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Heimkino

Lesbischer "Fisch-Cop" im queeren Party-Mekka

In der US-Serie "Hightown" kämpft Wasserschutzpolizistin Jackie gegen ihre Drogensucht. Eine angeschwemmte Leiche hilft ihr dabei, bringt sie jedoch in neue Nöte. Jetzt auf Starzplay!


Offen lesbisch, aber ziemlich labil in Provincetown: Monica Raymund spielt die Wasserschutzpolizistin Jackie Quiñones (Bild: Starzplay)
  • Von Patrick Heidmann
    17. Mai 2020, 15:03h, noch kein Kommentar

Ordnungshüter sind nicht gleich Ordnungshüter, nirgends gilt das mehr als in den USA. Man muss nur mal ein paar Krimis gesehen haben, um zu wissen: Allein zwischen Polizei und FBI gibt's erhebliche Rangunterschiede und Rangeleien.

Noch deutlich weiter unten in der Hierarchie dürfte der National Marines Fishery Service stehen. Wer dort arbeitet, muss bei Verstößen gegen die Fischerei-Gesetze vorgehen – und sich schon mal als "Fisch-Cop" bezeichnen lassen. So wie Officer Jackie Quiñones in der Serie "Hightown", die jetzt bei StarzPlay zu sehen ist.

In ihrer Freizeit feiert Quiñones und schleppt Touristinnen ab

Quiñones (Monica Raymund, bekannt aus "Chicago Fire") ist, von ihrem eher ungewöhnlichen Tätigkeitsfeld abgesehen, im Grunde eine dieser Ermittlerfiguren, wie man sie in den vergangenen Jahren immer wieder in Film und Fernsehen gesehen hat: im Job einigermaßen gelangweilt und desillusioniert, von den Dämonen der Vergangenheit gequält, allzu sehr dem Alkohol und den Drogen zugetan und in Sachen zwischenmenschlicher Beziehungen nicht unbedingt für Nähe zu haben.

Ihr Einsatzgebiet ist die vermeintlich idyllische Ostküsten-Halbinsel Cape Cod; allen voran Provincetown, wo sie sich die Nächte gerne in Lesben- und anderen Bars um die Ohren schlägt und reihenweise feiernde Touristinnen abschleppt.

Dann allerdings findet sie eines Morgens eine Frauenleiche am Strand. Das fällt zwar nicht in ihre Zuständigkeit, sondern in die von Detective Abruzzo (James Badge Dale), der auf Cape Code im Drogenmilieu ermittelt und darüber hinaus sein eigenes Päcklein zu tragen hat. Doch Quiñones kann die Finger nicht von dem Fall lassen, was zusätzlich dadurch erschwert wird, dass sie obendrein unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht und eigentlich vor allem gegen ihre Sucht und um ihren Job kämpfen sollte.


Quiñones und Detective Abruzzo (Bild: Starzplay)

Die Traumata des ungleichen Protagonist*innen-Duos

Soweit der Plot von "Hightown", der sich allerdings – zumindest in den ersten vier (von acht) vorab der Presse gezeigten Folgen – relativ langsam entwickelt. Viel zu viel hält sich die von Rebecca Cutter ("Gotham") verantwortete Serie mit den mäßig originellen Befindlichkeiten und Traumata des ungleichen Protagonist*innen-Duos auf, dessen Wege sich obendrein anfangs erstaunlich wenig kreuzen.

Allzu viel Spannung kommt da leider nicht auf, daran ändern auch zahllose ausgiebige, aber selten für die Story wichtige Sexszenen nichts. Und auch die lesbische Filmemacherin Rachel Morrison bleibt machtlos, die vor ein paar Jahren für "Mudbound" als erste Frau eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Beste Kamera erhielt und hier zwei der Episoden als Regisseurin verantwortet.

Eine Serie, die viele Chancen nicht nutzt

Doppelt ärgerlich: Das eigentlich spannende Setting, nämlich das als queeres Party-Mekka bekannte Provincetown, macht sich "Hightown" kaum zunutze. In der Auftaktfolge dient es zumindest noch als originelle Kulisse, danach scheint sich die Handlung eher in andere Ecken von Cape Cod zu verlagern. Und queeres Personal wird, abgesehen von Quiñones' Vermieter, auch kaum aufgefahren.

Definitiv eine vertane Chance. Nicht zuletzt, weil das beträchtliche Charisma von Monica Raymund und die Ecken und Kanten der von ihr verkörperten Beamtin, die aus ihrer Komfortzone zwischen Hummerfischern und One-Night-Stands ausbrechen muss, mehr hergegeben hätten.

Direktlink | Deutscher Trailer zur Serie