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Steve King ist raus

Homophobster US-Abgeordneter verliert Wahl

Der wegen seiner Homosexuellenfeindlichkeit berüchtigte Steve King hat seine Vorwahl verloren. Zum Verhängnis wurden ihm allerdings nicht Tiraden gegen Schwule, Lesben und Transpersonen, sondern rassistische Äußerungen.


Steve King war rund 18 Jahre lang im Club der 435 Kongressabgeordneten dabei – und sorgte mit Hasstiraden immer wieder für nationale Aufmerksamkeit (Bild: Screenshot PBS)

Steve King wird nach neun Legislaturperioden seinen Sitz im US-Kongress verlieren. Der homophobe Republikaner hat am Dienstag seine innerparteiliche Vorwahl im Wahlkres der Stadt Sioux City (US-Bundesstaat Iowa) verloren. Nur 36,0 Prozent votierten für den 71-Jährigen. Vor zwei Jahren war er bei der Vorwahl noch auf 74,8 Prozent der abgegebenen Stimmen gekommen.

Geschlagen wurde King von seinem Parteifreund Randy Feenstra, der auf 45,7 Prozent kam und damit Kandidat seiner Partei bei dem Kongresswahlen im November wird (eine absolute Mehrheit ist in den USA bei Wahlen in der Regel nicht notwendig). Da der frühere Wahlkreis Kings streng republikanisch ist, gilt Feenstras Wahl als sicher.


Steve King liegt fast zehn Prozentpunkte hinter seinem Kontrahenten

King ist seit 2003 Kongressabgeordneter und wurde stets mit sehr großen Mehrheiten wiedergewählt. Er sorgte während seiner gesamten politischen Laufbahn mit homo- und transphoben Äußerungen für Empörung unter LGBTI-Aktivisten. 2009 erklärte er etwa, dass er die Ehe für alle ablehne, weil sie eine sozialistische Idee sei, deren Ziel es sei, die freie Marktwirtschaft zu vernichten (queer.de berichtete). 2014 verkündete er pauschal, dass Homosexuelle nicht in den christlichen Himmel kämen und sich mit der Hölle begnügen müssten (queer.de berichtete). Studien, die zeigten, dass es Kindern in Regenbogenfamilien gut geht, sind für ihn außerdem genauso Fake News wie Studien zum Klimawandel (queer.de berichtete). Zur Debatte von trans Soldat*innen im US-Militär trug er bei, dass er Transsexuelle mit kastrierten Sklaven gleichsetzte, die in der osmanischen Armee des 16. und 17. Jahrhunderts gedient haben sollen. "Sie waren geeignet für einen Harem, aber sie hatten nicht das Testosteron, um zu kämpfen", so King im Jahr 2017 (queer.de berichtete).

Direktlink | Latenight-Komiker Stephen Colbert machte sich 2015 über Äußerungen Kings zur Ehe für alle lustig – der Republikaner hatte unter anderem davor gewarnt, dass Menschen mit der Ehe-Öffnung Rasenmäher heiraten könnten

Kings Fall war die Frage: Warum ist weiße Vorherrschaft etwas Schlechtes?

In seiner Fraktion galt King zwar als rechter Rabauke, war aber trotz derartiger Äußerungen stets akzeptiert. Das änderte sich erst Anfang 2019, als ein Interview in der "New York Times" selbst unter Parteifreunden als zu rassistisch wahrgenommen wurde. Damals sagte King unter anderem: "Weißer Nationalismus, weiße Vorherrschaft, westliche Zivilisation – weshalb sind diese Begriffe anstößig geworden?" Die Republikaner sanktionierten ihn daraufhin: So verlor er seinen Sitz in Parlamentsausschüssen. Allerdings hatte er bereits zuvor viele rassistische Aussagen getätigt – etwa Einwanderer mit Müll und Hunden verglichen, was aber von seiner Fraktion lange ignoriert wurde.

Die Wahl von Randy Feenstra bedeutet aber nicht unbedingt, dass dadurch ein menschenfreundlicherer Politiker den Wahlkreis übernimmt. Das gegenwärtige Mitglied des Senats von Iowa ist ein glühender Anhänger von Präsident Donald Trump, wollte unter anderem ein Ehe-Verbot für Homosexuelle in der Landesverfassung verankern und stimmte für einen Gesetzentwurf, der es der staatlichen Krankenversicherung für ärmere Menschen verboten hat, Geschlechtsanpassungen zu bezahlen. Nach der Wahl erklärte er, sein Sieg trage dazu bei, dass der Wahlkreis republikanisch bleibe, weil er besser unter Unentschlossenen ankomme als sein umstrittener Vorgänger. (dk)

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