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Transfeindlichkeit

J.K. Rowling beleidigt erneut trans Menschen

In einer Serie von Tweets beharrte die Harry-Potter-Autorin darauf, dass trans Frauen keine Frauen seien. Ihr Argument: "Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, gibt es auch keine homosexuelle Zuneigung."


J.K. Rowling 2010 bei einer Lesung im Weißen Haus in Washington (Bild: Executive Office of the President / wikipedia)

Mit einer Serie von transfeindlichen Tweets sorgt Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling erneut für Empörung. In der Nacht zu Sonntag machte sich die 54-Jährige zunächst über die Formulierung "Menschen, die menstruieren" in einem Artikel lustig und erklärte in Folge das sogenannte biologische Geschlecht zum einzig wahren und maßgeblichen Geschlecht eines Menschen. Auf Twitter folgen ihr über 14,5 Millionen Menschen.

"Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, gibt es auch keine homosexuelle Zuneigung", behauptete die Schriftstellerin in einer Nachricht. "Wenn das biologische Geschlecht nicht real ist, löscht das die Realität von Frauen weltweit aus." Diese transfeindliche Auffassung wird auch von den sogenannten TERF (Trans Exclusive Radical Feminists) vertreten. Es sei "kein Hass, die Wahrheit zu sagen", so Rowling.

Rowling: "Ich liebe trans Menschen"

Sie selbst lehne die Bezeichnung TERF für sich aber ab, scbrieb Rowling in einem anderen Tweet – und warf Kritiker*innen in diesem Zusammenhang Frauenfeindlichkeit vor: "Zeiten ändern sich. Frauenhass ist zeitlos."


Einige der Tweets von J.K. Rowling

Auch gegen den "unsinnigen" Vorwurf der Transfeindlichkeit wehrte sich die Schriftstellerin erstmals – allerdings mit einem nicht sehr überzeugenden Argument: Sie kenne, respektiere und "liebe" trans Menschen, verteidigte sich Rowling. Sie habe in den "vergangenen drei Jahren Bücher, Blogs und wissenschaftliche Artikel von trans Autoren" gelesen.

"Ich respektiere das Recht jeder trans Person, so zu leben, wie sie es für authentisch und angenehm hält", erklärte die Autorin weiter. "Ich würde mit euch protestieren, wenn ihr nur dafür diskriminiert werdet, dass ihr trans seid. Gleichzeitig wurde mein Leben davon geformt, dass ich eine Frau bin. Ich glaube nicht, dass es hasserfüllt ist, dies zu sagen."

"Bitte sprich mit queeren Menschen. Bitte."

Mit ihren Tweets löste Rowling eine Welle der Empörung aus. Die US-Schauspielerin Mara Wilson antwortete der Schriftstellerin mit den Worten "Ich versichere dir, sie lieben dich nicht zurück". Vom britischen TV-Journalisten Scott Bryan kam der gute Rat: "Bitte sprich mit queeren Menschen. Bitte."

Auch die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) schaltete sich ein. "J.K. Rowling folgt weiterhin einer Ideologie, die absichtlich Fakten über Geschlechtsidentität und trans Menschen verzerrt", kommentierte die Organisation auf Twitter. Im Jahr 2020 gebe es keine Entschuldigung dafür, trans Menschen anzugreifen. GLAAD empfahl zudem: "Wenn Sie Ihre berechtigte Wut über die neuesten Anti-Trans-Kommentare von J.K. Rowling in etwas Positives lenken möchten, unterstützen Sie Organisationen, die sich für schwarze trans Menschen einsetzen."

