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Gauweiler 2.0?

Die Linke.queer empört über Vorstoß zum Verbot von Sexarbeit

Abgeordnete von Union und SPD, darunter Ex-Gesundheitsminister Hermann Gröhe und der sozialdemokratische Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, werfen Callgirls und Callboys vor, "epidemiologische Super-Spreader" zu sein.


Sexarbeiter als Virenschleudern: Soll Prostitution erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich verboten werden? (Bild: COC Nederland)

Eine Gruppe von 16 Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und SPD will angesichts der Corona-Krise Prostitution kriminalisieren. Die Forderung nach einem Sexkaufverbot stellten sie in einem Brief an die deutschen Ministerpräsident*innen auf. Die LGBTI-Organisation der Linkspartei (Die Linke.queer) warf am Dienstag den Autor*innen um die Gewerkschafterin Leni Breymaier, den Epidemiologen Karl Lauterbach (beide SPD) und den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) unter anderem Doppelmoral vor.

"Es dürfte auf der Hand liegen, dass Prostitution die Wirkung eines epidemiologischen Super-Spreaders hätte – sexuelle Handlungen sind in der Regel nicht mit Social Distancing vereinbar", heißt es laut dpa in dem Papier der Unions- und SPD-Abgeordneten. Zudem würden bei der Nachverfolgung von Infektionsketten Kontakte mit Sexarbeiterinnnen und Sexarbeitern meist verschwiegen.

Vorstoß erinnert Die Linke.queer an Aids-Politik von Peter Gauweiler

Der Superspreader-Vorwurf gegen Hostessen und Callboys erinnere "an die repressiven Vorstöße von Gauweiler und Kumpanen in der Aids-Krise der 1980er Jahre", so die Bundessprecher*innen von Die Linke.queer, Daniel Bache, Katharina Jahn und Frank Laubenburg. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler hatte vor gut 30 Jahren als bayerischer Innenstaatssekretär unter anderem Schwule auf HIV zwangstesten und Aids-Kranke auch gegen ihren Willen internieren wollen.


Ist das der neue Peter Gauweiler? Der Sozialdemokrat Karl Lauterbach ist als Gesundheitsexperte derzeit in Talkshows omnipräsent und schlägt sehr repressive Maßnahmen gegen Corona vor (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Die Linke.queer forderte, nicht erneut repressiv auf die neue Bedrohung zu reagieren, sondern den Sexarbeitenden zu helfen, von denen derzeit viele um ihre Existenz kämpfen: "Die durch die Corona-Krise ausgelöste wirtschaftliche Not von Sexarbeiter*innen für Verbotsforderungen zu missbrauchen statt Hilfeprogramme aufzulegen, zeigt auch die moralische Verkommenheit der Abgeordneten um Leni Breymeier deutlich auf."

Für die queeren Linken sei es ein Widerspruch, dass die Koalitionäre während der Corona-Krise "kein Problem" damit hätten, Erntehelfer*innen zu "Ausbeuterlöhnen" nach Deutschland zu holen, aber gleichzeitig Sexarbeiter*innen "zu diffamieren und zu kriminalisieren". Wichtig sei jetzt "die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für Beschäftigte in allen Branchen ebenso notwendig wie konkrete Hilfe für Sexarbeitende".

"Endlich differenzierte Regelungen" gefordert

Ferner erklärten Bache, Jahn und Laubenburg: "Die Angebote von Sexarbeiter*innen sind zudem vielfältig und umfassen auch solche, die 'Social Distancing' und die Einhaltung aller Regeln zum Infektionsschutz ermöglichen." Statt des wegen Corona noch immer anhaltenden Totalverbots von Prostitution müssten auch in der Sexarbeit "endlich differenzierten Regelungen" eingeführt werden. Den Kampf gegen Sexarbeitende bezeichneten die Linkspolitiker*innen als "reaktionär".

DIE LINKE.queer: Bundestagsabgeordnete hetzen gegen Sexarbeit: Solidarität statt Diffamierung notwendig Zur Forderung…

Gepostet von BAG DIE LINKE.queer am Dienstag, 19. Mai 2020
Facebook / BAG DIE LINKE.queer

Für Bache, Jahn und Laubenburg ist es auch keine Entwarnung, dass laut den Unions- und SPD-Abgeordneten nur Freier*innen und keine Sexarbeiter*innen bestrafen werden sollten. Diese Praxis habe sich "in der Realität bereits als große Lüge" herausgestellt, wie Beispiele in Schweden zeigten. So würden ausländische Sexarbeitende dort einfach abgeschoben. (pm/dk)



#1 Carsten ACAnonym
  • 19.05.2020, 14:59h
  • Es ist erwiesen, dass es ohne Prostitution viel mehr sexuelle Gewalt gäbe.

