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"Melde deinen Fall!"

L-Support: Berliner Projekt will lesbenfeindliche Gewalt sichtbar machen

Die Kampagne "Melde deinen Fall!" soll der Öffentlichkeit zeigen, welchen Umfang homophobe Gewalt gegen lesbische und bisexuelle Frauen hat.


Übergriffe können per Web-Formular oder Telefon gemeldet werden
  • 29. Mai 2020, 11:04h, noch kein Kommentar

Mit der Kampagne "Melde deinen Fall!" ruft das Berliner Anti-Gewalt-Projekt L-Support Frauen ab Montag dazu auf, ihre Erlebnisse mit homophober Gewalt zu melden. "Es gibt keine validen Zahlen oder wissenschaftliche Studien zu homophober Gewalt gegen Frauen", erklärte Projektleiterin Sabine Beck am Donnerstag. Die Meldungen sollen anonymisiert und statistisch ausgewertet werden, um Erkenntnisse über lesbenfeindliche Gewalt zu gewinnen.

Da Homophobie oftmals als ausschließlich Männer betreffendes Phänomen diskutiert werde, fehle die Unterstützung für lesbische, bisexuelle und queere Frauen, die homophobe Gewalt erfahren, argumentierten die Aktivistinnen. Diese Fälle würden zu einem großen Teil im Privaten aufgearbeitet und blieben für den Rest der Gesellschaft unsichtbar. Dadurch gebe es kaum eine Infrastruktur, um diese Frauen zu unterstützen. Laut L-Support würden bei der Berliner Polizei jährlich nur zirka zehn bis 20 Strafanzeigen von Frauen gestellt, die Opfer von homophober Gewalt wurden.

Das Projekt will während der Covid-19-Pandemie vor allem in sozialen Medien aktiv sein: Unter dem Hashtag #meldedeinenfall will L-Support mit verschiedenen Einträgen und Videos auf homophobe Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen.

Betroffene könnten online unter www.l-support.net/meldeformular oder telefonisch unter 030 216 22 99 (Samstag und Sonntag von 17 bis 19 Uhr) auch Ereignisse melden, die Monate oder Jahre zurückliegen, hieß es. Auch nicht-binäre und trans Menschen könnten sich an die neue Anlaufstelle wenden. L-Support wird von der Berliner Senatsverwaltung für Antidiskriminierung gefördert. (dpa/dk)