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Podcast

Warum Patrick Lindner auf dem CSD singen muss!

Im neuen QUEERKRAM-Podcast spricht Johannes Kram mit dem Schlagerstar über den Absturz nach dem Coming-out 1999, seine Funktion als "Bindeglied" zwischen Community und Konservativen, seine Stiftung für queere Jugendliche und ob er sich ein Duett mit Kerstin Ott vorstellen kann.

Direktlink | MP3 | Die siebte Folge (61 Min.) | Der Podcast bei iTunes, Spotify, Podigee
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Hape Kerkeling hatte ihm inständig abgeraten, Patrick Lindner tat es dennoch. 1999 outete er sich als schwul. In einer Zeit, in der Homosexualität in Deutschland als anstößig galt. Vor allem in der Volksmusik, wo Lindner damals einer der ganz Großen war. Es folgte der von Kerkeling prophezeite große Absturz…

Im neuen QUEERKRAM-Podcast von Johannes Kram spricht der 59-Jährige offen über den gewaltigen Knick in seiner Karriere, den sich junge Queers heute kaum noch vorstellen können, den persönlichen Druck in den Jahren des Versteckspiels zuvor, aber auch wie er als Schlagersänger seinen verdienten Platz im deutschen Showbusiness zurückeroberte.

Ein Wanderer zwischen zwei Welten


Patrick Lindner hatte sich 1999 als schwul geoutet

Doch Johannes Kram hat nicht nur einen hochspannenden Zeitzeugen zu Gast, sondern auch einen Wanderer zwischen zwei Welten, der gerade deshalb viel zur Akzeptanz von Lesben und Schwulen in Deutschland beigetragen hat und dies immer noch tut. "Ich sehe mich als Bindeglied zwischen unserer homo­sexuellen Community und der ganz konservativen Hörerschaft", sagt Lindner im Podcast. Er fühle sich sehr wohl in der Rolle des Vermittlers.

Doch die kann manchmal ziemlich einsam sein. Obwohl sich der Schlagerstar mit einer eigenen Stiftung für queere Kids engagiert und in München LGBTI-Schulaufklärung leistet, wünscht sich Johannes Kram mehr Unterstützung für ihn aus der Community. Ein Mann mit dieser Geschichte, mit diesem Engagement und mit diesem Talent muss doch beim CSD auftreten und gefeiert werden!

Im Podcast, übrigens das erste lange Gespräch des Sängers mit einem queeren Medium, geht es außerdem u.a. um versteckte Botschaften in Liedern wie "Das Leben hat uns bunter gemacht", um die Frage, ob es eine "Homolobby" im deutschen Schlager gibt, und um seinen bevorstehenden 60. Geburtstag am 27. September.

Ich wünsche Patrick Lindner, dass Kerstin Ott diesen Podcast hört und sein Angebot zu einem Duett dankend annimmt!

Zum Auftakt von QUEERKRAM hatte Johannes Kram Ende Februar Theaterregisseur Falk Richter und Schauspieler Jonas Dassler zu Gast. In der zweiten Folge sprach er mit trans Bundeswehrsoldatin Anastasia Biefang, anschließend mit dem schwulen Comic-Papst Ralf König., den lesbischen Journalistinnen Stephanie Kuhnen und Juliane Löffler dem "Lindenstraße"-Schauspieler Georg Uecker sowie zuletzt mit der Ex-Chefredakteurin der Deutschen Welle, Ines Pohl.

-w-

#1 ChakkaAnonym
  • 30.05.2020, 09:41h
  • Nein nein bloß nicht, bitte ermutigt ihn nicht zum singen. Kerstin Ott? Wollt ihr, dass uns die Haare im Ohr brennen?
    CSD oder ZDF Gartenschlagershow.... Leudde ey... Ihr seid hier doch nicht die Gala oder so ein Mist
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#2 saltgay_nl
  • 30.05.2020, 10:10hZutphen
  • Warum haben viele Schwule einen Geschmack wie ein totes Pferd?

    Patrick Lindner war ein Schlagerfuzzy. Deutsche Schlager verstoßen gegen das Jugendschutzgesetz und sind akustische Umweltverschmutzung. Aber es gibt ja auch genügend alte Salontucken, die für - horribile dictu et auditu - Operetten schwärmen.
    Aus Kitsch kann niemals Kunst werden. Armer Heinz-Werner Henze, als hervorragender Komponist mit diesen Nichtskönnern wie Siegel, Weiß, Läähaaarrrr und Konsorten in einer Reihe gestellt zu werden.

    Mir ist es unbegreiflich, wie sich jemand für Kitsch begeistern kann. Gut, Axel Cäsar Springer ist der Homosexualität unverdächtig und hat ebenfalls eine widerwärtige Lust zum Kitsch verspürt. Das kann man gut an seinem Büro sehen, welches im Film "Pappa ante portas" das Büro des Generaldirektors Blume darstellt. Aber es ist eben deutlich zu unterscheiden zwischen Kunst und Kunsthandwerk.

    Patrick Lindner habe ich vor einiger Zeit in einem Fernsehfilm gesehen, wo ich erfuhr, dass er eine Ausbildung zum Koch genossen hat. Ich denke, so wie er sich dort im Film präsentierte, sollte man ihn wertschätzen. Er hat eben mit Kitsch Geld verdient, das ist nun vorbei. Warum darf er sich jetzt nicht als der eigentliche Patrick Lindner präsentieren? Muss denn immer alles auf die deutsche Konsenskacke hinauslaufen, wo der Dackel von Huusmeester Krause im Duett mit dem deutschen Schäferhund, gefangen genommen von urdeutscher Sentimentalität, jault?
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#3 Taemin
  • 30.05.2020, 10:47h
  • Antwort auf #2 von saltgay_nl
  • Vorsicht mit dem Verdammungsurteil über Operetten. Es gibt nicht nur den späten Operettenkitsch aus dem frühen 20. Jh., es gibt auch Jacques Offenbach, dessen gesellschaftskritische Operetten weit über alles hinausgehen, was spätere Bühnenwerke zustande bringen. Setzt man heute z.B. dem König Bobeche im "Blaubart" oder dem Vizekönig in der "Insel Tulipatan" eine blonde Perücke auf, gerät das Werk zum Spottgedicht auf Donald Trump, so wie es im Original eines auf Napoleon III. war. Offenbachs Verhöhnung eitler Tyrannen und ihrer Speichellecker ist zeitlos und bleibt aktuell.
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