    Natürlich muss etwas gegen Zwangs-Prostitution getan werden, aber diesbezüglich tut die Regierung gar nichts.

    Stattdessen kommen die jetzt mit solchen Ideen, die legale Prostitution als Gefahr für die Gesundheit verkaufen soll.
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#2 YannickAnonym
  • 19.05.2020, 15:13h
  • Also, die SPD ist echt nur noch Anhängsel der Union.

    Dass dieser Lockdown nötig war, war nicht Schuld von Prostituierten, sondern lag an der seit Jahren von Union und SPD vermasselten Gesundheitspolitik:

    - es gab und gibt zu wenig Intensivbetten und Beatmungsplätze

    - es gab wochenlang zu wenig Schutzmasken und das Problem ist erst nach fast 3 Monaten behoben

    - dadurch, dass Laborkapazitäten immer weiter wegrationalisiert wurden und mittlerweile nicht mal mehr jedes Krankenhaus ein eigenes Labor hat, sondern die Proben mit Kurier zu anderen Krankenhäusern schicken muss, fehlen jetzt schlichtweg Testkapazitäten.

    Und wenn man sich z.B. mal die neuen Ausbrüche in Schlachthöfen ansieht, wo Unions- und SPD-geführte Ministerpräsidenten über 2 Wochen brauchen, um zu reagieren (und das obwohl schon vor Wochen genau davor gewarnt wurde), dann wird klar, dass Union und SPD einfach nur von ihren Fehlern ablenken wollen, indem sie die Schuld bei anderen suchen.

    Und da nimmt man dann die Menschen, die eh schon ganz weit unten im Ansehen stehen, weil man die am leichtesten zu Buhmännern machen kann.

    Ganz schlechter Stil und sehr durchschaubar. Aber von Union und SPD ist wohl nichts anderes mehr zu erwarten...
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#3 FliegenAnonym
  • 19.05.2020, 15:14h
  • Oh NEIN bitte nicht wieder zurückfallen wie damals zu Gauweilers Zeiten ! Ich habe sie leider miterlebt !!! Wir schreiben doch das Jahr 2020 denkt und lenkt mal fortschrittlicher ihr Politiker-innen !!! DANKE :-)
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#4 Still_Ith
  • 19.05.2020, 15:21h
  • Zwei Punkte.

    1. Lauterbach:
    Könnt ihr bitte mal ganz konkret Originalzitate zu Karl Lauterbach bringen, die sein Bestreben mit dem Verbot deutlich machen?
    Also, Sätze, die ganz konkret von ihm stammen, mit politischen Forderungen statt bloß der Situationsbeschreibung. Wäre angemessen, wenn ihr ihn schon dermaßen ins Zentrum rückt.

    Lauterbach mag momentan große Präsenz zeigen und zum Thema viele Einschätzungen abgeben, aber, das muss man so sagen, er ist nunmal von den genannten der Einzige, der einen wissenschaftlichen Hintergrund und eine Ausbildung haben, die Stellungnahmen auf Wissensbasis überhaupt ermöglichen.

    Dass er deswegen, weil er eben die Sache nicht so sehr unterschätzt und sich, ähnlich eine Herr Drosten, nach seinem Fachwissen richtet statt nach den Lobbyisten, denen in CDU und CSU großenteils folgen, betrifft, die gesamte Maßnahmenpolitik zur Corona-Krise.
    Ich würde mich dabei nicht wundern, wenn er Sexarbeit dabei als Risiko einschätzt, das sie ganz klar ist. Entsprechend äußert er sich allerdings auch zu anderen Themen, wie Gastronomie und sonstigen öffentlichen Events, und seine Wortwahl erlebe ich für gewöhnlich als, ich sage mal, gewählt.

