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Polizeibericht

Nach homophober Beleidigung zweimal ins Gesicht geschlagen

In Berlin kam es in der Nacht zu Donnerstag erneut zu einem schwulenfeindlich motivierten Angriff auf zwei Männer. Weil sie Anzeige erstatteten, konnte der 22-jährige Tatverdächtige kurz darauf gefasst werden.


Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt publik (Bild: Sebastian Rittau / flickr)

In Berlin-Charlottenburg soll in der Nacht zu Donnerstag ein 22-Jähriger zwei Männer homophob beleidigt und anschließend einen von ihnen geschlagen haben. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Donnerstag.

Die beiden 28 und 38 Jahre alten Männer gaben gegenüber der Polizei an, gegen 3.20 Uhr am Steinplatz in Richtung Hardenbergplatz unterwegs gewesen zu sein, als sie plötzlich unvermittelt aus einer Gruppe von zwei jungen Männern und zwei jungen Frauen angesprochen und homophob beleidigt wurden. Ein Mann aus der Gruppe war ihnen dann gefolgt und hatte den 38-Jährigen zweimal ins Gesicht geschlagen, so dass dieser zu Boden ging.

Alarmierte Polizisten konnten wenig später in der Nähe einen 22-Jährigen festhalten, auf den die Beschreibung zutraf. Der 38-Jährige musste von Rettungskräften der Feuerwehr vor Ort behandelt werden. Gegen den 22-Jährigen, der im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen wurde, wird nun wegen des Verdachts der Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. Nähere Angaben zum mutmaßlichen Angreifer wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Mehr homo- und transphobe Übergriffe gemeldet

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Allein im vergangenen Jahr wurden 559 Fälle gemeldet, wie das Antigewaltprojekt Maneo in der vergangenen Woche mitteilte (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)