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Schwerpunkt

ARD feiert Diversity-Tag: "Vielfalt ist unser Auftrag"

Die öffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten setzen angesichts des achten Deutschen Diversity-Tages ein Zeichen für Vielfalt, Teilhabe, Fairness und Respekt.


Die trans WDR-Journalistin Georgine Kellermann, hier bei ihrem Coming-out in der "Aktuellen Stunde", wird anlässlich des Diversity-Tages in der "Lokalzeit Ruhr" porträtiert (Bild: Screenshot WDR)

Die ARD-Sender behandeln angesichts des Diversity-Tages am 26. Mai das Thema Vielfalt in ihren Radio- und TV-Kanälen. Der Diversity-Tag ist ein Projekt der 2006 gegründeten Charta der Vielfalt, der inzwischen alle neun Landesrundfunkanstalten beigetreten sind.

"Vielfalt ist unser Auftrag. Die ARD macht Programm für alle Menschen in Deutschland", erklärte dazu Eva-Maria Michel, die Vorsitzende des Diversity-Beirates des Westdeutschen Rundfunks. "Die Vielfalt unserer Angebote lebt von den unterschiedlichen Perspektiven und Talenten in den Sendern. Es gehört daher zu unserem Selbstverständnis in der ARD, dass wir Vielfalt und Chancengleichheit unserer Mitarbeiter*innen fördern und für eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung einstehen."

Die Sender legen verschiedene Schwerpunkte in ihren Regionalprogrammen. Die Primetime des gemeinsamen Hauptprogramms Das Erste bleibt allerdings mit der Ausstrahlung der üblichen Familien- und Krankenhausserien davon unberührt.

Schwerpunkte in Dritten Programmen

Die "Hessenschau" des HR thematisiert in der Sendung um 19.30 Uhr, vor welchen Herausforderungen Transsexuelle in ihrem Alltag stehen. Der MDR setzt an diesem Tag seine programmlichen Aktivitäten unter das Motto "Stark durch Vielfalt" (queer.de berichtete). In den "Weltbildern", dem Auslandsmagazin im NDR-Fernsehen, geht es ab 23.30 Uhr um einen homosexuellen, buddhistischen Mönch, der als Make-up-Stylist in Japan berühmt wurde.

Twitter / hessenschau

Im rbb-Fernsehmagazin "zibb" erkennt das Publikum bei einer Mitmachaktion über meinrbb.de, wie vielfältig es selbst ist. Im SR-Fernsehen untersucht um 19.20 Uhr der "aktuelle bericht", welche Rolle das Geschlecht in der Arbeitswelt spielt. Im WDR-Fernsehen berichtet Georgine Kellermann, die Leiterin des WDR-Studios Essen, über ihre Erfahrungen nach ihrem Coming-Out als trans – sowohl online als auch in der Lokalzeit Ruhr um 19.30 Uhr. Das SWR-Fernsehen berichtet unter anderem am Nachmittag um 14.45 Uhr in der Sendung "Eisenbahn-Romantik" über "Pink Rail", eine rote Ferkeltaxe der Baureihe 172, die mit 60 homosexuellen Eisenbahnfans aus ganz Deutschland, aus der Schweiz und sogar aus Norwegen unterwegs ist.

Mehrere Schwerpunkte in Radiosendern

Auch im Rundfunk geht es um Vielfalt: So realisiert Radio Bremen bei Bremen Zwei, dem Kultur- und Informationsprogramm eine Wochenserie namens "Diversity heißt…" Der Bayerische Rundfunk untersucht, wie vielfältig die Stadt München als Arbeitgeber ist. Der Radiosender SR 1 porträtiert unter anderem ein lesbisches und ein schwules Paar, die zusammen zwei leibliche Kinder im Kita-Alter haben und diese in einer Großfamilie aufziehen. Das Wirtschaftsmagazin "Profit" fragt auf WDR 5 um 18.05 Uhr: "Wie divers sind die Vorstände deutscher Unternehmen?"

Twitter / SRKommunikation

Die Charta der Vielfalt haben bereits mehr als 3.300 Unternehmen unterzeichnet. Damit verpflichten sie sich, alle Beschäftigten die gleiche Wertschätzung und Förderung entgegenzubringen, "unabhängig von Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität". Der Verein zur Charta für Vielfalt steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel. (pm/dk)

Twitter / ChartaVielfalt



#1 Carsten ACAnonym
  • 26.05.2020, 10:23h
  • -------------------------------------------
    "Vielfalt ist unser Auftrag. Die ARD macht Programm für alle Menschen in Deutschland"
    [...]
    Die Sender legen verschiedene Schwerpunkte in ihren Regionalprogrammen. Die Primetime vom gemeinsamen Hauptprogramm Das Erste bleibt allerdings mit der Ausstrahlung der üblichen Familien- und Krankenhausserien davon unberührt.
    ---------------------------------------------

    Wenn die ARD wirklich ein Programm für ALLE Menschen in Deutschland machen will, dann genügt es nicht, LGBTI-Inhalte nur in den Regionalprogrammen zu bringen, sondern dann gehören die auch in den Hauptsender.

