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Gütesiegel "Cannes 2000"

Auch ohne Filmfest: Queere Filme räumen in Cannes ab

Statt Trophäen vergibt das Filmfestival Cannes im Corona-Jahr Gütesiegel. Ein solches bekommt neben Filmen von Francis Lee, François Ozon und Viggo Mortensen auch das Fassbinder-Drama "Enfant Terrible" des deutschen Regisseurs Oskar Roehler.


Lederkerl mit Gütesiegel: Oliver Masucci als Rainer Werner Fassbinder in "Enfant Terrible" (Bild: Bavaria Filmproduktion)
  • 4. Juni 2020, 05:54h, noch kein Kommentar

Das Filmfestival Cannes hat eine Liste mit 56 Filmen vorgestellt, die dieses Jahr mit dem Gütesiegel "Cannes 2020" in die Kinos und Festivals kommen sollen. Ausgezeichnet wurden auch mehrere queere Produktionen.

Unter ihnen ist das Drama "Enfant Terrible" des deutschen Regisseurs Oskar Roehler. Der Film erzählt episodenhaft aus dem Leben des 1982 verstorbenen bisexuellen Filmemachers Rainer Werner Fassbinder mit Oliver Masucci in der Hauptrolle. Der Film soll in Deutschland am 1. Oktober im Verleih von Weltkino in die Kinos kommen.

Neuer queerer Spielfilm von Francis Lee


Lesbische Liebe im 19. Jahrhundert: "Ammonite" (Bild: See-Saw Films)

In die offizielle Auswahl ist auch Francis Lee ("God's Own Country") mit seinem neuen Film "Ammonite" gekommen. Das lesbische Historiendrama mit Kate Winslet und Saoirse Ronan in den Hauptrollen spielt im 19. Jahrhundert und erzählt von der fiktiven Beziehung zwischen der britischen Fossiliensammlerin Mary Anning und Charlotte Murchison, der Frau des schottischen Geologen Roderick Murchison.

Das Gütesiegel "Cannes 2020" erhält auch François Ozon für seinen schwulen Retro-Film "Été 85" (internationaler Titel: "Summer of '85"). Der 19. Spielfilm des französischen Regisseurs spielt in den Achtzigerjahren und handelt von verliebten Teenagern. Passend zur Auszeichnung veröffentlichte Ozon am Mittwoch einen ersten Teaser.

Ein Schwuler und sein homophober Vater

Auf der Liste des Filmfestivals steht nicht zuletzt der Schauspieler Viggo Mortensen mit "Falling". In seinem Regiedebüt, das bereits beim Sundance Festival Ende Januar Premiere feierte, spielt Mortensen einen schwulen Mann namens John, der mit seinem Partner (Terry Chen) und der Adoptivtochter in Südkalifornien lebt. Dort wird er mit der homophoben Welt seines Vaters (Lance Henriksen) konfrontiert, der als Rentner vom Lande nach L.A. umzieht.


In "Falling" spielt Viggo Mortensen einen älteren Schwulen, der mit der Homophobie seines Vaters konfrontiert wird (Bild: Sundance)

Mit der Auswahl der 56 Filme, die der künstlerische Leiter Thierry Frémaux auf Dailymotion und Youtube am Mittwoch vorstellte, will das Festival die Werke fördern. Mit der Liste wolle man bekannt geben, welche Filme das Festival gesehen und gemocht hat, um so deren Veröffentlichung in Kinos und bei Festivals zu erleichtern, erklärte Frémaux im Vorfeld. Cannes ist weltweit eines der wichtigsten Branchenereignisse und konnte wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr nicht wie üblich im Mai stattfinden.

Direktlink | Die Vorstellung der Filme mit englischer Simultan-Übersetzung

Es seien 2.067 Spielfilme eingereicht worden, sagte Frémaux. Das sei ein Rekord. Deshalb sei die Form der 73. Ausgabe in Form einer Empfehlungsliste auch das Mindeste, was das Festival habe tun können. (cw/dpa)