Twitter / glaad

J.K. Rowling hatte bereits mehrfach mit transfeindlichen "Likes" Empörung ausgelöst. 2018 tat ein Sprecher der Autorin dies noch als Irrtum und Ausrutscher einer Frau mittleren Alters ab. Kurz vor Weihnachten 2019 löste sie dann einen Shitstorm aus, als sie eine transphobe Wirtschaftswissenschaftlerin verteidigte (queer.de berichtete). Zuletzt hatte sie im Mai einem transfeindlichen Tweet ihre Zustimmung gegeben (queer.de berichtete). (cw)



#1 Still_IthProfil
  • 07.06.2020, 16:24hHessen
  • Ja, dieses "ich bin nicht transfeindlich" / keine TERF - das hat immer diese auffallenden Parallelen zu Rassismus.
    Das ist wie diese Medienleute, Journalist*innen etc, die sich auf eine Demo stellen, ggf. eigenen Rassismus weit von sich weisen - aber sich als Interviewpartner*innen dann die paar Weißen aufgreifen, die sie finden.

    Schwarze werden dann nur gefragt, wenn sie als Freund*innen der herausgepickten Weißen greifbar werden, und auch so referenziert - nicht als Teilnehmende auf einer Demo, sondern als diejenigen, die bei den Weißen zufällig so mitlaufen, als Anhang sozusagen.

    Aber dass dieses Verhalten rassistisch ist, das würden die nie und nimmer so sehen. Dass man als Weiße*r auf Augenhöhe nur mit Weißen spricht, und Schwarze ggf. höchstens so nebenbei erwähnt, das ist für die halt nicht rassistisch. Sondern einfach etwas, das sie "normal" finden.

    Und ganz ähnlich läuft das bei trans* für gewöhnlich halt auch. Wer ist schon in Machtpositionen, wenn er*sie von vornherein als trans* out war?
    Wenn mit Trans*-Personen geredet wird, dann immer als das Fremde, das Exotikum, etwas Vorgeführtes. Selbstverständliche Beteiligung, selbstverständliche Augenhöhe gibt es nicht, öffentliche Diskurse über Trans* finden grundsätzlich ohne Anwesenheit von trans* statt.

    Argument dafür ist ja häufig, dass es irgendwie "Voreingenommenheiten" bei den Leuten gäbe, die unter der enthaltenen Gewalt leiden. Deswegen fragst du gefälligst eine Trans*-Person nicht nach Transfeindlichkeit, wie du eine*n Schwarze*n nicht zu Rassismus interviewst.
    Außer, dass das alles halt eine Lüge ist. Von Rassismus beeinflusst ist auch der Weiße, der mit Schwarzen nicht redet, weil: normal. Und von der allgegenwärtigen Transfeindlichkeit und den binären Standards geprägt ist halt auch die Cis-Person, die sich als Norm versteht.

    Tja, und so kommt es dann halt dazu, dass eben nicht die Leute zu definieren haben, was sie als Ausgrenzung und Hass erleben, die das tatsächlich erleben. Sondern diejenigen, die diese Ausgrenzungen vornehmen, und bestimmen wollen, wie viele davon ihnen gefälligst erlaubt bleiben sollen, weil: War ja schließlich immer so.
    Und es wär echt schlimm, wo man selbst doch zu den Mehrheiten gehört und so schön "normal" ist, wenn man jetzt auf einmal anfangen MÜSSTE, zuzuhören.
    Den Zwang, zuzuhören und zu kuschen, den hat's für Minderheiten zu geben, und für Leute, die traditionell unterprivilegiert sind. Aber halt nicht für die Leute, die so schön daran gewöhnt sind, die Spielregeln aufzustellen, nach denen die Minderheiten und Unterprivilegierten sich zu richten haben.

    Ein bisschen leid tun mir btw die Leute, die sich beschweren, die Frau würde ihnen einen Teil ihrer Kindheit nehmen, oder Jugend, in der sie Harry Potter gelesen haben. Ich meine, vor Jahren konnte man sich ja bei der Frau einbilden, sie wäre schon auf der eigenen Seite, und das geht jetzt nicht mehr.
    Ist so'n klassischer Fall von "Wahrheiten, auf die man zwecks angenehmeren Genusses und Konsums lieber nicht wüsste".
    Andererseits dürfte die Frau an ihren Produkten immer noch viel verdienen. Und das ist dann der Punkt, wo's einfach besser ist, über die unangenehmen Wahrheiten Bescheid zu wissen.
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#2 ursus
  • 07.06.2020, 18:41h
  • Na klar. "Ich bin kein Rassist, aber..." "Ich bin kein Nazi, aber..."

