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Chase Stokes unter Rechtfertigungsdruck

"Outer Banks"-Hauptdarsteller stolpert über alte homophobe und rassistische Tweets

Alte Tweets bringen erneut einen Hollywood-Star in Verlegenheit: Chase Stokes entschuldigte sich erst, löschte die Entschuldigung und stellte sich als Opfer von Hackern dar.


Chase Stokes spielt den 16-jährigen Schatzsucher John B. in der Netflix-Serie "Outer Banks" (Bild: Netflix)

Das Internet vergisst auch Jugendsünden nicht, wie jetzt Chase Stokes erfahren musste: Der 27-jährige US-Schauspieler hat recht unsouverän auf offenbar von ihm als Teenager verfasste rassistische und homophobe Einträge in sozialen Netzwerken aus den Jahren 2007 bis 2013 reagiert. Erst entschuldigte er sich, dann löschte er alle seine Twitter-Einträge inklusive der Entschuldigung und behauptete, er sei Opfer einer Hackerattacke geworden.

Der Grund für die Panik: Seit Montag waren mehrere alte Einträge aus Stokes' Profilen geteilt worden, in denen unter anderem Justin Bieber als "fag" (Schwuchtel) bezeichnet und das verpönte N-Wort für Schwarze genutzt worden war. Außerdem wurde ein herablassendes Wort für Behinderte veröffentlicht oder sich über Übergewichtige lächerlich gemacht.

Kurze Zeit, nachdem diese Tweets in sozialen Netzwerken die Runde machten, wurde im Twitter-Profil des Schauspielers eine wirre Entschuldigung veröffentlicht, in der der Autor zugab, nicht angemessene Tweets verfasst zu haben. Gleichzeitig wies er aber auch auf angebliche Hackerattacken hin, die sich allerdings auf Facebook ereignet hätten. Wörtlich schrieb er: "Ich habe gefühllose Tweets gepostet. Mein Facebook wurde unzählige Male gehackt. Auf dem Bild bin nicht mal ich oder irgendjemand, den ich kenne. Noch mal: Mir tut das wirklich leid. Wirklich. Ich hoffe, ihr seht, was ich gerade tue und wie ich weiter das Richtige tue, indem ich respektvoll in der heutigen Atmosphäre bin. Das entschuldigt weder meine Worte noch versuche ich mich herauszureden."

Der Eintrag war laut anderen Nutzer*innen weniger als eine Stunde online, bevor er gelöscht wurde. Inzwischen sind alle Tweets von Stokes der letzten Jahre nicht mehr auffindbar. In dem Profil befinden sich derzeit nur zwei Einträge. Im ersten heißt es: "Yo, ich kehre gerade zu Twitter zurück. Mein Passwort wurde geändert, ich versuche, Sachen herauszufinden. Tut mir wirklich leid, dass dies alles passiert." Im zweiten Tweet ergänzte der Schauspieler: "Jemand hat offensichtlich Zugang zu meinem Account erhalten. Ich versuche, das Problem zu lösen."

Viele Twitter-Nutzer*innen nehmen Stokes die letzte Erklärung nicht ab. Warum sollte sich etwa ein Hacker, der den selben Schreibstil wie Stokes hat, für teilweise 13 Jahre alte Tweets entschuldigen, die er auch noch irgendwie im Twitter-Account untergebracht hatte, fragte etwa einer. Eine Nutzerin schrieb: "Es ist doch offensichtlich, dass du Tweets gelöscht hast, damit wir sie nicht mehr finden."

Instagram / hichasestokes | Chase Stokes und die anderen Hauptdarsteller von "Outer Banks"

Stokes ist der Hauptdarsteller der neuen zehnteiligen Serie "Outer Banks", die seit 15. April auf Netflix abrufbar ist. Dabei handelt es sich um eine klassische Teenie-Soap, in der praktisch alle männlichen Hauptdarsteller die meiste Zeit halbnackt über den Strand laufen. Der 27-jährige Stokes spielt den 16-jährigen John B., der mit anderen aus sozial schwachen Familien stammenden Freunden einen alten Schatz sucht, das Verschwinden seines Vaters aufklären muss, sich nebenher noch mit den reichen Inselbewohnern zofft und sich außerdem ausgerechnet in ein reiches Mädchen mit einer schwierigen Familie verliebt. In der ersten Staffel enthält die Serie praktisch keine queeren Inhalte. Netflix hat bereits eine zweite Staffel bestellt.

Schon beim Dreh sorgte "Outer Banks" für Schlagzeilen: Netflix wollte die Serie auf der namensgebenden Inselkette Outer Banks in North Carolina filmen, bevorzugte dann aber wegen des homophoben Gesetzes HB 2 das 750 Kilometer entfernte Charleston im Nachbarstaat South Carolina (queer.de berichtete). Der Sender wollte queeren Mitgliedern der Filmcrew damit entgegenkommen.

