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Kommentare zu:
Mobbing treibt Selbstmordrate unter queeren Jugendlichen nach oben


#1 JasperAnonym
  • 27.05.2020, 17:21h
  • "Die Lösung ist laut Forschern einfach: Schulen müssen etwas gegen Mobbing und für LGBTI-Akzeptanz tun."

    Aber wie so oft:
    statt das Einfach zu tun, was viele Menschen schützen würde, sieht die Politik einfach weg.
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#2 Felix-baerlinAnonym
  • 27.05.2020, 17:50h
  • Antwort auf #1 von Jasper
  • Mit die Politik meinst du die Regierungspolitik? Denn es gibt ja zahlreiche Politiker*innen, die Maßnahmen unterstützen.

    Was jedoch nicht reicht ist Symbolpolitik. Die ist zwar nett, wenn z.B. in Baden-Württemberg einzelne Queere Gruppen unterstützt werden. Aber wenn eine Kultusministerin dort ein Bremsklotz für kompetente Antidiskriminierungsarbeit, insbesondere durch die Lehr*innen ist, bringt das so gut wie nichts. In BaWü können zwei Queere Initiativen in absoluten Zahlen nur verschwindet wenige Schüler*innen erreichen.
    Die nun wieder im Artikel aufgezeigten, aber längst bekannten Zahlen von Suiziden bewegen offenbar Wenige. Selbst da, wo eine grüne Partei mitregiert und den Ministerpräsidenten stellt. Schämt euch!
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#3 Yeoj_Profil
  • 27.05.2020, 18:02hFFM
  • Mir macht Sorge, dass der "einfache" Lösungsvorschlag gar keiner ist. Ja, das meiste Mobbing betrifft Teenager in Schulen. Aber WAS genau sollen Schulen tun? Die Bereitschaft einzugreifen ist sicher bei vielen Lehrern da, aber die meisten Jugendlichen beziehen die Erwachsenen ein. Die Täter sind darauf bedacht, ihre Mobbingstrategien ungesehen zu verwirklichen (Handy, Schulwege, Toilette... - überall, wo der Lehrer nicht heran kann) und die Opfer scheuen sich leider zumeist, Vertrauenslehrer oder andere Ansprechpartner in der Schule einzubeziehen. Dass was getan werden muss, dem stimmen gewiss viele (mich eingeschlossen) zu, aber wir brauchen konkrete Vorschläge und keine hohlen Dienstanweisungen.
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#4 Peck_SEhemaliges Profil
  • 27.05.2020, 18:03h
  • Dazu fällt mir ein Zitat aus Marvin, dem Film über Edouard Louis ein, dass die besondere Dramatik bei queeren Jugendlichen verdeutlicht:

    "Ein schwarzer Junge wird in der Schule als Neger beschimpft. Er geht nach Hause, er ist verletzt. Er ist traurig und aufgewühlt. Aber seine Eltern sind für ihn da. Sie unterstützen und trösten ihn. Er ist zuhause, beschützt und nicht länger allein.
    Nehmen sie stattdessen einen schwulen Jungen. Man nennt ihn Schwuchtel und wenn er nach Hause kommt, erfährt er oft keine Unterstützung. Niemand tröstet ihn. Er ist allein. So allein, dass er noch nicht mal darüber spricht. (ungeoutet) Warum? Weil in seinem eigenen Heim, in seiner eigenen Familie, Schwule und Lesben beleidigt werden. Er lebt in der radikelsten Form des Exils. ... Dieses Kind fühlt sich nirgendwo zuhause. Er ist ein Fremder in seinem eigenen Haus, in seiner eigenen Familie" [sic!]
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#5 SchleicheR74
  • 27.05.2020, 18:07h
  • Was muss man für ein Mensch sein, wenn man bei Selbstmorden von 10-19 jährigen jungen Menschen wegsehen kann? Unfassbar, wer hier kein Mitgefühl zeigen kann und wegsieht.
    Es sollten inzwischen genug Studien zur Verfügung stehen, die zum Handeln zwingen, um die junge Generation zu schützen.
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#6 Girlygirl
  • 27.05.2020, 19:00h
  • Traurigerweise passt die Studie genau zu meinen Erfahrungen. Hab vor nicht allzu langer Zeit Abi gemacht und ich kannte ein paar Jungs und Mädchen, die wegen ihrer Sexualität und Transsexualität ausgegrenzt wurden. Ein Junge, der bisexuell war beging sogar Suizid. Ich hatte außerdem ein paar Lehrer, die selbst das Wort schwul im negativen Sinne benutzt haben. Wenn ein homophober Vorfall dann mal gemeldet wurde (was ich nur zweimal erlebt habe), wurde es heruntergespielt. Ich bin froh, dass ich mich zu Schulzeiten nur ganz wenigen anvertraut habe und auch nicht klischeehaft "lesbisch aussah", wer weiß, ob ich dann nicht auch so etwas erlebt hätte. Die Homophobie unter Jugendlichen hat zwar abgenommen, aber sie existiert definitiv noch. Gerade Jungs/Mädchen, die nicht dem Geschlechterbild entsprechen (da sind auch Heteros drunter) werden immer noch runtergemacht. Da gebe ich den Lehrern oder den Kultusminister auch eine Mitschuld. Ich hatte so glaube ich dreimal Sexualkunde, das letzte Mal 2015 und das einzige Mal, wo LGBT erwähnt wurde, war als wir das Thema Infektionskrankheiten hatten und es um HIV ging. Über verschiedene sexuelle Orientierungen wird viel zu wenig/gar nicht unterrichtet. Von Geschlechtsidentität/Transgender ganz zu schweigen. Mag sein, dass es an anderen Schulen anders ist, aber bei mir war es halt echt ungünstig.
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#7 Felix-baerlinAnonym
  • 27.05.2020, 21:25h
  • Antwort auf #3 von Yeoj_
  • Ich stimme dir absolut zu!
    Es gibt genügend Profis, die als Multiplikator*innen unglaublich viel Know-how haben, z. B. In dem Programm/Netzwerk Schule der Vielfalt.
    Nur bringt deren Wissen und Können als Trainer*innen den Schulen und Jugendlichen nichts, wenn eine Kultusministerin wie die in BaWü dies nicht fest und längerfristig in die Lehrerausbildung einbindet.
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#8 Homonklin_NZAnonym
  • 27.05.2020, 23:16h
  • Antwort auf #4 von Peck_S
  • Danke für diesen Beitrag!

    Das trifft den Nagel nämlich auf den Kopf. Ist das Mobbing an der Schule und oft auf dem Heimweg durch, geht es zuhause damit weiter. Auch wenn es die Familie nicht weiß oder was anderes vermutet wird, als Kind merkt man den Unterschied deutlich, und statt aufmunternder Wertung eine Abwertung täglich zu erhalten, kann die Selbstinstanz zermörsern. Irgendwann bricht die Psyche. Kein Rückhalt, keiner, mit dem man reden kann, keine Hoffnung.

    Jede Schule müsste eine*n Ansprechpartner*In für Mobbing und queere Identitäten, sich darum bewegende Fragen haben. Über Mobbing muss so gesprochen werden, wie über natürliche Vielfalt. Es sollte nicht nur in Workshops wenige Male im Jahr Umgang mit Vielfalt und mit einander angesprochen werden, sondern eine'n ständigen Ansprechpartner*In geben!
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#9 SperoAnonym
  • 21.06.2020, 14:41h
  • Verdammt Traurig was da abgeht... Kenne ich aus meiner Erfahrung. Wurde von der eigenen Familie in die Psychiatrie getrieben und verleumdet. Psychiater sagt ich sei krank da ich gay bin. Wurde immer wieder mit Zwangsmedikation und Spritzen bei Fixierung gefoltert und das in der BRD. Keiner hat geholfen und heute bin ich Obdachlos noch. 7 Jahre zu Unrecht dazu in geschlossenen gehockt. Ich wurde meiner Jugend beraubt und das im 21.Jahrhundert.
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