    Und zwar nicht nur an einem einzelnen "Diversity-Tag" des Jahres, sondern das ganze Jahr hindurch.

    Auch LGBTI zahlen GEZ-Gebühren, dann haben wir auch ein Anrecht darauf, dass LGBTI-Inhalte in den öffentlich-rechtlichen Sendern den Anteil haben, den LGBTI auch an der Gesellschaft haben.

    Mal ganz abgesehen davon, dass das auch unabhängig von den Zahlungen eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass öffentlich-rechtliche Sender die reale Welt abbilden.
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#2 ScheinheiligAnonym
  • 26.05.2020, 10:29h
  • Dass die ARD das ernst meint, kaufe ich denen an dem Tag ab, wo:

    1. solche Inhalte nicht nur in den Dritten Programmen oder Spartensendern wie ONE kommen, sondern auch im Ersten Programm.

    2. solche Inhalte nicht immer wieder im Nachtprogramm versteckt werden, sondern auch zur Primetime oder mal sonntags nachmittags zu Kaffee und Kuchen kommen.

    3. solche Inhalte nicht nur zu bestimmten Tagen oder im Sommerloch kommen, sondern das ganze Jahr über. So wie wir ja auch das ganze Jahr über Teil der Gesellschaft sind und nicht nur an Diversity-Tagen, am Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, zu CSDs, o.ä.

    Wir machen 15% der Gesellschaft aus (ohne Dunkelziffer); dann gehört es zum öffentlich-rechtlichen Programmauftrag, dass auch ein entsprechend großer Anteil der Sendezeit mit solchen Inhalten gefüllt wird.

    Das muss gar nicht mal exakt 15% sein. Aber mehr als bisher und auch mal zu anderen Zeiten kann man schon erwarten.
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#3 Peck_SEhemaliges Profil
  • 26.05.2020, 11:09h
  • Antwort auf #2 von Scheinheilig
  • Deine veranschlagten 15% halte ich für etwas hoch gegriffen, allerdings stimme ich dir beim Rest vollkommen zu.

    Siehe RBB Wochen. Da werden wir schön im Nachtprogramm versteckt, das kein Mensch der arbeitsbedingt früh aufstehen muss, ansehen kann. Hauptprogramm wird uns nur dann gestattet, wenn wir möglichst dramatisch und elend sterben oder umgebracht werden, siehe Philadelphia, Milk oder Dallas Buyers Club. An einen schwulen oder lesbischen Liebesfilm mit Happy End kann ich mich ehrlich gesagt bezogen aufs Hauptprogramm und 20.15 Uhr nicht erinnern!
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#4 NevermindAnonym
  • 26.05.2020, 13:08h
  • Antwort auf #2 von Scheinheilig
  • Schon vor über dreissig Jahren hat Georg Uecker Sonntag Nachmittag in der ARD mit nem Typen geknutscht. Seitdem gibts inzwischen in fast jeder Serie etc. schwule Charaktere. Da kann man doch nicht sagen, dass die uns in Spartensender abschieben? Die wünschen einen >>Frohen Diversity Day<< und eine ganze Liste an Sendungen dazu und als Antwort gibts nur Genöle. Die Zahl von 15% halte ich für aus der Luft gegriffen. Das wäre einer von sieben. In meinem persönlichen Erleben gehe ich eher von vier als fünf Prozent aus. Ich bin 52 und in meinem Alltag treffe ich seit Jahrzehnten so gut wie nie auf andere Schwule. Die Anteile an den Eheschließungen usw. sind noch viel niedriger.
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#5 TagesGuckAnonym
  • 26.05.2020, 13:12h
  • Wer ließt heute Abend die Tagesschau?

    Aber bitte keine Namen nennen. Nur denken. Denken ist ja zum Glück noch nicht verboten.
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#6 Girlygirl
  • 26.05.2020, 14:36h
  • Antwort auf #4 von Nevermind
  • Dass Sie seltener auf Schwule treffen, liegt wahrscheinlich am Alter. Ich bin 19 und treffe schon ab und an Homo/Bisexuelle. Ich gehe davon aus, dass ca. 10% der Menschen LGBT sind, weil man von vielen es auch einfach nicht sofort weiß. Von dieser Zahl ausgehend, (und selbst wenn man von ihren 4-5% ausgeht), sind Homosexuelle (von Bisexuellen/Trans zu schweigen) stark unterrepräsentiert. Das liegt aber vor allem auch an den Interessen der Zuschauer. Die meisten Heterosexuellen Leute die ich kenne (die nicht homophob sind) würden sich niemals eine schwule/lesbische Romanze anschauen. Und wo wir schon dabei sind, wenn überhaupt, sind es überwiegend Schwule die gezeigt sind. Ich meine, ich verstehe es, wenn jetzt nicht so viel über Transsexualität gezeigt wird, weil es selbst im Vergleich zu Homosexuellen nur sehr wenige sind. Aber warum immer Homosexuell=Schwul? Und selbst Schwule sind in den Medien unterrepräsentiert, das hat eine Studie ergeben. Aber wie gesagt, das liegt wahrscheinlich einfach an den Zuschauern, die überwiegend Hetero sind. Ich muss gestehen, dass ich mir auch nur wenige Hetero Romanzen anschaue. Ich persönlich kann mich zwar auch mit schwulen Männern identifizieren, aber ich finde es schade, dass es so wenige lesbische Charaktere im Fernsehen gibt. Und die, die es gibt, verlaufen meist nach demselben Schema: Eine eigentlich heterosexuelle Frau knutscht zwei, drei Folgen mit einer Frau rum und das wars. Das ist auch keine gute Repräsentation von Bisexuellen. Aber zum Glück gibt es im Bereich der Independent Filme einige gute Filme mit LGBT Inhalt, vor allem im Ausland.
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#7 FelixAnonym
  • 26.05.2020, 16:15h
  • Antwort auf #4 von Nevermind
  • Es ist aber schon ein Unterschied, ob z.B. in einer Daily Soap auch eine schwule Rolle ist, die ab und zu einen Freund haben darf und den vielleicht auch mal küssen darf.

