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Einzelkommentar zu:
Der verliebte Rob, der "nie eine öffentliche Toilette benutzte"


#3 Still_IthEhemaliges Profil
  • 19.05.2020, 20:59h
  • "dass Rob "nie eine öffentliche Toilette benutzte. Gar nie." (S. 182) Ebenso wenig wie Umkleidekabinen."

    Als Hint sicherlich nett gemeint, aber leider komplett unrealistisch.

    Eine reale Trans*-Person würde nach Möglichkeit versuchen, auf die Behindertentoilette auszuweichen, die sind meistens nicht gegendert. Sich in den Busch zu setzen, funktioniert auf öffentlichen Schulen nunmal nicht. Und überhaupt nicht pinkeln, glaubt's mir als jemand, der's von jeher versucht, inklusive ab 7 Uhr früh nichts mehr trinken bis zur Heimkehr am späten Nachmittag, ist ebenfalls einfach nicht machbar.
    Sich tendentiell zu Zeiten hinzuschleichen, zu denen so wenig los ist, dass eins möglichst nicht gesehen wird, oder sich ein Örtchen suchen, das eher abgelegen ist, ist schon wieder eine andere Sache.

    Was die Umkleidekabinen betrifft, beim Freizeit-/Hobby-Sport vielleicht gerade noch möglich, wenn eins bereits angezogen hingeht und im verschwitzten Zeug sofort nach Hause verschwindet. In der Schule wird man aber nunmal schlicht und ergreifend gezwungen. Insbesondere bei ner Schulform, in der es Uniformzwang gibt, lässt sich das gar nicht vermeiden.

    Sind einfach so Ecken, an denen sich Gedanken aufdrängen wie "könnt ihr Normalos nicht einfach mal Sensivitiy Reader beschäftigen (und bezahlen), die dieses Leben leben und dank realer Erfahrungen solche Feinheiten wissen". Weil man daran merkt, dass das offenkundig einfach nicht passiert ist.

    Abgesehen davon klingt's tatsächlich erstmal nett. Wenn man die verhalten angedeutete Erzählform mag. Ich bin ja eher für die Variante "out, proud, beaten, but alive", und hab eher wenig übrig für ein Outing als Höhepunkt, nach dem dann nichts mehr kommt - weil's an dem Punkt für mich eigentlich erst losgeht mit der Realität. Aber das wär dann wohl ein Buch geworden, das auch Cis-Eltern abgelehnt hätten, die sich für unterstützend halten. Kann man also vom Prinzip her mögen oder nicht.
    Und unrealistisch isses ja auch nicht. Gerade Leute, die früh die Chance auf Angleichung bekommen, aka bei denen wenig verräterische Vergangenheit entsteht, sind am Ende eher weniger Aktivist*innen, sondern eher stealth und unsichtbar.

    PS: Was die Titelübersetzung betrifft, würd ich mich der Kritik anschließen, und wahrscheinlich isses mein Fehler - meine Assoziation war eine zu Sexspielzeug, und selbst falls das bloß mir so geht, die Möglichkeit, Zweideutigkeit diesbezüglich hineinzulesen, ist eigentlich schon wieder so ein Stück Sexualisierung, das nicht sein müsste.
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