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Kommentare zu:
J.K. Rowling beleidigt erneut trans Menschen


#1 Still_Ith
  • 07.06.2020, 16:24h
  • Ja, dieses "ich bin nicht transfeindlich" / keine TERF - das hat immer diese auffallenden Parallelen zu Rassismus.
    Das ist wie diese Medienleute, Journalist*innen etc, die sich auf eine Demo stellen, ggf. eigenen Rassismus weit von sich weisen - aber sich als Interviewpartner*innen dann die paar Weißen aufgreifen, die sie finden.

    Schwarze werden dann nur gefragt, wenn sie als Freund*innen der herausgepickten Weißen greifbar werden, und auch so referenziert - nicht als Teilnehmende auf einer Demo, sondern als diejenigen, die bei den Weißen zufällig so mitlaufen, als Anhang sozusagen.

    Aber dass dieses Verhalten rassistisch ist, das würden die nie und nimmer so sehen. Dass man als Weiße*r auf Augenhöhe nur mit Weißen spricht, und Schwarze ggf. höchstens so nebenbei erwähnt, das ist für die halt nicht rassistisch. Sondern einfach etwas, das sie "normal" finden.

    Und ganz ähnlich läuft das bei trans* für gewöhnlich halt auch. Wer ist schon in Machtpositionen, wenn er*sie von vornherein als trans* out war?
    Wenn mit Trans*-Personen geredet wird, dann immer als das Fremde, das Exotikum, etwas Vorgeführtes. Selbstverständliche Beteiligung, selbstverständliche Augenhöhe gibt es nicht, öffentliche Diskurse über Trans* finden grundsätzlich ohne Anwesenheit von trans* statt.

    Argument dafür ist ja häufig, dass es irgendwie "Voreingenommenheiten" bei den Leuten gäbe, die unter der enthaltenen Gewalt leiden. Deswegen fragst du gefälligst eine Trans*-Person nicht nach Transfeindlichkeit, wie du eine*n Schwarze*n nicht zu Rassismus interviewst.
    Außer, dass das alles halt eine Lüge ist. Von Rassismus beeinflusst ist auch der Weiße, der mit Schwarzen nicht redet, weil: normal. Und von der allgegenwärtigen Transfeindlichkeit und den binären Standards geprägt ist halt auch die Cis-Person, die sich als Norm versteht.

    Tja, und so kommt es dann halt dazu, dass eben nicht die Leute zu definieren haben, was sie als Ausgrenzung und Hass erleben, die das tatsächlich erleben. Sondern diejenigen, die diese Ausgrenzungen vornehmen, und bestimmen wollen, wie viele davon ihnen gefälligst erlaubt bleiben sollen, weil: War ja schließlich immer so.
    Und es wär echt schlimm, wo man selbst doch zu den Mehrheiten gehört und so schön "normal" ist, wenn man jetzt auf einmal anfangen MÜSSTE, zuzuhören.
    Den Zwang, zuzuhören und zu kuschen, den hat's für Minderheiten zu geben, und für Leute, die traditionell unterprivilegiert sind. Aber halt nicht für die Leute, die so schön daran gewöhnt sind, die Spielregeln aufzustellen, nach denen die Minderheiten und Unterprivilegierten sich zu richten haben.

    Ein bisschen leid tun mir btw die Leute, die sich beschweren, die Frau würde ihnen einen Teil ihrer Kindheit nehmen, oder Jugend, in der sie Harry Potter gelesen haben. Ich meine, vor Jahren konnte man sich ja bei der Frau einbilden, sie wäre schon auf der eigenen Seite, und das geht jetzt nicht mehr.
    Ist so'n klassischer Fall von "Wahrheiten, auf die man zwecks angenehmeren Genusses und Konsums lieber nicht wüsste".
    Andererseits dürfte die Frau an ihren Produkten immer noch viel verdienen. Und das ist dann der Punkt, wo's einfach besser ist, über die unangenehmen Wahrheiten Bescheid zu wissen.
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#2 ursus
  • 07.06.2020, 18:41h
  • Na klar. "Ich bin kein Rassist, aber..." "Ich bin kein Nazi, aber..."

    Wenn man sich selbst bei solchen Satzanfängen ertappt, besser den Kopf in einen Eimer mit Eiswasser stecken. Es gibt keine menschliche Fortführung dieses Satzes (außer vielleicht "aber das weißt du ja, weil ich mich seit Jahren antifaschistisch engagiere").

    "I'd march with you if you were discriminated against on the basis of being trans."

