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Einzelkommentar zu:
Polen: Auch Präsidentschaftswahlkampf setzt auf Homophobie


#14 Taemin
  • 06.06.2020, 16:54h
  • Antwort auf #11 von stromboli
  • Ich teile Deine Ansicht über den Applaus für sog. Freiheitsbewegungen. Allzu oft kippen die gar nicht eine Diktatur zu Gunsten einer freiheitlichen Demokratie, sondern wandeln nur eine Diktatur in eine andere um, Paradebeispiele Polen und Ungarn. Auch der sog. Arabische Frühling hat nur eine einzige Gerade-so-was-Ähnliches-wie-Demokratie hervorgebracht, in Tunesien, und auch die hält an der Schwulenverfolgung eisern fest. Der äthiopische Präsident, der voriges Jahr den Friedensnobelpreis bekam, ist ebenfalls ein Schwulenverfolger. Mich erschüttert, wer so alles als Freiheitskämpfer bejubelt wird. Da regnet es Ehrungen und Respektbezeigungen für Leute, die die Menschenrechte zumindest einer Gruppe (meist sind es Schwule und Lesben, trans- und zwischengeschlechtliche Menschen oder auch nationale und Glaubensminderheiten) mit Füßen treten. Dazu gehören auch ganz alltägliche Dinge wie z.B. die allsonntäglichen Reiseberichte und -empfehlungen in meiner Tageszeitung, die die Malediven, Sansibar, den Oman und allerlei karibische Inseln als Urlaubsziele bejubelt und die dortige Lage sexueller und geschlechtlicher Minderheiten völlig außen vor lässt. Man könnte ja auch die Seschellen statt der Malediven empfehlen, Martinique an Stelle von Barbados oder Thailand statt Sri Lanka. Nein - man interessiert sich gar nicht für die Behandlung von Schwulen und Lesben. Ich hab denen mal geschrieben, dass ein zweiwöchiger Urlaub auf Sansibar leicht ein zwanzigjähriger Gefängnisaufenthalt dort werden kann und darauf hingewiesen, dass es Aufgabe von Reisejournalisten ist, auch die Menschenrechte zu beobachten. Der Brief wurde sogar veröffentlicht. Verfolgerstaaten werden trotzdem weiter als Ferienziele angepriesen. Genauso ist es mit den homofreien Zonen in Polen. Es ist ein Skandal, dass deutsche Gemeinderäte, Stadträte und Kreistage da nicht sofort die Partnerschaften kündigen. Statt dessen gibt es (von rühmlichen Ausnahmen abgesehen, die eine Kündigung oder ein Ruhen aussprechen) die lahme Ausrede, man müsse doch im Gespräch bleiben. Mit Faschisten führt man keine Gespräche, verdammt noch mal, man grenzt sich von ihnen ab. Mit der AfD wollen sie nichts zu tun haben, aber die PiS hofieren sie. Zum Kotzen.
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