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Zum CSD

Hannover setzt Modellprojekt "Ampelmenschen" als Zeichen für Vielfalt um

Auch die niedersächsische Landeshauptstadt erhält "Homo-Ampeln" – allerdings nur grüne.


Diesem lesbischen Paar kann man künftig folgen (Bild: Stadt Hannover)

  • 27. Mai 2020, 20:24h, noch kein Kommentar

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat erklärt, dass man am Donnerstag anlässlich des CSDs am darauf folgenden Wochenende vier ausgewählte Fußgängerampeln in der Innenstadt mit neuen Signalgeberscheiben versehen werde, die unterschiedliche Paare von Ampelmenschen zeigen. Die Kosten der Umrüstung der Ampelanlagen war im Vorfeld auf 7.000 Euro geschätzt worden.

Konkret werden Mann und Frau, Frau und Frau sowie Mann und Mann gezeigt. Mit diesem Modellprojekt wolle die Verwaltung "ein Zeichen für eine offene Stadt und ein wichtiges Signal für ein vielfältiges Miteinander" setzen. Die Ampelschablonen sollen nach dem Ende der CSD-Saison nicht wieder abgenommen werden, die Maßnahme sei vielmehr "für den dauerhaften Betrieb gedacht".

Konkret geht es dabei um Ampeln an den Kreuzungen Ernst-August-Platz / Kurt-Schumacher-Straße, Karmarschstraße / Marktstraße und Georgstraße / Baringstraße sowie um die Ampel zur Querung des Steintorplatzes in Verlängerung der Langen Laube. Es würden aber nur die grünen Signalbilder ausgetauscht, "um die verkehrsrechtliche Bedeutung der roten Signalgeber nicht in Frage zu stellen".

Die Umsetzung geht auf einen Beschluss des Verwaltungsausschusses vom 13. Februar zurück (queer.de berichtete).


Auch dieses grüne Paar sollen ab Donnerstag in Hannover erstrahlen (Bild: Stadt Hannover)

Ursprünglich stammt die Idee für die gleichgeschlechtlichen Ampelpärchen aus Österreich: Im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2015 wurden in Wien die ersten derartigen Lichzeichenanlagen installiert (queer.de berichtete). Das führte zu weltweiter Berichterstattung, was Wien dazu brachte, die eigentlich zeitlich begrenzte Aktion fortzusetzen. Für die Tourismusindustrie galt die Aktion als billige Werbemaßnahme, um schwule Touristen und lesbische Touristinnen anzuziehen. Die Idee wurde seitdem von mehreren Städten in Deutschland, Europa und sogar in Australien übernommen.

Die Hannoveraner Befürchtung, dass die roten Ampelpärchen Fußgänger verwirren könnten und so zu mehr Unfällen führten, wies die Stadt Wien übrigens bereits vor viereinhalb Jahren mit einer Studie zurück. Darin heißt es, dass die größere Leuchtfläche der Ampelpärchen Menschen vielmehr dabei helfe, die Signale besser wahrzunehmen (queer.de berichtete).

Der CSD in Hannover wird in diesem Jahr aufgrund der Corona-Beschränkungen am Sonntag vor allem online begangen. (cw)