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"Save our Community, Save our Pride"

Trotz Corona: Berliner LGBTI-Aktivisten melden CSD-Demo an

Der CSD in der Bundeshauptstadt nur virtuell? Manchen Aktivisten reicht das nicht. Daher soll am 27. Juni eine unabhängig organisierte Pride-Demo für Sichtbarkeit sorgen und dem Coronavirus trotzen.


Auch während der Corona-Krise sollten LGBTI nicht auf Demos verzichten, in denen sie für queere Gleichbehandlung werben, finden die Berliner Organisatoren (Bild: Facebook / Nasser EL-Ahmad, nach einer Vorlage vom CSD Leipzig / Photographie mimski)

Zu Update springen: CSD e.V. wünscht "viel Erfolg" (15.44 Uhr)

Am 27. Juni soll trotz der Corona-Einschränkungen die CSD-Demo "Berlin Pride: Save our Community, Save our Pride" an den Start gehen. LGBTI-Aktivisten unter Führung von Nasser El-Ahmad haben dazu eigenen Angaben zufolge aus eigener Initiative eine Demonstration angemeldet, die unter bestimmten Auflagen bereits genehmigt worden sei.

Detaillierte Angaben zu den Auflagen sollen erst in der Woche vor dem Event bekannt gegeben werden. Laut "Siegessäule" sei die Teilnahmezahl auf 1.000 Menschen begrenzt – gehen mehr auf die Straße, müsste die Demo abgebrochen werden. Auch die 1,5-Meter-Regel sowie allgemeine Hygieneregeln müssten beachtet werden (Mehr Infos von der Polizei).

Die Route ist ebenfalls noch unklar. Ziel der Veranstaltung solle sein, die LGBTI-Sichtbarkeit auch während der Corona-Krise sicherzustellen und auf die covidbedingte prekäre Lage vieler Szeneeinrichtungen hinzuweisen.

Nasser El-Ahmad engagiert sich seit mehreren Jahren in der Hauptstadtcommunity. Er hatte bereits als Jugendlicher offen über Homophobie in seiner libanesischstämmigen Familie gesprochen und Demonstrationen organisiert. 2015 wurde er dafür im Alter von nur 18 Jahren mit dem Berliner Respektpreis ausgezeichnet (queer.de berichtete). Ein Theaterstück über seinen Kampf für Anerkennung ist 2017 vom Berliner Kultursenator mit dem Brüder-Grimm-Preis ausezeichnet worden (queer.de berichtete).

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"CSD muss auch an öffentlichen Plätzen sichtbar sein"

"Wir sind der Meinung, ein CSD/Pride muss auch an öffentlichen Plätzen sichtbar sein und stattfinden", so die Begründung für die Initiative. Dabei soll es sich nicht um eine traditionelle CSD-Parade, sondern eine sehr politische Demo handeln. "Im Mittelpunkt unserer Forderungen steht die Situation der LGBTIQ* unserer Nachbarn in Polen, Russland, Ukraine und die dramatische Lage der Berliner Szene/Community", heißt es in der Einladung.

Die Veranstaltung hat nichts direkt mit dem offiziellen Berliner CSD e.V. zu tun. Dieser hatte Mitte April die für den 25. Juli geplante Pride-Parade ins Internet verlegt. Das Motto dazu lautet "Don't hide your Pride". Zuvor hatte unter anderem Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) eine Absage des Straßen-CSD gefordert (queer.de berichtete).

Über die Absagen gab es aber vereinzelt auch Unmut. Behrendts Parteifreund Sebastian Walter erklärte etwa: "Der Protest gegen Patriarchat, Heterosexismus und Diskriminierung ist "systemrelevant"! Ich träume von einem Berliner #CSD 2020 nicht nur digital, sondern in kleinen (sicheren und coronatauglichen) Demogruppen quer über die Stadt – laut, bunt, solidarisch und politischer denn je" (queer.de berichtete). (cw)

 Update  15.44 Uhr: CSD e.V. wünscht "viel Erfolg"

Der Vorstand des CSD e.V. hat den "Mitstreiter*innnen" um Nasser El-Ahmad "viel Erfolg" für ihren CSD gewünscht, allerdings noch einmal die Gründe für ihre Absage erläutert. So würde die derzeitigen Vorgaben eine Großveranstaltung grundsätzlich nicht erlauben. "Neben den zu beachtenden Hygiene- und Abstandsregelungen wollte der Vorstand des Vereins nicht dafür verantwortlich sein, Menschen ablehnen zu müssen, durch deren Teilnahme die erlaubte Personenanzahl überstiegen würde", so die Organistor*innen vom CSD e.V.

