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Landgericht

Brutaler Übergriff auf trans Studentin: Prozess beginnt in Leipzig

In Leipzig wird einem 40-Jährigen der Prozess gemacht, weil er eine trans Frau nach der Frage nach ihrer Geschlechtsidentität brutal geschlagen hatte. Wegen seines psychischen Zustandes tagt das Gericht ohne Beobachter*innen.


Mitte Juni will das Gericht sein Urteil sprechen (Bild: Hans Splinter / flickr)

  • 19. Mai 2020, 12:04h, noch kein Kommentar

Seit Montag muss sich laut der "Leipziger Volkszeitung" der 40-jährige Marcus S. vor dem Landgericht Leipzig für mehrere Übergriffe verantworten, darunter auch eine offenbar transphobe Tat.

Weil dem Angeklagten eine paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie diagnostiziert worden war und seine Krankheitsgeschichte eine Rolle im Verfahren spielt, wurde die Öffentlichkeit aus dem Prozess ausgeschlossen. Der Schutz seiner Persönlichkeitsrechte sei höher zu bewerten als das öffentliche Interesse, erklärte Richter Berthold Pfuhl.

Insbesondere ein Übergriff Ende Juni 2018 hatte Leipzig erschüttert: Der mutmaßliche Täter fragte eine damals 22-jährige trans Studentin nach ihrem Geschlecht und forderte sie dann auf, ihren Intimbereich zu entblößen. Als sie sich weigerte, reagierte er unvermittelt mit einem gezielten Schlag in das Gesicht der jungen Frau, die dadurch einen Nasenbeinbruch erlitt und in die Notaufnahme der Uniklinik eingeliefert werden musste. Im Krankenhaus sei auch der Angreifer aufgetaucht und habe sein Opfer angelächelt. Eine Freundin des Opfers habe dann ein Bild des Mannes schießen können (queer.de berichtete).

Der Übergriff führte auch zu entsetzten Reaktionen aus der Politik: Sachsens damalige Landeswissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sprach etwa von einer "abscheulichen Tat".

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Fotofahndung führte zum Erfolg

Ein halbes Jahr nach dem Vorfall veröffentlichte die Leipziger Polizei schließlich das von der Freundin aufgenommene Foto, das einen davonlaufenden Mann mit rotem Pullover und weißer Baseballkappe zeigte (queer.de berichtete). Der Mann, der bereits mehrfach wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden hatte, stellte sich daraufhin den Behörden, wurde aber zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt. Nachdem mehrere weitere Übergriffe mit ihm in Verbindung gebracht wurden, wurde er schließlich weitere zehn Monate später, im Oktober 2019, in eine Nervenklinik eingewiesen.

S. wird vorgeworfen, teils auf offener Straße, teils in öffentlichen Verkehrsmitteln Personen ohne Provokation attackiert zu haben. So soll er im Oktober 2018 einer spazieren gehenden Frau in der Innenstadt das Handy entrissen und sie mit einem Schlag ins Gesicht zu Fall gebracht haben. Ein Jahr später soll er einer Frau ebenfalls auf offener Straße mit dem Fuß in den Bauch getreten haben. Insgesamt sollen elf Personen Opfer des Mannes geworden seien.

Das Urteil wird für den 17. Juni erwartet. (cw)



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