    Das soll hier übrigens kein Wissenschaftler-Gekungel sein. Die Sache ist aber die, als Stimme mit dem nötigen Hintergrundwissen fällt Lauterbach Menschen, die ebenfalls eine gewisse Ahnung haben, als jemand auf, der sich gerade insbesondere wegen dieses Fachwissens bei Lobbyisten unbeliebt macht. Und macht sich damit gerade zur beliebten Hass- und Projektionsfigur für alle möglichen Leute, die sich wie die kleinen Kinder von Hygienemaßnahmen gegängelt fühlen, statt mal zu reflektieren, dass an dieser Krankheit Menschen sterben.
    Wenn er sich also verächtlich geäußert haben sollte, macht das bitte kenntlich. Aber wenn ihr schon mit derartigen Vergleichen anfangt wie mit dieser Bildunterschrift, dann belegt das bitte auch konkret mit Zitaten seiner Person, und nicht irgendwelcher Gruppenstatements, auf denen sein Name als einer von vielen mit draufsteht.

    Btw wirken seine Forderungen auch viel weniger radikal, wenn man vorher mal ein paar Berichte von praktizierenden Intensivmediziner*innen gelesen hat. Besonders aus Staaten, die weniger glimpflich davongekommen sind als wir bisher.

    Punkt 2 wird nen Kommentar zu Sexarbeit, aber jetzt brauch ich grad erstmal n Kaffee.
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#5 FilipProfil
  • 19.05.2020, 15:50hHamburg
  • Danke für den Artikel und die gelieferten Informationen!

    Und Danke an Linke.queer über die klaren Worte!

    Auch seine Aussagen wie "Superspreader" passen in das Bild von "Kassandra" Karl Lauterbach, welches er bereits in seinen panikmachenden Kommentaren bei Talkshows gemacht hat. Der Mann sieht mit seinem Tunnelblick den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
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#6 MarianneAnonym
  • 19.05.2020, 15:55h
  • Wir sehen doch schon jetzt, was Verbote bewirken: Frauen arbeiten in Abrisshäusern, auf der Straße, teils ohne Kondom, weil diese teuer sind, wenn Frau so gut wie nichts hat.

    In den Wohnungen wird zu 99% sauberer gearbeitet als beim privaten Verkehr, der nach einer Verabredung auf Tinder stattfindet.

    Wehret den Anfängen, vor 2002 war Illegalität und Gewalt an deer Tagesordnung!
    Schon das neue Gesetz von 2017 brachte für die Frauen nur Verschlimmerungen.
    Zwangsprostitution vor allem ausländischer Frauen und Mädchen mit Loverboy wurde durch das Gesetz NICHT beeinflusst.

    Wer freiwillig, informiert, angemeldet und in der eigenen oder gemieteten Wohnung arbeitet, sollte endlich wieder loslegen dürfen, damit der Dreck und Zwang auf der Straße aufhört!
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#7 Still_Ith
  • 19.05.2020, 16:15h
  • 2. Zu Prostitution vs. anderen Risikoberufen und -Themen:

    Würd ich insofern dem Vorwurf der Doppelmoral zustimmen, dass es höchst seltsam ist, wenn diejeinigen, die über die Wiederöffnung von Tourismus, Gastronomie und z.B. Friseurbetrieben hinwegsehen, soweit sie die nicht unterstützen, meinen, ausgerechnet auf eine vergleichsweise marginalisierte Gruppe hacken zu müssen.

    Und die kapitalismus-orientierte, möglichst zügige Wiederöffnung auch von Geschäften mit großer Ladenfläche, hätte ich da als Gegenargument von einer Linken viel eher erwartet und mir gewünscht als das Einfliegen von Erntehelfer*innen, das zumindest epidemiologisch betrachtet tatsächlich ein nachrangiges Problem sein dürfte - gesetzt den Fall isolierter Unterbringung. Inder Praxis ist der Preis menschlich oft nicht gerade okay: Unterbringung und Verpflegung sind offenkundig häufig miserabel (siehe Streiks zu Ritter Spargel).
    Also, ein Problem ist das Einfliegen, wie momentan überhaupt an allen möglichen Ecken und Enden unserer Gesellschaft Probleme sichtbar werden. Infektionsketten in Fleischverarbeitungsbetrieben aufgrund mangelnder Hygienebestimmungen hätte ich da als Vergleichsargument aber stimmiger gefunden, im Hinblick auf die Corona-Krise. Weil das die Orte sind, wo momentan nachweisbares Infektionsgeschehen stattfindet.

