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Zeichen gegen Rassismus

Auch Scruff und Jack'd löschen "Ethnien-Filter"

Nach Grindr beenden zwei weitere schwule Dating-Apps die als rassistisch kritisierte Möglichkeit, Nutzer-Profile nach ethnischer Zugehörigkeit zu filtern.


Die Suchfunktion wird eingeschränkt: Scruff hat nach eigenen Angaben weltweit über 15 Millionen Mitglieder

Aus Solidarität mit der Black-Lives-Matter-Bewegung wollen nach Grindr auch die beiden Gay-Dating-Apps Jack'd und Scruff ihre "Ethnien-Filter" deaktivieren. Dies kündigte das Unternehmen Perry Street Software, dem beide Apps gehören, am Dienstag auf Twitter an.

Bislang können Nutzer der Plattformen entscheiden, ob ihnen beispielsweise keine asiatischstämmigen oder schwarzen Menschen als potenzielle Partner angezeigt werden sollen – genau so wie sie Menschen nach ihrem Alter und ihrem Gewicht ausschließen können.

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User zum Kampf gegen Rassismus aufgefordert

"Wir verpflichten uns, weiterhin Produktverbesserungen vorzunehmen, die Rassismus und unbewusste Vorurteile in unseren Apps bekämpfen", heißt es in der Mitteilung. "Im Jahr 2018 haben wir die ethnische Zugehörigkeit als Standardanzeigeoption für Profile entfernt. Wir werden bald weitere Änderungen vornehmen, um sicherzustellen, dass nicht nach ethnischer Zugehörigkeit gesucht werden kann." Ein genauer Zeitpunkt der Umsetzung wurde im Tweet nicht genannt.

Twitter / scruffapp

Perry Street Software kündigte außerdem Spenden in nicht genannter Höhe an die Initiative Color of Change sowie an das Marsha P. Johnson Institute an und forderte die Nutzer der schwulen Dating-Apps auf, gegen Diskriminierung und Benachteiligungen aufzustehen: "Wir stehen in Solidarität mit dem Kampf gegen systemischen Rassismus und die historische Unterdrückung der schwarzen Community."

Grindr machte den Anfang

Scruff und Jack'd folgen damit der Mitbewerber Grindr, der bereits am Montag angekündigt hatte, seinen "Ethnien-Filter" abzuschaffen (queer.de berichtete).

Der Streit um die als rassistisch kritisierte Suchfunktion schwelt bereits seit Jahren. 2018 kündigte ein asiatischstämmiger US-Schauspieler und Geschäftsmann etwa an, wegen dieses Filters eine Sammelklage gegen Grindr vorzubereiten (queer.de berichtete). Befürworter der Suchfunktion argumentieren hingegen, es gehe dabei nicht um Rassismus, sondern lediglich um persönliche und unpolitische sexuelle Präferenzen. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Sollten Dating-Apps auf "Ethnien-Filter" verzichten?
    Ergebnis der Umfrage vom 08.06.2020 bis 15.06.2020


#1 audeasAnonym
#2 PappaLaPazAnonym
  • 07.06.2020, 14:29h
  • Und am besten auch noch den Filter für Alter, sexuelle Orientierung, Schwanzgröße, Gewicht usw. löschen, damit man nicht auf die Idee kommt Leute rauszufiltern die man für nicht passend hält. Geschmack wird überbewertet und ist sowieso nur das rassistische, sexistische und heteronormative Diktat der Restwelt - und natürlich sind alle auf dieses Diktat unreflektiert reingefallen.

    Und, ganz wichtig, keine Fotos mehr online erlauben, sonst werden attraktive Männer am Ende noch bevorzugt angetextet und getroffen.
    Wäre doch unverschämt, wenn jemand der auf sich achtet, gesund lebt, sich pflegt und vielleicht durch Sport etc. auf sein Äußeres stolz sein kann, am Ende noch davon optisch profitieren würde.

    PS: Wer die Ironie findet, darf sie behalten.
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#3 Stephan-KölnAnonym
  • 07.06.2020, 14:54h
  • so ein populistischer Schwachsinn ...

    wenn ich eine bestimmte Ethnie nicht mag um mit ihr Sex zu haben oder eine Beziehung aufzubauen, dann ist das "persönlicher Geschmack" und keine Diskriminierung. Demnächst beschweren sich Leute zum Beispiel wenn

    - aktive Analverkehrtreibende nur nach einem Passiven suchen, oder

    - ein 20-jähriger aus Altersgründen keinen Sex mit 80-jährigen haben will, oder

    - ein Übergewichtiger seinen Traummann nicht bekommt weil der nur sportliche Athleten sucht,

    - usw.