Der geplante eigene CSD würde zwar "in großen Teilen digital sein, aber auch richtlinienkonforme analoge Elemente enthalten, um die Sichtbarkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt zu steigern", so das Versprechen. Die neuen Veranstalter*innen sehe man nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung an. "Jedes Zeichen für eine gleichberechtigte Welt ohne Diskriminierung ist gut und wichtig", erklärte Vorstandsmitglied Jasmin Semken.

Wöchentliche Umfrage

» Ist ein Straßen-CSD in Zeiten der Corona-Krise sinnvoll?
    Ergebnis der Umfrage vom 18.05.2020 bis 25.05.2020


#1 FliegenAnonym
#2 Ralph
#3 VirusAnonym
#4 Vom FachAnonym
  • 18.05.2020, 13:39h
  • Polemik ist ganz und gar unnötig.
    Wenn es sich um eine ordnungsgemäß durchgeführte Demonstration und nicht um eine Party handelt, ist auch aus epidemiologischer Sicht nichts gegen diese Veranstaltung einzuwenden.
    Wenn bis Ende Juni die jetzt eingeführten Lockerungen nicht zu einem signifikanten Wiederanstieg der Fallzahlen geführt haben, ( was leider vor Allem wegen der Gastronomieöffnungen überhaupt nicht ausgeschlossen ist ) dürfte eine Demonstration im Freien mit Einhaltung des gebotenen Abstands keinen nennenswerten Impact haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 18.05.2020, 14:51h
  • Antwort auf #4 von Vom Fach
  • Genau. Wir nennen es einfach "Demonstration" und nicht "Party", und das schreckt das Virus so ab, dass es sich weit und breit nicht blicken lässt.

    Wenn das Leben doch immer so einfach wäre...

    Ich wünsche außerdem schon mal viel Spaß beim genauen Zählen der Teilnehmer_innen (1.000 OK, 1.001 Abbruch) sowie beim gleichzeitigen Abstandmessen zwischen all diesen 1.000 Teilnehmer_innen sowie der permanenten Aufrechterhaltung desselben. Funktioniert ja bei Menschenmengen dieser Größenordnung wie ein Kinderspiel, und selbstverständlich werden sich alle ohne eine einzige Ausnahme vollstens an die Regeln halten. Ist ja bei Demonstrationen schließlich immer so, gell.

    *augenroll*
  • Antworten » | Direktlink »
#6 stromboliProfil
  • 18.05.2020, 15:11hberlin
  • " Sebastian Walter erklärte etwa: "Der Protest gegen Patriarchat, Heterosexismus und Diskriminierung ist "systemrelevant"! Ich träume von einem Berliner #CSD 2020 nicht nur digital, sondern in kleinen (sicheren und coronatauglichen) Demogruppen quer über die Stadt laut, bunt, solidarisch und politischer denn je" (queer.de berichtete). (cw) "
    Endlich ein lichtblick in diesen öden tagen.
    Genau so stell ich mir das auch vor!
    Viele kleine umzüge in den eigenen wohnungsumgebungen... solidarität mit dem nachbarn zeigen und einfordern.
    Und corona zum trotz: Masken tragen heißt nicht, sich und seine anliegen dahinter verstecken.
    Masken sind ein notwendiges mittel, den aerosol-sprühnebel auf ein erträgliches minimum zu beschränken.
    Also halten wir uns dran.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KannManAndersSehenAnonym
  • 18.05.2020, 15:48h
  • Antwort auf #5 von RuferInDerWueste
  • Deine (auf eine bestimmte Art oktroyierenden) Ausführungen finde ich nun zum Augenrollen!
    Guckst Du dich mal um in deiner Nachbarschaft? Dann weißt du vielleicht, dass u.a. Spaziergänge stattfinden, Leute einkaufen und zur Arbeit gehen usw.? Risiko wohin man schaut. Egal ob DU es für richtig oder falsch hältst!

