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Im Alter von 85 Jahren

Homo-Hasser Lou Sheldon gestorben

Der evangelische Pfarrer gehörte mit seiner "Traditional Values Coalition" jahrzehntelang zu den LGBTI-feindlichsten Lobbyisten in den USA.


Lou Sheldon 1991 bei der live im Fernsehen übertragenen Conservative Political Action Convention

Schwule Männer bezeichnete er pauschal als Kinderschänder, zudem würden Homo-Aktivisten versuchen, mit einer Marketingkampagne nach dem Vorbild von Adolf Hitler Heterosexuelle auf ihre Seite ziehen zu wollen. Auch wenn viele Ansichten von Lou Sheldon heute abenteuerlich oder gar albern klingen, gehörte der Pfarrer über Jahrzehnte zu den einflussreichsten christlichen Lobbyisten der Vereinigten Staaten. Am Freitag ist Sheldon nach Angaben seines Schwiegersohns im Alter von 85 Jahren in Südkalifornien gestorben. Zur Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

Sheldon war ursprünglich ein presbyterianischer Pfarrer, später wechselte er zur LGBTI-feindlichen "Anglican Church in North America", die sich nach der Wahl Gene Robinsons zum Bischof von der Episkopalkirche abgespalten hatte. 1980 gründete er im kalifornischen Anaheim im berühmten Orange County südlich von Los Angeles die "Traditional Values Coalition" (Koalition der traditionellen Werte), die sich insbesondere dem Kampf gegen LGBTI-Rechte verschrieben hatte.

Gute Kontakte ins Weißen Haus

In den Achtziger- und Neunzigerjahren zählte die Organisation zu den einflussreichsten christlichen Lobbygruppen in den USA. Der Einfluss sank nach dem Jahrtausendwechsel, Sheldon war aber für Republikaner weiter ein wichtiger Verbündeter, von dem sie sich Stimmen von evangelikalen Wähler*innen erhofften. Laut der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center, die Sheldons Organisation wegen ihrer Homophobie als "Hass-Gruppe" einordnet, traf sich allein Sheldon acht Mal persönlich mit Präsident George W. Bush (2001-2009) im Weißen Haus. Seit zwei Jahren ist von der Organisation jedoch nichts mehr zu hören; die Website wurde abgeschaltet und die Telefonverbindungen wurden abgemeldet. Eine Facebookseite gibt es zwar noch, sie wurde aber seit Juli 2018 nicht mehr aktualisiert.

Die Liste von Sheldons homophoben Äußerungen ist sehr lang. So beschrieb der Pfarrer Homosexualität nicht wie andere Homo-Hasser als "Lifestyle", sondern als "Deathstyle". HIV-Positive sollten ihm zufolge "nach dem Vorbild von Lepra-Kranken" in eigene Kolonien gezwungen werden, "um die Allgemeinbevölkerung zu schützen".

Sheldon: Homosexuelle rekrutieren Kinder und agieren wie Hitler

In einem Magazin seiner Organisation schrieb er 2004 einen Artikel mit der Überschrift "Homosexuelle rekrutieren Kinder an öffentlichen Schulen" und erklärte: "Homosexuelle fallen in öffentlichen Schulen ein. Das bedeutet, dass mehr Kinder misshandelt oder in die Welt der Homosexualität hineinindoktriniert werden. Viele von ihnen werden in dieser Welt sterben."


Selbst vor Hitler-Vergleichen schreckte Sheldon nicht zurück. So veröffentlichte er ebenfalls 2004 einen Artikel, in dem er homosexuellen Organisationen vorwarf, bei Hitler zu klauen: "Die Amerikaner müssen verstehen, dass ihre Einstellung über Homosexualität bewusst und hinterhältig verändert wird von einer meisterhaften Propanda-/Marketingkampagne, die es mit der von Adolph (sic) Hitler aufnehmen kann. In Wirklichkeit stammen viele Strategien, die Homosexuelle nutzen, um die Kultur in Amerika zu verändern, direkt aus Hitlers Schriften."

2010 schrieb seine Organisation angesichts der Aufhebung des Homo-Verbots in den amerikanischen Streitkräften: "LGBT-Aktivisten tanzen vor Freude, weil sie unser US-Militär erobert haben – aber das ist nur ein Scharmützel im Kampf, unsere ganze Kultur zu homosexualisieren." (dk)



#1 Geister-Gerlinde24Anonym
  • 02.06.2020, 13:52h
  • In den USA sagt man, dass, wenn man über einen Verstorbenen nichts Gutes zu sagen hat, man schweigen sooll.
    Also schweige ich!
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#2 JeeensAnonym
#3 panzernashorn
  • 02.06.2020, 15:36h
  • "De mortuis ni(hi)l nisi bene"

    Aber Überlieferung und Tradition hin oder her - in diesem Fall sollte man explizit das Böse auch benennen (dürfen) und sogar müssen, um diese verlogene Pseudochristlichkeit darzustellen, wie sie wirklich ist.

    Schweigen ist nun mal nicht immer Gold!
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