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Twitter-Hass

J.K. Rowling "gefällt" schon wieder Transphobie

Die Harry-Potter-Autorin betätigt den "Gefällt mir"-Button derzeit auffallend oft, wenn Trans-Hasser am Werke sind.


J.K. Rowling in einem Interview im amerikanischen Frühstücksfernsehen (Bild: Screenshot NBC)

Im Universum von "Harry Potter" kämpfen Jugendliche gegen die engstirnige und vorurteilsbeladene Welt des bösen Lord Voldemort, einer Art Mischung aus Stalin und Hitler. In der Realität hat Autorin J.K. Rowling aber scheinbar so manche Vorurteile, die sie auch öffentlich kundtut: Zum dritten Mal wird die 54-jährige Engländerin dafür kritisiert, dass sie einen offensichtlich transphoben Tweet mit einem "Gefällt mir" versehen hat.

In dem Tweet vom Freitag macht sich der schwule Aktivist Fred Sargeant über eine genderqueere Pychotherapeutin lustig ("ein erwachsener Mann, der behauptet, eine Lesbe zu sein").



Sargeant freute sich öffentlich auf Twitter darüber, dass er von der Multimillionärin ein "Like" erhalten hat. Nachdem er tausende ihrer Tweets ebenfalls mit einem "Like" versehen hatte, "scheint das nur fair zu sein", so Sargeant.



Das Twitter-Verhalten Rowlings führte zu einiger Kritik in sozialen Medien. Insbesondere wurde kritisiert, dass sie in ihren Büchern Toleranz als Wert hochhält, aber gleichzeitig die Existenz von trans Menschen leugne.

Maus-Ausrutscher einer Frau mittleren Alters?

Rowling hatte bereits mehrfach mit transphoben "Likes" Empörung ausgelöst. 2018 tat ein Sprecher der Autorin dies noch als Irrtum und Ausrutscher einer Frau mittleren Alters ab. Kurz vor Weihnachten 2019 löste sie dann einen Shitstorm aus, als sie eine transphobe Wirtschaftswissenschaftlerin verteidigte (queer.de berichtete). Rowling selbst hat sich bislang zu den Transphobie-Vorwürfen nie geäußert. Auch nach dem neuerlichen "Like" schweigt die 54-Jährige gegenüber ihren 14,6 Millionen Twitter-Fans beharrlich.

Twitter / jbe2019 | Einer der Rowling-Kritiker wurde von der Autorin geblockt

Fred Sargeant ist seit Jahrzehnten in den USA als Homo-Aktivist in Erscheinung getreten, fiel aber zuletzt immer mehr durch seine Transphobie auf. Er steht heute der 2019 gegründeten LGB Alliance nahe, die sich zwar für die Rechte von Homo- und Bisexuellen engagiert, gleichzeitig aber Transsexuellenrechte als "Gender-Extremismus" diffamiert (queer.de berichtete). (dk)



#1 Homonklin_NZAnonym
  • 19.05.2020, 11:15h
  • ""Maus-Ausrutscher einer mittelalterlichen Frau""

    Da steht zwar was von einer Frau im mittleren Alter, aber nichts von mittelalterlich. Ihr müsst man den Übersetzer justieren.

    Kann nicht wissen, inwieweit die Rowling da zu etwas stehen mag oder nicht. Wenn sie nur hin und wieder irgendwas mit einem Like versieht und sich nicht dazu äußert, ist es etwas schwierig zu deuten.
    Allerdings scheint in the UK so eine Art Vermischung aus Themen des kinderpsychologischen Bereichs mit Trans*-Themen recht verbreitet, wo es um diverse Ansichtsweisen über junge Trans* geht, bei den Trans* nur so eine Phase sei, und die sich später oft als Schwule oder Lesben identifizieren sollen.

    Kann gut sein, dass sich das bei den Leuten, die niemand Trans# kennen und das Spektrum Trans* aus einer kruden Draufsicht beurteilen, alles mit einander vermischt hat.
    Es würde mich nicht wundern, wenn dann Leute damit los gehen, und den teils pseudowissenschaftlichen, teils mythenbildenden Kuddelmuddel nicht auseinanderhalten.

    Bei Frau Rowling hätte man aufgrund der Potter-Geschicchten besseres Feingefühl erwartet, aber die Potter-Geschichten sind Fantasy. Wer weiß, wie eine Autorin persönlich über etwas denken mag?