    Wenn man sich selbst bei solchen Satzanfängen ertappt, besser den Kopf in einen Eimer mit Eiswasser stecken. Es gibt keine menschliche Fortführung dieses Satzes (außer vielleicht "aber das weißt du ja, weil ich mich seit Jahren antifaschistisch engagiere").

    "I'd march with you if you were discriminated against on the basis of being trans."

    Man beachte den Konjunktiv. Mit transfeindlichem Scheiß um sich werfen und gleichzeitig Transfeindlichkeit leugnen, das ist die hohe Schule der Verlogenheit.
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#3 MariposaAnonym
  • 07.06.2020, 20:34h
  • Einst galt Rowling wegen ihrer angeblichen satanischen Potter-Romane als Erzfeindin der Oberscharfmacherin Gabriele Kuby. Deren pseudofrömmelnden Ergüsse darüber sind berüchtigt.... Jetzt muß man mit Erschrecken feststellen, daß die beiden von der Einstellung her gar nicht so weit auseinander liegen.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 07.06.2020, 20:56h
  • Ein Jugendidol der Generation Y nach dem anderen entpuppt sich als bigottes Arschloch, erst der Mannheimer Soulreichsbürger und nun die Schöpferin der Harald-Töpfer-Jugendbuchreihe. Wie gut, dass mir irgendwas an deren beiden Stuss nie ganz geheuer war, so wird meine Jugend im Nachhinein eher bestätigt, als zerstört.
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#5 JarJarProfil
  • 08.06.2020, 08:44hKiel
  • Es ist wie bei Michael Jackson, die Kunst ist größer als der Künstler. Man sollte sich nicht Potter durch die Dummheit von Rowling kaputt machen lassen, in der Tat wäre es toll wenn sie mal mit Betroffenen redet statt irgendwelchen Iternetmist von rassistischen Forschern zu lesen und das für bare Münze zu nehmen.
    Und ich bin unwissend was bedeutet TERF?
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#6 monyotoneAnonym
#7 PeinlichAnonym
  • 08.06.2020, 09:00h
  • Die kann wohl nicht verknausern, dass sie nach Harry Potter nur noch Flops geschrieben hat und muss sich jetzt zwanghaft anders ins Gespräch bringen, um ihr Ego zu beruhigen.

    Peinlich...
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#8 MiralAnonym
  • 08.06.2020, 10:04h
  • Die Rowling ist heutzutage einfach nicht mehr tragbar. Sowohl Künstlerisch als auch Gesellschaftlich. Das eigentlich schon nach Cursed Child klar. Wer gute Fantasie für Kinder und Jugendliche sucht. Sollte sich vertrauensvoll an Onkel Rick also Rick Riordan wenden. Dessen erste Bücher sind zwar auch noch schwersten heteronormativ. Aber das ändert sich mit der Zeit. Es gibt inzwischen einige nicht heteronormativ und auch eine Genderfluide Person, die die Partner*in des Hauptchakters ist.
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#9 Ralph
  • 08.06.2020, 10:14h
  • Ich verstehe schon das Zitat in der Überschrift des Artikels nicht, das Geschlecht und sexuelle Orientierung aneinander koppelt. Frau Rowling hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass das zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Und was soll das sein: ein reales oder nicht reales biologisches Geschlecht? Welches Geschlecht jemand hat, weiß am ehesten der jeweilige Mensch selbst zu beurteilen, und für den ist sein Geschlecht ebenso real wie die Verletzungen durch dümmliches Geschwätz wie das von Frau Rowling.
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#10 Still_IthProfil