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Staatshomophobie
Zu homofreundlich: Polnische Staatsanwaltschaft geht gegen IKEA vor
IKEA hatte einen Mitarbeiter gefeuert, der in der internen Firmenkommunikation Homosexuellen mit dem Tod gedroht hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit die Religionsfreiheit des Homo-Hassers verletzt wurde.

Bizarr: IKEA muss sich in einem EU-Staat vor Gericht verantworten, weil das Unternehmen schwule Mitarbeiter und lesbische Mitarbeiterinnen schützen wollte (Bild: Sam Greenhalgh / flickr)
- 29. Mai 2020, 08:29h 2 Min.
In Warschau hat die Staatsanwaltschaft laut der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch Anklage gegen eine Leiterin der Personalabteilung des IKEA-Einrichtungshauses in Krakau erhoben, weil diese einen homophoben Mitarbeiter gefeuert hatte. Der Fall hatte vergangenes Jahr für Aufregung gesorgt – die rechtspopulistische PiS-Regierung und die katholische Kirche warfen dem schwedischen Konzern vor, die Religionsfreiheit des Mitarbeiters verletzt zu haben.
Tomasz K. hatte ein offizielles Diversity-Schreiben von IKEA Polen kritisiert, nach dem sexuelle und geschlechtliche Minderheiten am Arbeitsplatz gleich behandelt werden müssen. Er verbreitete intern Stellen aus der Bibel, laut denen Homosexuelle eine "Blutschuld" auf sich geladen hätten und sterben müssten. Unter anderem zitierte er das Matthäus-Evangelium, wonach es bei einem bestimmten Schlag von Menschen besser sei, "dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist". Zudem erklärte er: "Homosexualität und andere Abweichungen zu akzeptieren und dafür zu werben ist skandalös." Nachdem er sich weigerte, die Aussagen in der internen Firmenkommunikation zu löschen, wurde er fristlos entlassen.
Staatsanwaltschaft: IKEA hat Vorurteile gegen Christen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die namentlich nicht genannte IKEA-Personalleiterin mit der Entlassung das Recht auf freie Religionsausübung des Mitarbeiters verletzt. Die Entlassung habe auf Vorurteilen gegenüber der Religion des Angestellten beruht. Der Angeklagten droht jetzt eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Sie wird jedoch vom Möbelkonzern unterstützt: "Als Arbeitgeber werden wir unserer Angestellten alle Hilfe und Unterstützung zukommen lassen", erklärte eine Sprecherin der niederländischen INGKA Group, des IKEA-Mutterkonzerns, gegenüber Reuters. Neben diesem Verfahren ist auch ein von K. angestrengtes Zivilverfahren gegen IKEA anhängig. Anwälte der homophoben Hassorganisation Ordo Iuris unterstützten K. bei seinem rechtlichen Kreuzzug gegen das Möbelhaus.
In Polen wurden seit dem Wahlsieg der homophoben Partei PiS im Oktober letzten Jahres Attacken auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten verstärkt. So riefen sich rund 100 Regionen, Landkreise und Gemeinden zu "LGBTI-freien Zonen" aus (queer.de berichtete). Zuletzt sorgte für Aufsehen, dass die Polizei in Kattowitz auf Druck von Ordo Iuris mehrere Studierende ohne Angabe von Gründen zu einem Verhör einbestellt und unter Druck gesetzt hatte. Ihr "Vergehen": Sie hatten sich über eine homophobe Professorin beschwert (queer.de berichtete). (dk)
















IKEA hatte einen Mitarbeiter gefeuert, der in der internen Firmenkommunikation Homosexuellen mit dem Tod gedroht hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit die Religionsfreiheit des Homo-Hassers verletzt wurde.
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Aha, Religionsfreiheit bedeutet also, dass man andere mit dem Tod bedrohen darf.
Darf man das dann auch ausführen und andere ermorden, wenn sie sich nicht an die religiösen Vorstellungen anderer halten?
Die Religioten werden echt immer bekloppter. Aber auch immer gefährlicher.
Es wird höchste Zeit, dass die EU endlich einschreitet.