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Pride-Monat
Ivanka Trump twittert Regenbogenfahne: "Weniger Hass, mehr Liebe"
Während ihr Vater LGBTI-Rechte immer mehr beschneidet, spielt die "Präsidentenberaterin" eine Verbündete der queeren Bewegung. Das stößt auf wenig Gegenliebe.

Ivanka Trump will so etwas wie das "menschliche Gesicht" der Trump-Regierung sein – viele kann sie aber damit nicht überzeugen (Bild: Marc Nozell / flickr)
- 2. Juni 2020, 12:36h 2 Min.
Ivanka Trump hat am Pfingstmontag angesichts des beginnenden Pride-Monats Juni auf Twitter ein Bild mit der Aufschrift "Liebe" in Regenbogenfarben veröffentlicht und dazu geschrieben: "Weniger Hass, mehr Liebe". Dazu veröffentlichte die 38-Jährige regenbogenfarbene Herzen, eine Regenbogenfahne sowie den Hashtag #Pride2020.

Der Tweet kam bei vielen Mitgliedern der LGBTI-Community schlecht an. Kritisiert wurde unter anderem die LGBTI-feindliche Politik und die aggressive Rhetorik Trumps, der sich kurz vor der Präsidentschaftswahl im November mit Homo-Hassern umgibt, offenbar um seine Chancen auf evangelikale Stimmen zu steigern (queer.de berichtete). Außerdem wurde Ivanka Trump dafür attackiert, dass sie an der LGBTI-feindlichen Politik des Weißen Hauses, etwa am Transverbot im US-Militär oder an geplanten Einschränkungen in der Gesundheitsvorsorge für sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten, nie öffentlich Kritik übe. Der bekannte LGBTI-Aktivist Michelangelo Signorile antwortete daher der Präsidententochter via Twitter trocken, aber mit einer Höflichkeitsformel: "Bitte geh zur Hölle."

Präsident Trump selbst ignorierte den CSD-Monat in den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit völlig. Der Republikaner beendete damit die Tradition seines Vorgängers Vorgänger Barack Obama, der zwischen 2008 und 2016 jährlich einen offiziellen "Pride Month" proklamierte (queer.de berichtete).
Immerhin: Vergangenes Jahr twitterte Trump anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Stonewall-Aufstands erstmals über den "Pride Month" und versprach eine "globale Kampagne, um Homosexualität zu entkriminalisieren" (queer.de berichtete). Auf diese Kampagne warten LGBTI-Organisationen aber noch bis heute. Dieses Jahr konzentriert sich Trump in seinen öffentlichen Äußerungen am 1. Juni darauf, die Antirassismus-Demonstrant*innen, die nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd vor einer Woche in Dutzenden US-Städten auf die Straße gingen, als Terrorist*innen zu brandmarken.
/ McJesse5 years apart pic.twitter.com/w9MunUQAR8
Jesse McLaren (@McJesse) June 1, 2020
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Unterdessen veröffentlichte der demokratische Trump-Herausforderer Joe Biden ein ausführliches Statement zum Pride-Monat, in dem er LGBTI-Aktivst*innen Unterstützung zusicherte. "Trotz unseres Fortschritts bleibt viel zu tun", so Biden. (dk)
/ JoeBidenPride is a global movement of love, self-expression, and community resilient in the face of oppression and fear and hopeful for a better future. This month, let us recommit to those principles and remain steadfast in the fight for justice and equality. https://t.co/cNxsmEFW6R
Joe Biden (@JoeBiden) June 2, 2020
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Weder hat die Dame jemals öffentlich die queerfeindliche Politik ihres Daddys kritisiert, noch die Hassbotschaften des Hofpredigers, stattdessen selbst gegengesteuert.
Die Schamlosigkeit, mit der hier zwecks Stimmenfang entgegen der eigenen Politik und Taten getwittert wird, ist abstoßend und ekelerregend.