    Warum die angesprochenen Demo statt Ende Juni nicht eher nach Beurteilung der dann aktuellen Situation im September/Oktober stattfinden kann, weiß ich nun nicht? Der die Demo anmeldet, wird es wohl wissen.

    Von der im Artikel offiziellen "geplante Pride-Parade-Verlegung ins Internet" halte ich überhaupt Nichts. Es geht eben nicht alles virtuell .
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Eugen MilzAnonym
  • 18.05.2020, 16:07h
  • Das gehört in dieser Zeit verboten! Ist das so schwer mal ein Jahr zu verzichten???
  • Antworten » | Direktlink »
#9 RuferInDerWuesteEhemaliges Profil
  • 18.05.2020, 16:31h
  • Antwort auf #7 von KannManAndersSehen
  • "Guckst Du dich mal um in deiner Nachbarschaft? Dann weißt du vielleicht, dass u.a. Spaziergänge stattfinden, Leute einkaufen und zur Arbeit gehen usw.? Risiko wohin man schaut."

    Es ist mir eigentlich zu dumm, das zum x. Mal zu wiederholen. Nicht ohne Grund sind Großveranstaltungen bis Ende August verboten. Nicht ohne Grund hatten wir einen massiven Lockdown. Hätten wir den nicht gehabt, sähen die Infektionszahlen hier jetzt mindestens so aus wie in den USA.

    Zu Deiner obigen Frage:
    Nein, ich renne mit Scheuklappen durch die Welt. (Ach nein, das bist wohl Du.)
    Wer Spaziergänge Einzelner, Einkaufen gehen von Lebensmitteln und zur notwendigen und derzeit möglichen Arbeit gehen mit Massenveranstaltungen mit 1000 Menschen gleichsetzt, muss sich, glaube ich, eher die Frage gefallen lassen, ob er_sie denn überhaupt mitten im Leben steht - und wessen Scheuklappen hier die größten sind.

    Na, das Virus wird's freuen. Wie schon gesagt: wir nennen es einfach Demo statt Party, und schon ist das Virus abgeschreckt. Nicht.

    Aber Leute wie Du halten es wohl eher für komplett erfunden. Oder sie scheren sich nicht darum, wenn sie Andere infizieren. Deshalb lohnt es sich für mich nicht weiter, mit Leuten dieser Einstellung zu diskutieren. Dagegen helfen nämlich weder Ratio-Pharm noch ratio-nale Argumente. Also wozu sollte ich jetzt mehr Zeit dafür aufwenden, in eine ohnehin sinnlose Diskussion mit Dir einzutreten?

    Schönen Tag noch.
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#10 ursus
  • 18.05.2020, 16:57h
  • Antwort auf #7 von KannManAndersSehen
  • "Risiko wohin man schaut."

    Das ist mir zu pauschal, um als gutes Argument zu gelten.

    Das Problem ist doch, dass uns derzeit immer noch viele Daten fehlen, um die Risiken verschiedener Situationen wirklich einschätzen und abwägen zu können. Weder die Expert_innen noch du oder ich wissen, wie groß das Übertragungsrisiko durch Aerosole im Freien in großen Menschenmengen wirklich ist. Daher weiß auch niemand genau, wie es sich z. B. im Vergleich zu verschiedenen Arbeitssituationen oder Einkäufen verhält.

    Ich selbst meide derzeit immer noch jede Menschenansammlung, soweit ich das kann und hätte auch ein schlechtes Gefühl dabei, wenn mir nahestehende Menschen sich an diesem CSD beteiligen würden. Ich selbst würde die Verantwortung für eine solche Veranstaltung keinesfalls übernehmen. Für die Einhaltung der Teilnehmer_innenzahlen und der Hygienemaßnahmen zu garantieren, halte ich für sehr schwer.

    In ein paar Monaten wissen wir hoffentlich deutlich mehr über die Übertragungsrisiken. Mir wäre es wesentlich lieber gewesen, wenn die Veranstalter_innen zumindest das noch abgewartet hätten.
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