    Dazu kommt dann noch, dass der Artikel irgendwie danach aussieht, als würde über krisenbedingte Sexkauf-Verbote zum Infektionsschutz jetzt ganz plötzlich neu oder erstmals diskutiert. Soweit ich informiert bin, wurden Bordelle mit als erstes geschlossen, und zwar gerade weil enger Körperkontakt bei einer via Aerosol und Tröpfchen übertragbaren Krankheit ein Übertragungsrisiko darstellt.
    Dass Sexarbeit oder Sex überhaupt also mit einem Risiko der Ansteckung verbunden ist, und besonders problematisch, wenn Faktoren wie hohe Anzahl an Kontakten dazukommen, die obendrein anonym bleiben (also nicht nachvollziehbar), ist jetzt keinesfalls eine Überraschung. Und soweit ich das zumindest von einer sexarbeitenden Person in meiner TL gesehen habe, wird das Thema auch durchaus ernstgenommen, und nach Möglichkeit auf Alternativen wie Videos o.ä. zurückgegriffen.

    Was die Forderungen nach Isolation von "Risikopersonen" angeht, die leiden und weggesperrt werden sollten, damit die kostbare Wirtschaft nicht kaputtgeht, sowas kommt nationenübergreifend weniger aus dem SPD-Lager, sondern ist eher so FDP-Kanon. Und, wo wir bei CSU schon sind, ich meine, gelesen zu haben, Seehofer wär auch diesmal wieder dafür gewesen. Vllt ist ihm dann aber aufgefallen, dass er in dem Fall dazugehören könnte, und vielleicht hört man deswegen gerade eher wenig von ihm.

    Mein erster Gedanke zu der "Superspreader"-Idee betrifft übrigens viel eher einen Bereich, der bereits wieder eröffnet wurde, unter Auflagen, und zwar die Gastronomie. In Innenräumen besonders problematisch, aber an der frischen Luft jetzt auch nicht ideal, wenn dafür die Fußgängerzone zugestellt wird, so dass wenig bis gar kein Platz fürs Abstandhalten bleibt. Vom anlaufenden Tourismus, der zu Bewegungen von Menschenmassen beiträgt, ganz zu schweigen.
    Dafür sein, als CDU/CSU oder auch als SPD, lässt tief blicken.
    Aber das ist so ein Punkt, den Lauterbach eben auch nicht mitträgt, und wenn man ihn hier schon so ins Zentrum der Kritik rückt, dann möge ihn betreffend bitte auch das berücksichtigt werden. CSUlern trau ich es ja zu, Sexkauf-Verbot und Tourismus-Befürwortung gleichzeit zu fordern. Und DAS ist verlogen.

    Was Superspreading angeht, mal zurück zur Linken und ihrer Kritik an anderen Parteien, wären da natürlich noch die "Hygiene"-Demos, in denen sich Impfgegner, Linke und Rechte solidarisieren und teils bewusst tanzen und umarmen (ok, Linke umarmen dann wohl eher andere Linke und Rechte andere Rechte, nicht übergreifend), um uns allen zu erklären, dass es ihre Grundrechte einschränkt, wenn sie einen Mundschutz tragen sollen. Aber das wär halt zu ärgerlich, das zu kritisieren, als Linke, weil, damit könnte man ja einige der eigenen Fans und Parteimitglieder verprellen, und das will man dann auch nicht.

    Was Lockerungen betrifft, würd ich das ja so sehen:
    Wenn schon für alle möglichen Bereiche Ausnahmen gemacht werden, wie z.B. Haarschnitt und Gastro, seh ich für meinen Teil es wirklich nicht ein, wieso Sexarbeit das Riesenproblem sein soll.
    Gibt sicher auch da Ideen für Auflagen, sowas wie nur Blasen oder Fisten, Küssen so richtig verboten (und nicht nur theoretisch). Können Sexarbeitende ja mal ausarbeiten, so als Leitfaden. SM-Fachleuten werden bestimmt nen paar Dinge möglichst ohne Speichelaustausch und mit Gesichtsabstand einfallen. Über die professionellen Empfehlungen freuen sich dann sicher auch Leute, die ihre One-Night-Stands vermissen.

