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Polizeibericht

Berlin: Zwei Männer aus Homohass mit Steinen beworfen

Am Donnerstagvormittag kam es am S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke in Schöneberg erneut zu einem schwulenfeindlich motivierten Angriff. Der mutmaßliche Täter war alkoholisiert.


Der S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke in Berlin-Schöneberg (Bild: De-okin / wikipedia)

Wegen des Verdachts der homophoben Beleidigung muss sich ein Mann verantworten, der am Donnerstagvormittag zwei Männer in Berlin-Schöneberg homophob beleidigt haben soll. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Freitag.

Gegen 11.30 Uhr soll der 41-Jährige am S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke die beiden 33 Jahre alten Männer beleidigt und ihnen dabei den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt haben. Anschließend sprang er in das Gleisbett und warf mit Steinen nach den beiden, die glücklicherweise nicht getroffen wurden.

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Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt

Laut Polizeibericht überprüften alarmierte Einsatzkräfte den Mann, bei dem eine Atemalkoholmessung einem Wert von über zwei Promille ergab. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen kam er wieder auf freien Fuß. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin führt, wie bei Hasskriminalität üblich, die Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung. Nähere Angaben zum mutmaßlichen Angreifer wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Bereits in der Nacht zu Donnerstag war es in Berlin-Charlottenburg zu einem schwulenfeindlich motivierten Angriff auf zwei Männer gekommen (queer.de berichtete).

Mehr homo- und transphobe Übergriffe gemeldet

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Wie das Antigewaltprojekt Maneo in der vergangenen Woche mitteilte, wurden ihm allein im vergangenen Jahr 559 Fälle gemeldet (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)



#1 PetterAnonym
  • 22.05.2020, 19:08h
  • Alle Politiker und Parteien, die mehr Aufklärung an Schulen blockieren oder verzögern und die nicht volle rechtliche Gleichstellung als ein Signal, dass wir keine Menschen zweiter Klasse sind, umsetzen, machen sich mitschuldig.
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