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Heimkino

Der schwule Onanie-Klassiker aus der Sowjetunion

Dreißig Jahre hat Khusein Erkenovs surreales Werk über russische Rekruten bereits auf dem Buckel. Nun gibt es eine digital restaurierte Fassung des Kultfilms "100 Tage, Genosse Soldat" im Salzgeber-Club als VoD.


Schwarz-weiß-Still aus dem Film: "100 Tage, Genosse Soldat" erzählt von homoerotischer Nähe als auch schweren Misshandlungen unter Rekruten der Sowjetarmee (Bild: Edition Salzgeber)

Junge Rekruten stehen mit klatschnassen Uniformen im Regen, die meisten mit freiem Oberkörper. Danach liegen sie, hübsch drapiert als Tableau vivant, halbnackt und schlafend im Stroh auf dem Boden einer Ruine. Später seift sich die halbe Kompanie im Duschraum gegenseitig auf Steintischen ein. Zuvor pinkelt ein besoffener Vorgesetzter einen schlafenden Soldaten in dessen Bett an – zur Freude eines grinsenden Kameraden.

Pasolini trifft Tarkowski lautet das Motto von diesem assoziativen Bilderreigen, das Erstlingsregisseur Khusein Erkenov nach Vorlage des russischen Erfolgsautor Juri Poljakov 1990 kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion inszenierte. Eine digital restaurierte Fassung von "100 Tage, Genosse Soldat" ist jetzt für vier Wochen exklusiv im Salzgeber Club zu sehen.

Softies und Six-Pack-Soldaten


Poster zum Film: "100 Tage, Genosse Soldat" gibt es vom 28. Mai bis 24. Juni 2020 exklusiv als VoD auf salzgeber.de

Eine Geschichte im klassischen Sinn gibt es nicht, impressionistisch geht es um das Schicksal von fünf jungen Rotarmisten, die im Ausbildungsalltag der sowjetischen Armee schier endlos mit Gewalt und Demütigungen konfrontiert sind. Der sensible Jelin erträgt die ständigen Schikanen und Misshandlungen seiner Kameraden und Vorgesetzten nur, in dem er sich erfolgreich immer wieder in Traumwelten flüchtet.

Der robustere Sub kommt mit dem Soldaten-Schicksal der Macho-Welt sehr viel besser klar. Er gilt als beliebt und wird am Tag seiner Entlassung mit viel Wodka und Ritualen gefeiert – doch am Morgen danach findet ein schockierter Junge seine Leiche am Strand. In seltsam weichen, farblich bisweilen verblichen wirkenden Bildern inszeniert Erkenov seinen impressionistischen Trip der surrealen Art.

Kollektive Einseif-Orgie auf steinernen Tischen

"100 Tage, Genosse Soldat" ist der schwule sowjetische Kultfilm schlechthin, zu dem nicht wenige onaniert haben: Nach der Ouvertüre mit halbnackten Rekruten werden die jungen Männer immer freizügiger inszeniert – als Models mit markanten Gesichtern und dezenten Sixpack-Bodys. Die kollektive Einseif-Orgie auf steinernen Tischen könnte glatt als Gang-Bang à la Tarkowski durchgehen.

Als surreales Sahnehäubchen taucht dann noch Elena Kondulainen leibhaftig auf, die immerhin als erstes offizielle Sexsymbol der UdSSR gilt. "In einer deiner Zellen ist ein nackter Soldat!", darf sie einem Wärter sagen, bevor sie selbst im Lederoutfit einen jungen Wachmann verführt.

Nur bescheidene 67 Minuten dauert dieser alptraumhafte "100 Tage"-Trip. Verquaster Kitsch-Quatsch? Assoziativer Arthaus-Klassiker? Schlichte Softporno-Ästhetik? Vergessenes Meisterwerk? Das hängt vom Auge des Betrachters ab. Oder von der Qualität des Wodkas. Als Zeitdokument allemal sehenswert.

Vimeo / Salzgeber & Co. Medien GmbH | Offizieller Trailer zu "100 Tage, Genosse Soldat" und Möglichkeit, den Film direkt anzuschauen

Infos zum Filmift

100 Tage, Genosse Soldat. Spielfilm. UdSSR 1990. Digital restaurierte Fassung. Regie: Khusein Erkenov. Darsteller: Armen Daigarhanian, Lena Kondulainen, Aleksandr Chislov, Oleg Vasilkov, Vladimir Zamansky, Roman Grekov, Elena Kondulainen. Laufzeit: 67 Minuten. Sprache: russische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Vom 28. Mai bis 24. Juni 2020 exklusiv im Salzgeber Club als Video on Demand
Galerie:
100 Tage, Genosse Soldat
10 Bilder


#1 Pink FlamingoAnonym
  • 29.05.2020, 08:05h
  • Damals ließ ich mich vom Titel und dem Bildcover zum Kauf dieses Films verleiten. Ebenso auch beim zweiten. Allein in 4 Wänden. Von Alexander Westmeier. Doch beim betrachten beider Filme war ich eher traurig, als das es mich in irgendeiner Form sexuell erregt hat. Zudem mußte ich ständig dabei an meine einzige russische Bekanntschaft, einen 18 jährigen blonden Jüngling aus Novosibirsk denken, den ich dabei geholfen hatte, aus Russland herauszukommen.
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