    Oder ob man Filme wie Milk, Pride, Beautiful thing, Call me by your name, etc. zeigt.

    Und übrigens:
    wieviele Schwule Du kennst, willst Du doch wohl nicht als Statistik für den Anteil an der Bevölkerung heranziehen?!
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#8 DramaQueen24Profil
  • 26.05.2020, 16:54hBerlin
  • Liebe Anstalten des Öffentlich-rechtlichen Fernsehens (Radio lass ich erst mal außen vor):

    Es war gut, dass manche Filme und Dokus zu LGBTIQ-Themen zur besten Sendezeit liefen. Ich erinnere nur an "Mein Sohn Helen". Doch das ist eher die Ausnahme, denn die Regel ist, dass solche Filme und Dokus entweder zu nachtschlafender Zeit gesendet werden, und dazu noch in den Dritten gezeigt werden, anstatt im Hauptprogramm.
    Der RBB zeigt demnächst einige Produktionen. Kommen diese zur Hauptsendezeit im RBB, oder nicht doch eher nach 22 Uhr, wenn die meisten schlafen?
    Medien sollen alle Bevölkerungsschichten repräsentieren. Wir sind 10-15% (vielleicht mehr), Werden Geschichten im TV zur besten Sendezeit (Wochentags 20:15-22:00 Uhr, WE Nachmittags und Abends) in annähernd dieser Prozentzahl gezeigt? Ich hatte mir vor drei Jahren mal die Mühe gemacht, zu recherchieren, wie viel querre Themen im Fernsehen liefen (Dokus, Serien, Filme), wobei die Fernsehzeitungen meine Quelle waren. Raten Sie mal, wie viel Dokus, Seren und Filme mit queeren Inhalt gesendet wurden? 10-15%? Fünf Prozent? Oder weniger?
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#9 Julian SAnonym
  • 26.05.2020, 18:17h
  • Antwort auf #4 von Nevermind
  • Wenn jemand sagt, dass Vielfalt zum Programmauftrag gehört, dann erwarte ich aber schon, dass es mehr LGBTI-Inhalte gibt als nur ein paar LGBTI-Rollen in Soaps.

    Es gibt doch ganz viele feste Programmplätze: z.B. im ZDF freitags abends 20.15 zwei Krimis, sonntags abends 20.15 ein Romantikfilm. In der ARD sonntags 20.15 Tatort, werktags um 14 und 15 Uhr Daily Soaps, im WDR dienstags 21.00 Quarks & Co. Etc. etc. etc.

    Wieso nicht auch ein fester wöchentlicher Programmplatz für "Rainbow Cinema"? Das müsste ja gar nicht mal um 20.15 sein (wo viele von uns vielleicht auch noch nicht zuhause sind). Aber auch nicht gerade nach Mitternacht.

    Wieso z.B. nicht einen festen Tag in der Woche, wo im Ersten irgendwann zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr ein LGBTI-Film läuft?

    Man schaue z.B. nur mal auf Wikipedia in die "Liste von Filmen mit homosexuellem Inhalt":

    de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Filmen_mit_homosexuellem_Inh
    alt


    Dort sind hunderte, wenn nicht gar tausende Filme aus allen Jahren und allen möglichen Ländern mit LGBTI-Thema. Von Liebesfilm über Komödie über Krimi bis Drama.

    Nur schon damit könnte man bei wöchentlicher Ausstrahlung Jahre oder gar Jahrzehnte ohne eine Wiederholung füllen. Und es kommen ja auch immer neue Filme hinzu.
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#10 TheDadProfil
  • 26.05.2020, 21:06hHannover
  • Antwort auf #6 von Girlygirl
  • ""Dass Sie seltener auf Schwule treffen, liegt wahrscheinlich am Alter.""..

    Das hat mit dem Alter GAR NICHTS zu tun..
    Das liegt einzig an der Wahrnehmung der Menschen einem gegenüber..

    Wer nicht genau hinschaut, der entdeckt auch nichts..
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