    L. Ron Hubbard etwa schrieb Sci-Fi und Fantasy. Später ist der mal total abgedreht.
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  • Anm. d. Red.: Danke für den Hinweis, wir haben die Zwischenüberschrift geändert.
#2 GirlygirlProfil
  • 19.05.2020, 12:05hKS
  • Joanne K. Rowlings Entwicklung (vielleicht war sie schon immer so, das weiß ich nicht) gefällt mir gar nicht. Vor allem unter jungen LGBTQs ist Harry Potter sehr beliebt, und auch ich habe die Bücher früher geliebt. Allerdings sollte man nicht allzu überrascht über Rowlings Ansichten sein. In den 7 Harry Potter Büchern wird LGBTQ mit keinem einzigen Wort erwähnt. Dafür möchte ich Joanne K. Rowling nicht kritisieren, denn sie ist ja auch geprägt von dem gesellschaftlichen Klima zu dieser Zeit. Aber das zeigt deutlich, wie die Welt auch Anfang des 21. Jahrhunderts noch tickte: Obwohl ich "erst" 19 bin, habe ich bis weit ins Teenageralter so gut wie keine LGBTQ Repräsentation gesehen, schon gar nicht in Jugendbüchern. Joanne K. Rowling war also nie wirklich eine Frau, die sich für LGBTQ großartig interessiert hat. Das muss man ja auch nicht. Aber ihre Sympathie für Trans Hasser ist eine andere Hausnummer. Vor allem ist es aber traurig, dass selbst Mitglieder der LGBTQ Community auf ihren Zug aufspringen. Den diskriminierend Tweet, den sie geliked hat, stammte ja scheinbar von einem schwulen Mann. Warum greift man Menschen für ihre Lebensweise oder Identität an? Ist doch egal was andere Menschen mit ihrem Leben anstellen! Man sollte Trans Personen ihr Leben leben lassen und bestmöglichst unterstützen, schließlich haben sie es immer noch schwer genug in unserer Gesellschaft!
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#3 MinelleAnonym
  • 19.05.2020, 12:10h
  • Dass Autor*innen im realen Leben nicht unbedingt hinter dem stehen, was sie in ihren Bücher propagieren ist leider nichts Neues. ich kenne mindestens zwei Fälle, in denen solche Autor*innen in ihren Geschichten über Toleranz schreiben, aber im realen Leben teils sogar ganz offen queerphob und rassistisch agieren.
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#4 IckeAnonym
  • 19.05.2020, 13:08h
  • Kann man Harry Potter mit seiner Toleranz mögen, auch wenn die Schriftstellerin vielleicht doof ist? Ich finde schon, es so wie mit Michael Jackson, die erschaffene Kunst ist größer als der Künstler, dem man seine Verfehlungen vorwergen kann, dadurch wird aber seine Kunst nicht schlechter.
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#5 Deep RAnonym
#6 YannickAnonym
  • 19.05.2020, 14:38h
  • Nicht nur die Transphobie von J.K. Rowling ist skandalös, sondern auch wie sie auf Kritik daran reagiert. Schön mundtot machen...

    Das passiert, wenn solche Menschen zu Geld kommen...
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#7 Still_IthProfil
  • 19.05.2020, 14:40hGießen
  • Ich würd das mal den "Dieter Nuhr"-Effekt nennen... wer sich seine Bubble einmal gesucht hat (in Nuhrs Fall rechtskonservative bis rechtsextreme Öko- und Diversitäts-Hasser*innen), wird sich wohl im Laufe der Zeit an dasjenige Publikum anpassen, von dem's Lob gibt statt Kritik. Wenn Grenzen des Anstands dazu fallen müssen, um die letzten Ecken und Kanten abzuschleifen, passiert das dann eben früher oder später. Vor allem, wenn es sich nichtmal positiv auf das Klingeln in der Kasse auswirkt.

    Wobei ich ja sagen muss, ihre Queerbaiting-Filme hab ich bereits boykottiert.

    Trauriger Mangel an Charakter, soviel kann man ihr da attestieren. In ihrem Fall halt schade, weil sie's ursprügnlich mal geschafft hatte, Bücher zu schreiben, deren Fokus zu einem großen Teil auf der Reflektion und Kritik an solchen Mechanismen hinauslief.
    Aber so ist das halt mit Fantasie, besonders von Nicht-Marginalisierten, im Gegensatz zur Realität. In der Theorie ist Widerstandskämpfer*in zu sein eine tolle Sache. In der Realität ist das Mitlaufen mit Masse und Mächtige(re)n am Ende aber doch leichter.
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#8 Carsten ACAnonym
  • 19.05.2020, 14:55h
  • Ich sage mal so:
    ihre Romane nach den Harry-Potter-Büchern waren allesamt Flops.

    Und das kratzt natürlich bei solchen erfolgsverwöhnten, selbstverliebten Menschen am Ego. Und dann sucht man halt anders seine Aufmerksamkeit.

    Wieso kann die nicht einfach ihre zig Millionen genießen, sondern muss ihre Probleme mit anderen Menschen so nach außen tragen?
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#9 Still_IthProfil
  • 19.05.2020, 15:01hGießen
  • Falls sich btw an der Stelle wieder wer wundern sollte (nur, weil sowas kürzlich mal kam), wie ich das mit dem gewohnheitsmäßig etwas komplexen Satzbau mache, während gleichzeitig der Zustand der Rechtschreibung insgesamt (und akut zutreffenderweise) nach einem Mangel an Wachheit oder Kaffee aussieht: Weil Menschen mich schon als Kind seltsam fanden und nicht leiden konnten, und ich insofern zu einem wesentlichen Teil schriftlich, aka von Büchern, sozialisiert wurde.

    Unter anderem von denen, die diese Frau geschrieben hat, weswegen ich ihr die Queerbaiting-Klamotte wirklich übelgenommen habe.
    Danach war die Akzeptanz ihrer transfeindlichen Auswüchse dann aber auch nicht mehr die große Kunst.

    Das mit der Sprache und den Kommunikationsgewohnheiten ist ironischerweise nun ein sich selbst verstärkender Mechanismus, weil das Verwenden von z.B. altmodischer Sprache oder Fremdwörtern, wie sie in Schriftsprache vergleichsweise selbstverständlich vorkommen, nun nicht gerade dazu beiträgt, die Kommunikation mit anderen Jugendlichen oder Kindern zu verbessern. Oder überhaupt mit Menschen, es sei denn, das sind selbst (ehemalige) Leseratten.
    Ich schreib also wirklich und tatsächlich nicht bewusst abschreckend. Es ist bloß ein wahnsinniger Aufwand für mich, jedes Mal meine gesamte Sprache rückwirkend so zu überarbeiten, dass alles rausfliegt, was von der Mehrheit als unnormal eingestuft werden könnte.

    Das ist eben so die Sache. Bücher sind okay mit dir, egal wie du bist. Bei Menschen sieht es meistens anders aus.
    Leider einschließlich der Menschen, die die Bücher schreiben.
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#10 Alexander_FAnonym