    Aber immerhin: So macht man als Unternehmen preiswert Werbung und alle tappen in die "political-correctness-Falle".
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#4 AnonymAnonym
  • 07.06.2020, 15:05h
  • Antwort auf #2 von PappaLaPaz
  • Alter, es gibt aber keine systematische, jahrhundertealte, den Lebensweg entscheidend prägenende Diskriminierung von Menschen mit blonden Haaren oder einer bestimmten Statur oder Schwanzgröße. Natürlich hilft es gegen Diskriminierung, wenn das kaukasische Klientel die Schwarzen nicht einfach mit einem Klick aus ihrem gesamten Sichtfeld entfernen kann. Das hat den Charakter von einem Cafe oder nem Laden nur für Weiße, so wie früher, als man die Schwulen, die Schwarzen etc. nicht sehen musste und oft nicht sehen wollte. Sie sind aber da. Wenn du sie nicht treffen willst, dann scroll doch einfach weiter. Ist das ein Problem?
    Ist das ein Problem annähernd so groß wie systemischer Rassismus oder ähnliches? Komm mal runter, du kannst die App nach wie vor nutzen und alles bleibt normal. Wenn du sie nicht mehr nutzen kannst, weil auch Farbige angezeigt werden, solltest du vllt mal nachdenken...
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#5 Homonklin_NZAnonym
  • 07.06.2020, 15:55h
  • Na ja, ein Gutes hat es vielleicht für sich. Immer weniger Menschen nutzen diese Dinger, weil die sich selbst ihrem Zweck undienlich machen, und gehen lieber wieder im RL in Bars und Clubs, um wen zu sehen, den sie dann ggf. attraktiv finden.

    Ist ja an sich so, wie wenn man an einem Radio die Musiksender nicht aussuchen kann, oder im Chat nicht die Gesprächspartner, mit denen man sich unterhalten möchte.
    Der ganze Quatsch wird immer übertrieben, man meint es aus gerechtem Streben und fährt damit alles gegen eine Wand.

    Falls man da Profiltexte nutzt, schreiben die das dann vermutlich da rein, was sie suchen und was nicht.
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#6 Stephan-KölnAnonym
  • 07.06.2020, 16:11h
  • Antwort auf #4 von Anonym
  • @Anonym:

    von "Ironie" oder Sarkasmus hast du wirklich so gar keine Ahnung.

    Zur Sache:

    Wenn ich mit keinem Asiaten "kopulieren" will (um das politisch nicht gesellschaftsfähige "fi"-Wort zu vermeiden), dann ist das keine Diskriminierung, sondern mein persönlicher Geschmack (der hier nur als Beispiel und nicht als wahre Vorliebe genannt wird), und den hat jeder, auch du, zu respektieren. Niemand regt sich darüber auf, dass man nach beschnitten und unbeschnitten filtern kann. Ist das dann nicht auch Diskriminierung (im übrigen auch eine ethnische, weil die meisten Beschnittenen Muslime und Juden sind).

    Und wenn ich nur mit Männern Sex habe, diskriminiere ich dann Frauen?

    Darüber hinaus ist das auch keine "funktionale" Notwendigkeit der Apps, nach Ethnien zu filtern, sondern es bedeutet Bedienungskomfort.

    Schade, dass es keinen Filter für den IQ gibt. Das würde den Nutzerkomfort noch deutlich erhöhen.

    Und übrigens: Du solltest mal im Antidiskriminierungsgesetz nachlesen, wann ein Kriterium überhaupt den Tatbestand einer Diskriminierung erfüllt. Da waren unsere Politiker nämlich ausnahmsweise mal cleverer als so machen Kommentator hier.
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#7 qwertzuiopüAnonym
#8 TechnikerAnonym
  • 07.06.2020, 18:28h
  • Antwort auf #4 von Anonym
  • Und das bedeutet was, "Anonym"?

    "systematische, jahrhundertealte, den Lebensweg entscheidend prägenende Diskriminierung von Menschen mit blonden Haaren oder einer bestimmten Statur oder Schwanzgröße."

    Stimmt. Aber es ist doch völlig wurst, aus welchen Gründen ich Leute mit bestimmten äußerlichen Merkmalen als (Sex-)Partner ausschließe. Wenn man auf bestimmte Typen/Details nicht steht, dann ist das so. Wenn Kuppelportale die entsprechenden Kriterien aus ihren Suchen entfernen, sortiert man halt von Hand. Durch solche Placebo-Aktionen ändern sich weder Vorurteile noch Vorlieben.
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#9 daVinci6667
  • 07.06.2020, 23:12h
  • Damit schaffen sich solche Apps von selbst ab. Mann kann mit denen schlicht nicht mehr formulieren was Mann sucht. Irgendjemandem steht man nämlich mit seinen Wünschen immer auf den Schlips, sei es wegen dem Alter, der Haar- oder Hautfarbe, dem Gewicht, der Behaarung, der Penisgrösse oder Penisform, dem Geschlecht, der sexuellen Orientierung, politischen Einstellung, der Religionszugehörigkeit, dem Rauchen oder weil er einem schlicht zu weit weg wohnt.

    Macht nichts Leute, das ist die Chance wieder unter die Leute und in Bars zu gehen.
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#10 audeasAnonym
  • 07.06.2020, 23:39h
  • Wie erwartet ist der Großteil der Kommentare mal wieder nur Weiße Rassisten und ihre defensive Abwehrhaltung.

    Lektüre für den Anfang:
    - Exit Racism (Tupoka Ogette)
    - Was Weiße Menschen Nicht Über Rassismus Hören Wollen Aber Wissen Sollten (Alice Hasters)
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