Stokes ist nicht der erste Hollywood-Star, der über alte Twitter-Einträge stolpert. So entschuldigte sich vergangenes Jahr Komiker Damon Wayans Jr. ("Scary Movie") für zehn Jahre alte homophobe Tweets (queer.de berichtete). Für Komiker Kevin Hart hatten alte homophobe Tiraden auf Twitter sogar ernste Konsequenzen: Der 40-Jährige sagte deswegen Ende 2018 seine prestigeträchtige Oscar-Moderation ab (queer.de berichtete). (dk)

Direktlink | "Access Hollywood" berichtet über Tweetgate



#1 Peck_SProfil
  • 20.05.2020, 12:57hFrankenthal
  • Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man Menschen einen Gesinnungswandel zugestehen sollte. Der hiesige Umgang mit der eigenen Vergangenheit ist allerdings erbärmlich und unpassend, für einen 27 Jährigen Erwachsenen, der Mitten im Leben steht. Da erwarte ich mehr Rückgrat, deutliche Einsicht und Abgrenzung. Und am glaubwürdigsten wäre es, wenn sich mal mit der eigenen Vergangenheit beschäftigt wird, bevor die Öffentlichkeit den Blick auf einen richtet, weil man ein anderer Mensch geworden ist und mit dem alten Ich aus Gewissensgründen reinen Tisch machen will. Das wäre mal was!
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#2 QuebeckAnonym
  • 20.05.2020, 13:54h
  • Wer einen Mann für Tweets fertig machen will, die er mit 14 oder 17 geschrieben hat und die noch nicht mal ausdrücklich homophob oder rassistisch waren, sondern lediglich unsensibel, ist einfach nur ein Mobber.
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#3 audeasAnonym
  • 20.05.2020, 14:24h
  • Antwort auf #2 von Quebeck
  • "die noch nicht mal ausdrücklich homophob oder rassistisch waren"

    Mit dieser ignoranten Aussagen disqualifizieren Sie sich, hier ein Urteil zu fällen. Die besagten Tweets sind explizit rassistisch und homofeindlich, punkt.

    Nichts spricht dagegen, dass er einen Sinneswandel hatte und emotional reifer geworden ist. Die Tatsache, dass seine Tweets diskriminierend sind, bleibt aber weiterhin Fakt. Das richtige wäre, zu seinen Fehlern zu stehen und die Konsequenzen daraus zu ziehen.
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#4 Peck_SProfil
  • 20.05.2020, 14:36hFrankenthal
  • Antwort auf #2 von Quebeck
  • Wer Schwuchtel und Nigg[sic!]er als "unsensibel" bagatellisiert, ist entweder moralisch entkernt oder ebenso homophob und rassistisch. Vll unbewusst, aber das ändert, fürchte ich, nichts an der hässlichen und menschenfeindlichen Aussage.
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#5 oje-neAnonym
  • 20.05.2020, 16:09h
  • Da die Äußerungen 7 - 13 Jahre alt sind, sollte man diese alte Scheiße ruhen lassen.

    Ich finde, dass das "verjährt" ist. Der war doch damals ein unreifes Kind
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#6 QuebeckAnonym
  • 20.05.2020, 16:35h
  • Antwort auf #4 von Peck_S
  • Er hat die Wörter Schwuchtel und N*gger nicht gegen einen Schwulen oder Schwarzen verwendet. Er hat Schwuchtel als Beleidigung gegen einen Hetero benutzt und das N-Wort als selbstbezeichnung. Beides nicht okay, aber auch keine explizite Homophobie oder Rassismus.
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#7 MontrealAnonym
#8 Peck_SProfil
  • 20.05.2020, 17:39hFrankenthal
  • Antwort auf #6 von Quebeck
  • Ich muss mich gerade wirklich zusammenreißen, versuche dennoch zur Bildung beizutragen:

    Schwuchtel und Nigger [sic!] sind stark diskrimierende Schimpfwörter, die Menschen mit dunkler Hautfarbe oder Schwule sozial degradieren und herabwürdigen sollen und ihnen einen geringeren Wert zusprechen, gegenüber dem, der die Worte von sich gibt.

    Wenn man also die Worte gegenüber weissen Menschen oder Hetereosexuellen ausspricht, sagt man damit aus, dass derjenige genauso wenig wert, ekelerregend oder weibisch ist, wie Schwarze oder Schwule. Das ist genauso rassistisch und homophob, da es einen Vergleich herstellt, mit der urpsünglichen "Zielgruppe", ohne den das Schimpfwort gar nicht "funktionieren" würde.

    Finde es unglaublich traurig, dass man das erklären muss.
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#9 sanscapote
  • 20.05.2020, 18:32h
  • Antwort auf #3 von audeas
  • Gesagt ist gesagt und verschwindet nicht. Ernstzunehmen ist jemand, der zu dem steht, was getan wurde, egal welches die Ursachen waren. So etwas nennt man Lernen aus Fehlern und deutet auf Reife. Eine Entschuldigung deutet auf innere Unausgewogenheit hin.
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#10 AhmadAnonym
  • 23.05.2020, 20:08h
  • das internet vergisst nicht
    sehr gefährlich sage ich immer jungen Menschen

    andererseits ! gesinnungswandel ist möglich

    aber auch Jugendsünden sollten entschuldigt werden. Aber er war 2013 im günstigsten falle 19 höchstens 20. In den USA ist man in dem Alter schon erwachsen und im 2. Collegejahr.
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