenigstens anders Flagge zeigen: durch Beleuchtung, Flaggen in Fenstern, an Autos, etc.
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#2 FinnAnonym
  • 16.05.2020, 14:23h
  • ""Homophobie ist nicht gleich Lesbophobie, Lesbophobie hebt die frauenfeindliche, sexistische Komponente der 'Phobie' hervor.""

    Falsch.

    Homophobie bezieht sich auf gleichgeschlechtliche Lebensweisen, also wenn ein Mann einen Mann liebt oder wenn eine Frau eine Frau liebt.

    Natürlich gibt es auch frauenfeindliche, sexistische Komponenten, aber das ist halt Sexismus.

    Homophobie und Sexismus gehen oft Hand in Hand, aber das ist kein Grund, neue Begrifflichkeiten einzuführen. Sonst müssen wir demnächst auch noch ein Wort finden, wenn sich Homophobie auch noch mit Rassismus verbindet, etc.

    Ich rufe alle Lesben auf, gemeinsam mit Schwulen für unsere gemeinsamen Rechte zu kämpfen. Und dann steht auch jeder Schwule an Eurer Seite, wenn es um die Bekämpfung von Sexismus geht. Aber es bringt niemandem etwas, wenn wir immer neue Untergruppen separieren.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 16.05.2020, 14:54h
  • Antwort auf #2 von Finn
  • ""Sonst müssen wir demnächst auch noch ein Wort finden, wenn sich Homophobie auch noch mit Rassismus verbindet""

    Gibt es schon, das nennt sich Intersektionalität. Wenn die Unterscheidung bzw. Diskriminierung auf mehreren Achsen stattfindet, oder sich Schnittpunkte, Überlappungen ergeben. Lesbisch + trans + PoC etwa. Mann + bisexuell ect.

    Ob der Sexismus gegenüber Frauen wirklich Derselbe ist wie der gegenüber Männern?
    Männer sind im Großen und Ganzen auf die schwule Szene begrenzt Sexismus ausgesetzt, Frauen zu bald jeder Zeit überall.
    Lesbophobie hat sicher ähnlich, wie Homophobie auch, einige Dimensionen, die einem ohne die tiefere Auseinandersetzung gar nicht klar werden.

    Bereits dieses Phänomen, dass da immer Kerle darüber bestimmen wollen, auch hier wieder, dass die Frauen an ewig zweiter Stelle selbst bei bloßer Erwähnung auftauchen. Warum braucht man das? Warum kann man ihnen dieses bisschen Terrain nicht einmal gönnen?

    Daher vielleicht nötiger, als ein Mann so denkt.
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#4 Peck_SProfil
  • 16.05.2020, 14:57hFrankenthal
  • Ich finde es ist höchste Zeit, den Begriff "Homophobie" oder jetzt "Lesbophobie" nicht mehr für Hass und Gewaltbereitschaft gegenüber unserem Regenbogen zu missbrauchen. Diese schlechte Angewohnheit ist gefährlich, denn sie bagatellisiert psychische und physische Gewalt, Ausgrenzung, und rechtliche Unterdrückung. Das hat mit Angst nichts mehr zu tun.
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#5 _valkyrie_Anonym
#6 ursus
  • 16.05.2020, 17:12h
  • Antwort auf #3 von Homonklin_NZ
  • Wie du weißt, sind wir nicht immer einer Meinung, aber hier kann ich dir nur uneingeschränkt zustimmen.

    Ich finde es immer etwas problematisch, sich bei der Sichtbarkeit bestimmter Gruppen auf formale Logik zurückzuziehen. Natürlich beinhaltet "Homo-" auch Lesben, aber de facto wird doch schnell mal ein CSD zur "Schwulenparade" und die Eheöffnung zur "Schwulenehe". So lange das so ist (also vermutlich noch ein paar Generationen lang), ist es notwendig, die Lesben und andere Gruppen explizit zu nennen, sonst gehen sie gedanklich leider allzu oft unter. Wer das ernsthaft nicht möchte, kann ruhig mal zwei Sekunden investieren und sie auch benennen.
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#7 trans naysayerAnonym
  • 16.05.2020, 18:01h
  • Antwort auf #2 von Finn
  • "...Und dann steht auch jeder Schwule an Eurer Seite, wenn es um die Bekämpfung von Sexismus geht."

    Lol-!

