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Heimkino

"Stumptown": Cobie Smulders als bisexuelle Antiheldin

In der neuen US-Krimiserie zeigt der "How I Met Your Mother"-Star sein Können als Ex-Soldatin, die sich als unkonventionelle Privatdetektivin über die Runden schlägt. Heute ist Deutschlandpremiere auf Sky One.


Privatdetektivin Dex Parios (Cobie Smulders) steht mit der Polizei auf Kriegsfuß (Bild: abc)
  • Von Patrick Heidmann
    19. Mai 2020, 16:16h, noch kein Kommentar

Ganz gleich, ob man nun der Meinung ist, wir seien noch mitten drin im goldenen Serienzeitalter, oder doch eher das Gefühl hat, dessen Dämmerung habe längst eingesetzt, ist eines klar: Den Ton der vergangenen Jahre haben – wenn von amerikanischen Serien die Rede ist – eigentlich ausschließlich Produktionen von Kabel- und Bezahl-Sendern sowie Streamingdiensten angegeben. Das sogenannte Network-TV, also das Programm der fünf großen, in den USA frei in jedem Haushalt empfangbaren Sender, stellt zwar immer noch die meisten der quotenmäßig erfolgreichsten Serien, von "NCIS" über "Young Sheldon" bis "This Is Us". Doch Online-Hype, Kritiker-Hymnen oder Emmys lassen sich damit schon lange kaum noch gewinnen.

Dass es allerdings durchaus auch dort noch kurzweilige, gut gemachte Serien gibt, beweist aktuell zum Beispiel "Stumptown" (bei uns ironischerweise auf Sky 1 im Pay-TV zu sehen) – und zeigt nebenbei, wie sehr sich auch diese auf den größtmöglichen Massengeschmack zugeschnittenen Produktionen inzwischen von der cooleren, für Gesprächsstoff sorgenden Konkurrenz beeinflussen lässt.

Sie trinkt, spielt und mag One-Night-Stands

Im Zentrum von "Stumptown" steht, basierend auf den gleichnamigen Graphic Novels von Showrunner Greg Rucka, mit Dex Parios (Cobie Smulders) eine klassische Antiheldin, wie sie auch bei Netflix oder Showtime nicht fehl am Platz wäre. Die bisexuelle Ex-Soldatin trägt seit dem letzten Afghanistan-Einsatz ein Trauma mit sich herum, trinkt und spielt zu viel, steht auf One-Night-Stands und lässt außer ihrem Bruder mit Down-Syndrom (Cole Sibus) sowie dem besten Freund (Jake Johnson) niemanden an sich heran.


Auch auf ein paar lesbische Küsse darf man sich in "Stumptown" freuen

Um irgendwie über die Runden zu kommen, verdingt sie sich in Portland – gleichermaßen unkonventionell, hellsichtig und zupackend – als Privatdetektivin für Aufträge aller Art, zunächst auch ohne Lizenz. Kein Wunder also, dass sie immer wieder der Polizei (Michael Ealy & Camryn Manheim) in die Quere kommt.

Ein neuer Fall in jeder Episode

Weil Network-Serien in erster Linie stets nicht den Großstadt-Millenial, sondern die konservative Familie im Mittleren Westen als Zielpublikum anpeilt, übertreibt es "Stumptown" natürlich nicht, was Gewalt, Sex und ähnliches angeht. Auch an den etablierten Erzählmitteln so genannter Procedurals wird nicht gerüttelt: Wie eigentlich alle Ermittler*innen in vergleichbaren, auf wöchentliches statt bingendes Publikum angelegte Serien löst Dex jede Folge einen neuen, eher leichtfüßig humorvoll als wirklich spannend erzählten Fall. Alles, was sich darüber hinaus an übergeordneter Handlung durch die erste Staffel zieht, ist eher Beiwerk – und nie richtig düster.

Dass all das nicht piefig wirkt, liegt einerseits an einem fantastischen Soundtrack, der aus stilsicher ausgewählten Hits der Siebziger, Achtziger und Neunziger besteht und nicht zuletzt die Actionszenen sehr lässig und geradezu kinotauglich untermalt. Und andererseits an Cobie Smulders, die nach "How I Met Your Mother" bei ihren Kino-Abstechern ("Jack Reacher", "Avengers") nie ihr Können zeigen durfte, hier aber, eingebunden in glaubwürdige Figuren-Beziehungen, eine bemerkenswerte Präsenz an den Tag legt, die locker eine ganze Serie trägt.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer zur ersten Staffel

Infos zur Serie

Stumptown. Krimiserie. USA 2019. 18 Episoden. Showrunner und ausführender Produzent: Jason Richman. Darsteller: Cobie Smulders, Jake M. Johnson, Michael Ealy, Cole Sibus, Adrian Martinez und Camryn Manheim. Die erste Staffel ab 19. Mai 2020 immer dienstags um 20.15 Uhr auf Sky One sowie parallel auch auf Sky Ticket, Sky Go und über Sky Q auf Abruf.