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Antwort an FDP

Spahn will Blutspende-Verbot für Schwule nicht lockern

Zu der aktuellen pauschalen Sex-Karenzzeit von zwölf Monaten für homo- und bisexuelle Männer gebe es "keine alternativen validen Methoden", meint der Bundesgesundheitsminister.


Darf (vermutlich) selbst kein Blut spenden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (Bild: BMG)

  • 26. Mai 2020, 17:36h 39 2 Min.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das noch immer teilweise bestehende pauschale Blutspende-Verbot für homo- und bisexuelle Männer weiterhin nicht aufheben. In einem Brief an FDP-Abgeordnete, der der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag, verwies Spahn auf die Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts. In dieser Bewertung werden Männer, die Sex mit Männern haben, als Personen eingestuft, "deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt". Die AFP-Meldung fasst das mit dem Begriff "Risikogruppe" zusammen.

Ihm sei es wichtig, dass der Schutz von Empfängern "an erster Stelle" stehe, schrieb Spahn. Dabei müsse allerdings "jeder Anschein einer Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität ausgeschlossen werden", so der Minister laut AFP weiter. Mit Blick auf das Blutspende-Verbot stünden derzeit aber "keine alternativen validen Methoden zur Verfügung". Spahn verwies zudem darauf, dass die Versorgung in Deutschland mit Blutkonserven derzeit gewährleistet sei.

Den Brief richtete Spahn an die FDP-Bundestagsabgeordneten Katrin Helling-Plahr und Jens Brandenburg, die sich für ein Ende des Verbots eingesetzt hatten. Am Mittwoch berät der Bundestag Anträge der FDP (PDF) und der Grünen (noch nicht vorliegend), Diskriminierung bei der Blutspende zu beenden.

Zweite Bundestagsdebatte in Folge

Das ursprünglich komplette Blutspende-Verbot für homo- und bisexuelle Männer stammt noch aus der Zeit der frühen Aids-Krise. Derzeit müssen Männer zwölf Monate lang auf gleichgeschlechtlichen Sex verzichten, sofern sie Blut spenden wollen – es spielt dabei keine Rolle, ob jemand mit nur einem Partner oder geschützt Sex hatte oder mit mehreren oder ungeschützt. Im Fragebogen des Blutspendedienstes werden Heterosexuelle hingegen genauer nach einem sexuellen (Pseudo-)Risikoverhalten gefragt – und "Transsexuelle mit sexuellem Risikoverhalten" finden ebenfalls eine Erwähnung als eigene Gruppe.


Ausschnitt aus dem aktuellen Fragebogen des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes

Erst vor zwei Wochen hatte der Bundestag mit den Stimmen der Regierungsfraktionen aus CDU und SPD ein Gesetz zur Corona-Pandemie verabschiedet, in dem auch indirekt das Blutspendeverbot angesprochen und gefordert wird, entsprechende Verbotsbewertungen "im Fall neuer medizinischer, wissenschaftlicher oder epidemiologischer Erkenntnisse zu aktualisieren" (queer.de berichtete). Entgegen mancher Ankündigung vorab ändert das zunächst praktisch nichts am Status quo. Ein Antrag der Grünen zur direkten Beendigung der Diskriminierung fand nur die Zustimmung von Grünen, Linken und FDP.

In den letzten Jahren hatten einige Länder das Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer mit einer Sex-Karenzzeit eingeschränkt oder ganz aufgehoben, letzteres etwa in diesem Mai Brasilien und Ungarn. (nb/afp)

/ rki_de | Jens Spahn retweetete am Dienstag diese Regenbogengrüße des Robert-Koch-Instituts zum "Deutschen Diversity-Tag"
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#1 w3tgsdnoAnonym
  • 26.05.2020, 19:52h
  • "Männer, die Sex mit Männern haben, als Personen eingestuft, "deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt""

    Ist doch logisch, wenn zwei monogam zusammenlebende Männer mit Kondom vögeln, dann ist das Infektionsrisiko deutlich höher als wie wenn ein Mann in einer nicht so treuen Beziehung mit seiner Freundin ohne Kondom vögelt. Logisch!

    Doch nicht logisch? Dann wird mir Jensi "Möchtegern-Kanzler" Spahn diese konkrete Ungleichbehandlung doch bestimmt plausibel öffentlichen erklären. Also, Jensi, schieß los, ich bin auf deine Antwort gespannt!
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#2 FliegenAnonym
  • 26.05.2020, 20:04h
  • ...und das von einem "GLEICHGESINNTEN" Übel !!!
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#3 JasperAnonym
  • 26.05.2020, 21:01h
  • Komisch, dass das in anderen Staaten problemlos geht. Herrschen in Deutschland andere wissenschaftliche Gesetze als im Rest der Welt?
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