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Neue Studie

Bayern: Die Hälfte der queeren Menschen erlebt Diskriminierung

Laut einer neuen Studie der Grünen berichtet unter LGBTI fast jede zweite Person über Diskriminierungserfahrungen in den letzten drei Jahren.


Tessa Ganserer (Mitte) zeigt die Studie – neben ihr stehen die Autorinnen Alis Wagner (li.) und Prof. Dr. Barbara Thiessen (Bild: Grüne Fraktion Bayern)

Tessa Ganserer, die queerpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion in München, hat am Freitag eine Studie über queeres Leben im Freistaat vorgestellt (PDF). Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Thiessen von der Hochschule Landshut und Autorin Alis Wagner hatten für das Papier Daten einer Umfrage unter 900 queeren Teilnehmer*innen aus dem Freistaat ausgewertet. Mit der Studie liege "erstmals ein differenziertes und aussagekräftiges Bild über die Lebensssituation queerer Menschen in Bayern ab 16 Jahre vor".

Das Papier zeigt unter anderem auf, wie weit verbreitet Diskriminierungserfahrungen unter LGBTI in Bayern sind. Demnach gaben 48 Prozent der Befragten an, in den letzten drei Jahren wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität diskriminiert worden zu sein. Besonders betroffen seien Transmenschen (82 Prozent der trans Frauen und 61 Prozent der trans Männer). Teilnehmer*innen mit geringen Einkommen oder mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen berichteten von mehr Diskriminierungserfahrungen als andere Personen. Die Studie zeigte auch auf, dass Menschen in der Stadt eher geoutet seien als auf dem Land.


"In der Gesamtschau zeigt sich, dass Handlungsbedarf im Hinblick auf Akzeptanz queerer Menschen im ländlichen Raum besteht", so Thiessen und Wagner. "Zudem müssen Unterstützungsstrukturen stärker besonders vulnerable Gruppen in den Blick nehmen. Hier besteht weiterer Forschungsbedarf."

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Ganserer: "Die Studienergebnisse zeigen, wo wir politisch endlich handeln müssen"

Tessa Ganserer machte deutlich, dass es für die Landesregierung nun keine Ausreden mehr gebe, in diesem Bereich nichts zu tun: "Die Studienergebnisse zeigen, wo wir politisch endlich handeln müssen. Auch im Freistaat Bayern ist es längst an der Zeit, dass queere Menschen berücksichtigt werden. Wir brauchen ein finanzielles Fundament, um geeignete Angebote und Strukturen zu schaffen."

Die 42-Jährige forderte daher auch in Bayern einen Aktionsplan für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Alle 15 anderen Bundesländer haben einen derartigen Plan bereits beschlossen oder geplant. Die bayerische Staatsregierung lehnte derartige Initiativen aber stets ab. 2015 hatte die damalige CSU-Alleinregierung erklärt, dass es für einen Aktionsplan "keine Notwendigkeit" gebe (queer.de berichtete). (dk)



#1 YannickAnonym
#2 Queerer LatexfreakAnonym
  • 15.05.2020, 15:19h
  • Mir kommt es so vor als ob insbesondere in Bayern die Solidarität der letzten 10 jahre eine Einbahnstraße war.

    Mir kommt es so vor als ob bis vor wenigen jahren dankend angenommen wurden daß "wir" gemeinsam für mehr Rechte und Aufmerksamkeit protestiert und demonstriert hatten.

    Aber seitdem es die Homo-Ehe gibt scheinen die "echten Schwulen" alles zu haben was sie wollten und schotten sich ab.

    Aus einem "wir gehen auf den CSD und demonstrieren für Aufmerksamkeit und Anerkennung" wurde ein "wir reden nicht mit Hundemasken"
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#3 JanZAnonym
  • 15.05.2020, 19:21h
  • Für mich nicht relevant. Hab mir die PDF Datei runtergeladen und gelesen. Es gab ausschließlich feststehende Antworten. Jede Ansicht ist wäre eigentlich einzigartig und individuell. Ist nun der kleine Rempler Diskriminierung, " Dummer Jungen Streich" , oder sogar Flirt ? In der Studie wäre die Antwort Diskriminierung. Jeder Begriff ist also eine Sache der Auslegung. Für mich keine relevante Studie sondern hingebogen, wie benötigt. Nicht nur diese Studie. Alle Studien mit vorgefertigten Antworten betrifft das für mich.
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#4 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 15.05.2020, 20:20h
  • Antwort auf #2 von Queerer Latexfreak
  • Viele Menschen scheinen sogar zu glauben, die "Ehe für alle" wische sämtliche Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen weg.

    Ich berichtete vor einer Weile mal im Kreis von etlichen Heteros davon, dass ich als Jugendlicher von 4 Mitschülern homophob überfallen wurde, dadurch eine Posttraumatische Belastungsstörung davongetragen und seitdem jede Nacht bestimmte Alpträume habe.

    Die Antwort war "Aber heute ist das doch alles nicht mehr so - ihr dürft doch jetzt sogar heiraten."

    Als ob die Tatsache, dass seit 2017 auch queere Menschen (quasi gnädigerweise) heiraten "dürfen", auch nur im Geringsten dazu beitrüge, eine solche tief verwurzelte psychische Traumatisierung zu neutralisieren.

    Man wollte mir auch partout nicht glauben, dass es heute noch Probleme gibt. Als ich darauf hinwies, dass man nur Queer.de zu lesen braucht, um herauszufinden, welche Probleme es täglich gibt, wurde mir doch allen Ernstes geraten, das dann doch einfach nicht mehr zu lesen.
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#5 UschiAnonym
#6 Ralph
  • 16.05.2020, 10:03h
  • Ich möchte Diskriminierung nicht auf ganz persönliche Erlebnisse begrenzen. Auch wenn ein Pastor gleichgeschlechtliche Sexualität als todeswürdig diffamiert oder wenn ein ausgewiesener Gegner der rechtlichen Gleichstellung von Schwulen und Lesben oberster Richter wird, ist das für uns alle eine diskriminierende Erfahrung; im ersten Fall, weil der Typ reichlich öffentliche Zustimmung erntet; im letzten Fall, weil so einer in diesem Lande immer noch als für höchste Ämter tragbar betrachtet wird. Man stelle sich vor, beide wären nicht Homofeinde, sondern Judenfeinde. Die brächten doch in Deutschland kein Bein mehr auf den Boden. Was im Normalfall karrierezerstörend wirkt, gilt in Bezug auf uns als Ausübung der Religions- und der Meinungsfreiheit. Wer sich davon nicht ganz persönlich diskriminiert fühlt, möge sich melden.
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#7 Queerer LatexfreakAnonym
  • 18.05.2020, 18:50h
  • Antwort auf #4 von RuferInDerWueste
  • @RuferInDerWueste

    > Viele Menschen scheinen sogar zu glauben, die "Ehe für alle" wische sämtliche Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen weg.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, es ist ja nur meine subjektive Beobachtung von dem was ich in den vergangenen Jahren sehen konnte. Aber das sah so aus als ob auch sehr viele Schwule selbst nur genau für die homosexuelle Ehe gekämpft haben weil diese ihre persönlichen Probleme löst.

    Der weitere Bereich, Queer, Puppy und nicht-ehebasierte Lebensmodelle scheint jetzt die neue Minderheit, Randgruppe zu sein die sich gegenüber dem neuem Mainstream von Homo-Ehepaaren verteidigen und aufmerksam machen muß.

    Ja das kommt mir immer bizarrer vor
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