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Meldung des Innenministeriums

Auch Frankreich meldet mehr LGBTI-feindliche Übergriffe

Hasskriminalität ist auch in Frankreich ein Problem: Das Innenministerium registrierte im letzten Jahr fast 2.000 Vorfälle.


Die französische Regierung bedauert, dass sich Homo- und Transphobie in der Gesellschaft festgesetzt habe (Bild: fdecomite / flickr)

  • 18. Mai 2020, 14:34h, noch kein Kommentar

Straftaten, die aus Hass gegen sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten verübt werden, sind auch in Frankreich auf dem Vormarsch. Nach am Samstag veröffentlichten Zahlen des Innenministeriums hat sich die Zahl der Übergriffe im Jahr 2019 um 36 Prozent erhöht.

Demnach identifizierte die Polizei letztes Jahr ingesamt 1.870 aus Homo- oder Transphobie begangene Übergriffe. Im Jahr zuvor waren es noch 1.380 gewesen. "Diese Zahlen zeigen, dass sich Homo- und Transphobie in der Gesellschaft festgesetzt hat", so das Innenministerium. Die Ergebnisse korrespondierten mit einem generellen Anstieg von Hasskriminalität.

Drei Viertel der Opfer sind laut den Zahlen Männer – zwei Drittel von ihnen sind 35 Jahre oder jünger. Die meisten Straftaten waren Beleidigungen (33 Prozent) vor körperlicher oder sexueller Gewalt (28 Prozent). 36 Prozent der Meldungen stammten aus den großen Städten, die anderen vom Land.

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Neues Gesetz gegen Online-Hass beschlossen

Erst vergangene Woche hatte die Nationalversammlung in Paris ein neues Gesetz beschlossen, das hohe Strafen für Hasskomentare im Internet vorsieht (queer.de berichtete). Immer wieder hatte es in den letzten Jahren Demonstrationen gegen Homosexuelle gegeben – im Januar waren etwa Homo-Hasser auf die Straße gegangen, um dagegen zu demonstrieren, dass alleinstehende Frauen und Lesben Zugang zu künstlicher Befruchtung erhalten (queer.de berichtete).

In Deutschland gibt es aussagekräftige Zahlen zu LGBTI-feindlicher Kriminalität nur teilweise, da die Bundesländer aus Homo- oder Transphobie begangene Straftaten recht unterschiedlich handhaben – manche Länder wie Berlin melden penibel selbst kleinste Vorfälle, in anderen Ländern wird die homo- oder transphobe Motivation für Straftaten hingegen so gut wie nie registriert. Wie aus einer Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, meldete die Bundesregierung im vergangenen Jahr in den ersten drei Quartalen 245 Straftaten "politisch motivierter Gewalt" mit dem Unterthema sexuelle Orientierung – das sind 46 Prozent mehr als im selben Vorjahreszeitraum (queer.de berichtete). Vor wenigen Tagen meldete das Berliner Antigewaltprojekt Maneo ebenfalls einen Anstieg von LGBTI-feindlichen Vorfällen in der Bundeshauptstadt um genau 46 Prozent (queer.de berichtete).

In Frankreich wie in Deutschland gehen Aktivisten von einer hohen Dunkelziffer aus. Außerdem sage der Anstieg nicht wirklich etwas darüber aus, ob es mehr Vorfälle gebe oder ob Opfer eher LGBTI-feindliche Vorfälle anzeigten. (dk)