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Staatshomophobie

Zu homofreundlich: Polnische Staatsanwaltschaft geht gegen IKEA vor

IKEA hatte einen Mitarbeiter gefeuert, der in der internen Firmenkommunikation Homosexuellen mit dem Tod gedroht hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit die Religionsfreiheit des Homo-Hassers verletzt wurde.


Bizarr: IKEA muss sich in einem EU-Staat vor Gericht verantworten, weil das Unternehmen schwule Mitarbeiter und lesbische Mitarbeiterinnen schützen wollte (Bild: Sam Greenhalgh / flickr)

In Warschau hat die Staatsanwaltschaft laut der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch Anklage gegen eine Leiterin der Personalabteilung des IKEA-Einrichtungshauses in Krakau erhoben, weil diese einen homophoben Mitarbeiter gefeuert hatte. Der Fall hatte vergangenes Jahr für Aufregung gesorgt – die rechtspopulistische PiS-Regierung und die katholische Kirche warfen dem schwedischen Konzern vor, die Religionsfreiheit des Mitarbeiters verletzt zu haben.

Tomasz K. hatte ein offizielles Diversity-Schreiben von IKEA Polen kritisiert, nach dem sexuelle und geschlechtliche Minderheiten am Arbeitsplatz gleich behandelt werden müssen. Er verbreitete intern Stellen aus der Bibel, laut denen Homosexuelle eine "Blutschuld" auf sich geladen hätten und sterben müssten. Unter anderem zitierte er das Matthäus-Evangelium, wonach es bei einem bestimmten Schlag von Menschen besser sei, "dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist". Zudem erklärte er: "Homosexualität und andere Abweichungen zu akzeptieren und dafür zu werben ist skandalös." Nachdem er sich weigerte, die Aussagen in der internen Firmenkommunikation zu löschen, wurde er fristlos entlassen.

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Staatsanwaltschaft: IKEA hat Vorurteile gegen Christen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die namentlich nicht genannte IKEA-Personalleiterin mit der Entlassung das Recht auf freie Religionsausübung des Mitarbeiters verletzt. Die Entlassung habe auf Vorurteilen gegenüber der Religion des Angestellten beruht. Der Angeklagten droht jetzt eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren. Sie wird jedoch vom Möbelkonzern unterstützt: "Als Arbeitgeber werden wir unserer Angestellten alle Hilfe und Unterstützung zukommen lassen", erklärte eine Sprecherin der niederländischen INGKA Group, des IKEA-Mutterkonzerns, gegenüber Reuters. Neben diesem Verfahren ist auch ein von K. angestrengtes Zivilverfahren gegen IKEA anhängig. Anwälte der homophoben Hassorganisation Ordo Iuris unterstützten K. bei seinem rechtlichen Kreuzzug gegen das Möbelhaus.

In Polen wurden seit dem Wahlsieg der homophoben Partei PiS im Oktober letzten Jahres Attacken auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten verstärkt. So riefen sich rund 100 Regionen, Landkreise und Gemeinden zu "LGBTI-freien Zonen" aus (queer.de berichtete). Zuletzt sorgte für Aufsehen, dass die Polizei in Kattowitz auf Druck von Ordo Iuris mehrere Studierende ohne Angabe von Gründen zu einem Verhör einbestellt und unter Druck gesetzt hatte. Ihr "Vergehen": Sie hatten sich über eine homophobe Professorin beschwert (queer.de berichtete). (dk)



#1 Carsten ACAnonym
  • 29.05.2020, 10:40h
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    IKEA hatte einen Mitarbeiter gefeuert, der in der internen Firmenkommunikation Homosexuellen mit dem Tod gedroht hatte. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass damit die Religionsfreiheit des Homo-Hassers verletzt wurde.
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    Aha, Religionsfreiheit bedeutet also, dass man andere mit dem Tod bedrohen darf.

    Darf man das dann auch ausführen und andere ermorden, wenn sie sich nicht an die religiösen Vorstellungen anderer halten?

    Die Religioten werden echt immer bekloppter. Aber auch immer gefährlicher.

    Es wird höchste Zeit, dass die EU endlich einschreitet.
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#2 HilflosAnonym
  • 29.05.2020, 11:27h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Dafür müsste die EU erst mal ein Instrumentarium haben, um eingreifen zu können.

    Das ist ja leider der Gründungsfehler der EU, dass man gedacht hat, alle Staaten würden automatisch zu Vorzeigestaaten, nur weil sie EU-Mitglied sind.

    Dass es auch Staaten gibt, die nur aus finanziellen Gründen Mitglied geworden sind und die ansonsten auf die EU, die anderen EU-Staaten und die EU-Gesetze scheißen, hat man nicht bedacht.

    De facto hält die EU solche Regime sogar noch an der Macht, weil sie sie mit EU-Milliarden pimpt, wodurch die sich als erfolgreich präsentieren können und wiedergewählt werden.