    Ja - genauso wie bei Trans-Misogynie......Not.

    Immerhin hast Du mich zum Lachen gebracht.
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#8 trans naysayerAnonym
#9 trans naysayerAnonym
  • 16.05.2020, 19:45h
  • Antwort auf #7 von trans naysayer
  • ""...Und dann steht auch jeder Schwule an Eurer Seite, wenn es um die Bekämpfung von Sexismus geht.""

    Ich fasse mich kurz:
    Die meisten Schwulen weigern sich bereits ihren eigenen Sexismus gegenüber Frauen zu reflektieren. Dazu genügt bereits ein gelegentliches Mitlesen in diesem Forum. Ganz zu schweigen davon, dass hier dann sofort "jeder Schwule an unserer Seite ist, wenn es um die Bekämpfung von Sexismus geht", wenn es passiert. Not.

    Ich bin mir sehr sicher, dass die wenigsten den intersektionellen Sexismus bei "Frau und Lesbe" - "Frau und trans" - Frau und intersex characteristics" - "Woman of Color" - "Queer Woman of Color" - the list goes on - auch nur verstehen. Sich auch nur jemals damit befasst haben.

    Ich bin eine Frau. Ich WEISS, dass schwule cis Männer in 99% der Fälle da draussen NIE "an unserer Seite sind", wenn es um die Bekämpfung von Sexismus geht".

    Daher schliesse ich mich hier @Homonklin_NZ an:
    Ich finde es (wieder einmal) wenig überraschend, dass sofort an 2. Stelle es wieder ein Mann ist, der hier bei Frauen-Themen interveniert und relativiert.

    Letztendlich drückt Dein post einfach nur die altbekannte hierarchische Linie in der so called "community" aus:
    Bitte ordnet euch - der Reihe nach - (wer bestimmt diese Rangfolge eigentlich-?) weiterhin hinten ein. Ihr werdet "mitgedacht" (lol!).

    Frauen* sind keine "Untergruppe". "Untergruppe" von Wem-? Wer bestimmt eigentlich, wer als "Untergruppe" bezeichnet wird-? Wer hat hier die Definitionshoheit über wen-?
    Die Perspektiven und Blickwinkel von Frauen* sind relevant und müssen gehört werden.

    Anstatt gleich im zweiten post unter einem Artikel über Lesben von einem Mann als -"Falsch"- bezeichnet zu werden.

    Ich kann mich daher dem Rat von @Homonklin_NZ nur anschliessen. Ehe man(n) gleich wieder -"Falsch"- ruft, sollte man sich vielleicht mal eher erst mit Intersektionalität und dem Thema "Sexismus und Lesben" befassen - da werden einige Überraschungen auf die meisten warten...und "Sexismus und trans Frauen"...und "Sexismus und Frauen mit intersex characteristics"...und "Sexismus und WOC"..."QWOC"...

    Vielleicht könnte man als schwuler cis-Mann bei den gelebten Lebensrealitäten von Frauen* auch einfach mal schweigen. Ich masse es mir als bisexuelle trans Frau ja auch nicht an, bei gelebten Lebenserfahrungen schwuler cis Männer -"Falsch"- zu rufen. Stattdessen höre ich zu und lerne.
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#10 Paula KryptaAnonym
  • 17.05.2020, 12:11h
  • Antwort auf #4 von Peck_S
  • Vielen Dank für diese wichtige Klarstellung. Auch ich halte es für falsch und gefährlich, in unseren Zusammenhängen den Begriff "Phobie" zu verwenden. Das hat nichts mit philologischer Wortklauberei zu tun, sondern damit, dass wir mit Begriffen bestimmte Vorstellungen verbinden, die uns auch im Alltag begegnen (zum Beispiel bei Klaustrophobie). Bei Phobien handelt es sich um Ängste und Störungen, die das Wohlbefinden und die Handlungsfreiheit des betroffenen Menschen beeinträchtigen können. LGBTI*-Menschen erfahren aber vielfach nicht einfach 'nur' (Berührungs-)Ängste durch Phobiker*innen, sondern blanken Hass, der in vielen Teilen der Welt in tödlicher Bedrohung gipfelt. Im Unterschied zur Phobie betrifft der LGBTI*-Hass nicht das 'phobische' Individuum selbst; er ist eine *für andere* - für uns - destruktive Einstellung und Verhaltensweise.
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