    Ansonsten, hier wie auch in anderen Bereichen, einschließlich Spargelernte und Fleischverarbeitung, einfach mal: Bedingungsloses Grundeinkommen. Zumindest bei den Sexarbeitenden, die diesen Beruf ausüben, weil das die einzige, niedrigschwellige Tätigkeit ist, mit der sie einigermaßen über die Runden kommen, wäre das Ergebnis möglicherweise tatsächlich, dass es weniger davon gäbe. Der Traumjob isses in einigen Fällen ja nun auch gerade nicht.
    Kriminalisierung hat noch nie geholfen.
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#8 GerritAnonym
  • 19.05.2020, 16:16h
  • Halten Union und SPD jetzt die Bürger wirklich für komplett verblödet?

    Es sind doch Union und SPD, die auf Druck aus der Wirtschaft, ökonomische Interessen über Menschenleben stellen.

    Aktuelles Beispiel:
    Der Weltärztebund warnt eindringlich vor den aktuellen Lockerungen und betont, dass das ausschließlich aus ökonomischen Interessen geschieht.

    Quelle:

    www.spiegel.de/panorama/coronavirus-weltaerztepraesident-fra
    nk-ulrich-montgomery-warnt-vor-lockerungen-fuer-reisen-in-eu
    ropa-a-c44c7175-d347-44cf-b786-38fa1f392fd7


    Und eben diese Regierung scheint wohl genau zu wissen, was dann passieren wird: nämlich die sog. Durchseuchungs-Taktik, die zwar funktioniert (und die andere Staaten auch schon probieren wollten, dann aber zurückgerudert sind), die aber Millionen Menschenleben kosten wird.

    Und dann suchen Union und SPD wohl vorsorglich schon mal angebliche Schuldige, die sie dann dem Volk präsentieren können.

    Welche Gruppe die sich wohl als nächstes als Sündenböcke aussuchen? Die Schwulen, die ja ach so promisk sind, dass sie das verbreiten?
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#9 Frank LaubenbugAnonym
  • 19.05.2020, 16:30h
  • Antwort auf #4 von Still_Ith
  • Lauterbach hat sich bereits im letzten Jahr deutlich für ein Prostitutionsverbot (oder wie die es immer nennen "Sexkaufverbot") ausgesprochen. Die Position hat er also nicht aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage, diese nutzt er gerade vielmehr, um seine Forderung zu wiederholen. Den Brief, um den es hier gerade geht, haben 16 Abgeordnete gemeinsam unterschrieben, eben auch Lauterbach. Da gibt es also folglich kein "Einzelzitat", das nur ihm zuzuordnen wäre.
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#10 Still_Ith
  • 19.05.2020, 16:43h
  • Antwort auf #9 von Frank Laubenbug
  • Naja, er äußerst sich ja viel, wie im Artikel auch schon erwähnt wird, in Talkshows, via Twitter etc.

    Wenn man schon ihn mit einem Peter Gauweiler vergleicht oder gleichsetzt, hier wirkungsvoll mit Foto, statt darauf z.B. auf einen damals mitbeteiligten Seehofer zu verweisen, der auch damals schond dabeigeweesn ist, sollte sich das auch auf individuelle Zitate stützen.

    Sicher, mit unterzeichnen ist nicht schön, seine Haltung in dem Punkt unterstütze ich nicht. Aber ein Großteil der Kritik an seiner "Radikalität", die ihm momentan von allen möglichen Seiten unterstellt wird, bezieht sich aktuell einfach darauf, dass er aus seinem wissenschaftlichen Grundwissen heraus wissenschaftlich argumentiert.
    Was das angeht, würd ich mir da zumindest eine ordentliche Differenzierung wünschen, auf politischer Ebene. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass es politisch besser funktioniert, die Dinge zu verwischen.

    Sich auf Lauterbach als Ziel einzuschießen, halte ich im Hinblick auf Konzernkritik aktuell schlichtweg für einen Schuss ins eigene Knie, und aus antikapitalistischer Sicht für nicht sinnvoll.
    Wenn er also Internierungswünsche tätigt, möge man ihn dafür kritisieren. Aber sich nicht aus 16 Unterzeichnenden gerade ihn zur Dämonisierung ala Gauweiler herauspicken, bloß weil er sich gerade mit seiner Kritik an übertriebenen Lockerungen unbeliebt macht.

    Wenn schon individuell angreifen, dann bitte auch individuell begründbar.
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