    Gerade vor der Ost-Erweiterung hätte die EU eine Ablösung des Einstimmigkeitsprinzips durch ein (wie auch immer konkret gestaltetes) Mehrheitsprinzip vornehmen müssen. Und verbindliche Menschenrechtsstandards einführen müssen, deren Nichtbeachtung einen Verlust aller EU-Zahlungen bedeutet hätte.
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#3 leckerpuddingAnonym
  • 29.05.2020, 11:32h
  • Okay, Religionsfreiheit bedeutet das man seine Religion ausleben darf ohne diskriminiert zu werden, es heißt nicht das es einem die Erlaubnis gibt andere zu beleidigen und Ihnen den Tod zu wünschen. Laut Bibel sind tattoos auch eine Sünde deshalb darf ich aber doch anderen nicht den Tod wünschen weil sie tättoowiert sind. Ich hoffe dass das Gericht richtig entscheidet und wenn nicht das sie sich an den euröpäischen Gerichtshof wenden damit die EU den Polen sagt wo es lang geht.
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#4 Peck_SProfil
  • 29.05.2020, 11:40hFrankenthal
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Bin im Grunde ganz bei dir, allerdings glaube ich nicht, dass vor den ersten Toten irgendwas substanzielles im Europäischen Parlament passiert.

    Und selbst dann bin ich skeptisch, denn nach der staatlichen Verfolgung und Ermordung in Tschetschenien hat es nichtmal für Sanktionen gereicht, ebenso nicht bei dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei in Syrien, inklusive der Annexion syrischer Landesteile und der Hilfenahme islamistisch, dschihadistischer Söldnertruppen. In Griechenland setzt die EU das Menschenrecht auf Asyl faktisch aus, in der Hoffnung, dass der, der 5 Jahre auf seine Antragstellung warten muss, schon wieder freiwillig umkehrt.

    Da glaube ich nicht, dass Miss von der Leyen für ein paar Schwulen und Lesbenrechte einen Finger rührt. Zumal wir ja auch kein eigenständiger Wirtschaftszweig sind. Wo kein Geld, da keine Relevanz.
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#5 YannickAnonym
  • 29.05.2020, 11:50h
  • Antwort auf #3 von leckerpudding
  • Ja, solche Leute verstehen nicht den Sinn von Grundrechten.

    Religionsfreiheit bedeutet, dass man seine Religion ausüben darf, ohne deswegen diskriminiert zu werden. Aber es bedeutet nicht, dass man andere diskriminieren darf, die etwas anderes oder gar nichts glauben.

    Alle Freiheitsrechte finden ihre Grenzen immer dort, wo andere in ihren Freiheiten eingeschränkt werden. Ansonsten wäre das ja kein Freiheitsrecht, sondern nur Einzelrecht für einige und wer würde dann entscheiden, welche diese Sonderrechte bekämen?

    Aber das kapieren solche Leute nicht. Oder sie wollen es nicht kapieren.
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#6 YannickAnonym
  • 29.05.2020, 11:54h
  • Jetzt wollen religiöse Fanatiker also sogar schon Arbeitgebern verbieten, ihre Mitarbeiter vor Drohungen und Gewalt zu schützen.

    Totaler Realitätsverlust und endgültiges Abdriften in den Wahnsinn...
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#7 TheoAnonym
  • 29.05.2020, 12:29h
  • Wann lernen die Leute denn endlich mal, dass man kein Buch, das vor mehr oder weniger 2000 Jahren von zig Leuten verfasst worden ist, nicht als Rechtsgrundlage auffassen kann, nur weil es eben da ist?
    Wir verfahren ja auch immerhin nicht mehr so wie die alten Römer es gemacht haben. Und deren Texte sind immerhin auch vorhanden.
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#8 Alexander_FAnonym
  • 29.05.2020, 12:35h
  • Da sieht man mal, was Christen damit meinen, wenn sie sagen, sie wollen "ihren Glauben leben". Es ist das gleiche gute Recht, was sich auch ein Herr Seehofer und seine Spießgesellen nicht nehmen lassen wollen. Wo kämen wir denn mit der Freiheit hin, wenn wir anderen nicht das Leben zur Hölle machen dürften?
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#9 AlteNewsAusDanzigAnonym
  • 29.05.2020, 12:50h
  • Antwort auf #4 von Peck_S
  • "allerdings glaube ich nicht, dass vor den ersten Toten irgendwas substanzielles im Europäischen Parlament passiert."

    Vergiss bitte Pawe Adamowicz nicht. Der wurde ermordet.

    Natürlich hat man den Täter dann ganz flink in die "der war doch nur ein kranker Irrer" Ecke gesteckt, um ja nicht auch nur in die Nähe einer Verantwortung durch jahrelange Hetze zu kommen.

    Schon praktisch so in verwirrter Einzeltäter.
    Ansonsten nur gute Menschen auf allen Seiten.
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#10 Ralph
  • 29.05.2020, 13:34h
  • Ein lupenrein faschistischer Staat beschäftigt natürlich lupenrein faschistische Staatsanwälte.
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