Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?36209

Polizeibericht

25-Jähriger nachmittags in Regionalbahn homophob beschimpft

Erneut meldet die Berliner Polizei eine LGBTI-feindliche Straftat: Am Dienstag sollen zwei Männer in einem Regionalzug einen Fahrgast beleidigt haben. Das Opfer stieg am nächsten Halt aus und erstattete Anzeige.


Das Opfer flüchtete am Bahnhof Potsdamer Platz aus dem Zug und ging direkt zu einer Polizeiwache (Bild: Ingolf / flickr)

Am Dienstagnachmittag wurde ein Mann in Berlin in einem Regionalzug homophob beleidigt. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Mittwoch.

Laut eigenen Angaben soll der 25-Jährige gegen 17.50 Uhr in einem Zug gesessen haben und nach Rathenow gefahren sein. Kurz vor der Haltestelle Potsdamer Platz nahm er wahr, wie zwei Männer, die am Bahnhof Südkreuz eingestiegen sein sollen, ihn homophob beleidigten. Als er sie zur Rede stellen wollte, machten die beiden sich lustig über ihn.

Daraufhin verließ der 25-Jährige den Zug am Bahnhof Potsdamer Platz und ging zu einer Polizeiwache, um Anzeige zu erstatten. Nähere Angaben zu den Pöblern wurden im Polizeibericht nicht gemacht. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm, wie bei Hasskriminalität üblich, die weiteren Ermittlungen.

Mehr homo- und transphobe Übergriffe gemeldet

Bereits in der vergangenen Woche war es in Berlin zu zwei schwulenfeindlich motivierten Angriffen gekommen. So wurden am Donnerstag zwei Männer in Schöneberg mit Steinen beworfen (queer.de berichtete). In der Nacht zuvor wurde einem Mann in Charlottenberg nach homophoben Beleidigungen zweimal in Gesicht geschlagen (queer.de berichtete).

In Berlin werden immer mehr homo- und transfeindliche Angriffe erfasst. Wie das Antigewaltprojekt Maneo in der vergangenen Woche mitteilte, wurden ihm allein im vergangenen Jahr 559 Fälle gemeldet (queer.de berichtete). Damit erhöhte sich die Zahl um 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon richteten sich den Angaben zufolge 395 Taten gegen Schwule und männliche Bisexuelle. Hier betrug der Anstieg 38 Prozent. 83 Delikte hätten sich gegen trans Personen gerichtet und 47 gegen Lesben oder weibliche Bisexuelle, erklärte Maneo weiter.

Die Berliner Polizei macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. (cw/pm)



#1 Wehrt EuchAnonym
  • 27.05.2020, 12:24h
  • "Das Opfer stieg am nächsten Halt aus und erstattete Anzeige."

    Ich kann nur alle Opfer solcher Taten ermutigen, das nicht auf sich sitzen zu lassen oder runterzuschlucken. Sowas muss zur Anzeige kommen.

    Erstens damit diese Idioten merken, dass sie nicht über dem Gesetz stehen, dass sowas nicht geduldet wird und Konsequenzen für sie hat.

    Und zweitens, damit die Öffentlichkeit sieht, dass es nach wie vor Homohass und Transhass gibt und wie groß das Problem ist.

    Dann kann die Politik, die sowas gerne unter den Teppich kehrt und sogar eine deutschlandweite LGBTI-feindlicher Erfassung verhindert, irgendwann nicht mehr weggucken und muss reagieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 ZustimmungAnonym
  • 28.05.2020, 11:02h
  • Antwort auf #1 von Wehrt Euch
  • Ganz genau! Außerdem ist es wohl wichtig, als Opfer selbst aktiv zu werden, also z. B. Anzeige zu erstatten, denn sonst brodelt das Ganze nur immer weiter in einem und Angst frisst dich von innen auf. Also: Raus mit der Angst, Anzeige erstatten, die Öffentlichkeit suchen, um wieder freier atmen zu können!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Maximilian01Anonym
  • 28.05.2020, 17:36h
  • Antwort auf #1 von Wehrt Euch
  • Ja, du hast völlig recht.
    Ich lebe aber, wie sicher viele von uns, in einem Bundesland, in dem der homophobe Hintergrund nicht erfasst wird. Habe mich beim letzten Mal auch wieder gegen die Anzeige entschieden, nachdem die Polizei auf Nachfrage bestätigt hat, dass sie den Hintergrund nicht erfassen werden.
    Ich würde, wenn ich anzeigen würde, monatlich Papierkram haben, es käme in 99% der Fälle nicht zu Konsequenzen für die Täter, und auch die Aussicht, der hiesigen Polizei erklären zu müssen, warum das ne Straftat ist und ich "sowas kleines" anzeigen will, ist nicht angenehm.

    Wir brauchen eine flächendeckende Erfassung des homofeindlichen Hintergrundes.
  • Antworten » | Direktlink »