    Man beachte den Konjunktiv. Mit transfeindlichem Scheiß um sich werfen und gleichzeitig Transfeindlichkeit leugnen, das ist die hohe Schule der Verlogenheit.
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#3 MariposaAnonym
  • 07.06.2020, 20:34h
  • Einst galt Rowling wegen ihrer angeblichen satanischen Potter-Romane als Erzfeindin der Oberscharfmacherin Gabriele Kuby. Deren pseudofrömmelnden Ergüsse darüber sind berüchtigt.... Jetzt muß man mit Erschrecken feststellen, daß die beiden von der Einstellung her gar nicht so weit auseinander liegen.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 07.06.2020, 20:56h
  • Ein Jugendidol der Generation Y nach dem anderen entpuppt sich als bigottes Arschloch, erst der Mannheimer Soulreichsbürger und nun die Schöpferin der Harald-Töpfer-Jugendbuchreihe. Wie gut, dass mir irgendwas an deren beiden Stuss nie ganz geheuer war, so wird meine Jugend im Nachhinein eher bestätigt, als zerstört.
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#5 JarJarProfil
  • 08.06.2020, 08:44hKiel
  • Es ist wie bei Michael Jackson, die Kunst ist größer als der Künstler. Man sollte sich nicht Potter durch die Dummheit von Rowling kaputt machen lassen, in der Tat wäre es toll wenn sie mal mit Betroffenen redet statt irgendwelchen Iternetmist von rassistischen Forschern zu lesen und das für bare Münze zu nehmen.
    Und ich bin unwissend was bedeutet TERF?
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#6 monyotoneAnonym
#7 PeinlichAnonym
  • 08.06.2020, 09:00h
  • Die kann wohl nicht verknausern, dass sie nach Harry Potter nur noch Flops geschrieben hat und muss sich jetzt zwanghaft anders ins Gespräch bringen, um ihr Ego zu beruhigen.

    Peinlich...
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#8 MiralAnonym
  • 08.06.2020, 10:04h
  • Die Rowling ist heutzutage einfach nicht mehr tragbar. Sowohl Künstlerisch als auch Gesellschaftlich. Das eigentlich schon nach Cursed Child klar. Wer gute Fantasie für Kinder und Jugendliche sucht. Sollte sich vertrauensvoll an Onkel Rick also Rick Riordan wenden. Dessen erste Bücher sind zwar auch noch schwersten heteronormativ. Aber das ändert sich mit der Zeit. Es gibt inzwischen einige nicht heteronormativ und auch eine Genderfluide Person, die die Partner*in des Hauptchakters ist.
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#9 Ralph
  • 08.06.2020, 10:14h
  • Ich verstehe schon das Zitat in der Überschrift des Artikels nicht, das Geschlecht und sexuelle Orientierung aneinander koppelt. Frau Rowling hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass das zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Und was soll das sein: ein reales oder nicht reales biologisches Geschlecht? Welches Geschlecht jemand hat, weiß am ehesten der jeweilige Mensch selbst zu beurteilen, und für den ist sein Geschlecht ebenso real wie die Verletzungen durch dümmliches Geschwätz wie das von Frau Rowling.
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#10 Still_Ith
#11 Elli PirelliAnonym
#12 Still_Ith
  • 08.06.2020, 12:24h
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • Na, das ist halt wie bei jeder Radikalisierung sonst auch: Böse Leute haben sie kritisiert, also muss sie jetzt näher mit den Leuten zusammenrücken, die ebenfalls kritisiert werden. Dass sie also selbst auf die Argumentationen kommt, halte ich mal für unwahrscheinlich, vielmehr geht sie wohl dazu über, die typischen Denklinien des transfeindlichen Feminismus aufzugreifen, in dem häufig auch andere Minderheiten ausgegrenzt werden, wie z.B. Sexarbeiterinnen und gar nicht selten auch PoC.

    Aber ok, da's hier offenbar so'n bissl an Hintergrundwissen mangelt, gerade ein paar Ausführungen dazu.

    Die Idee hinter der Sache mit der sexuellen Orientierung geht ungefähr so:
    > Oh, ICH habe einen XX-Chromosomensatz, das, was ich unter "normalen" weiblichen Geschlechtsorganen betrachte, einen als weiblich definierten Östrogenspiegel und hinreichend weiblich erachtete Brüste.
    Darüber habe ich mein Frausein immer definiert, also hat das auch der Maßstab zu sein.

    >Leute, die diesem meinen Maßstab nicht genügen, wollen als Frauen anerkannt werden

    > Waah, help, Geschlecht darf nicht mehr akzeptiert werden!!! Ich darf mich nicht mehr als Frau bezeichnen!!! Also gibt es auch keine Lesben mehr, weil es gibt ja keine Frauen mehr!!! Und Sexismus kann jetzt auch nicht mehr wahrgenommen werden, weil ich darf mich ja nicht mehr als Frau bezeichnen!!

    Der letzte Absatz ist natürlich der absolute Bullshit, denn es geht ja eben niemand hin und behauptet irgendetwas, das sie als Cis-Frau überhaupt irgendwie beeinträchtigen würde. Was transfeindlicher Feminismus sagt, ist: Trans*-Frauen sind Männer und so will ich sie bezeichen dürfen! Trans*-Männer sind Frauen, also, ok, naja gut, so ungefähr Frauen, weil sobald Testo, tiefe Stimme und Bartwuchs jetzt nicht mehr so sehr Frauen, dass sie in feministischen Räumen etwas zu suchen hätten, aber you get the point, ne?

    Also, eigentlich sind sie diejenigen, die das Recht wollen, anderen Menschen Labels so zuweisen zu dürfen, wie ihnen das in den Kram passt. Um zB das Recht zu haben, Trans*-Frauen aus dem Frauenklo rauszuwerfen.
    Da das aber irgendwie zu offensichtlich nach Übergriff, Angriff und Gewalt aussieht, stricken sie sich halt ein Fantasiegebilde, in dem Leute wie ich hingehen wollen und ihnen ihre Identifikation ABsprechen, statt bloß meine eigene ANerkannt bekommen zu wollen.

    Das macht zwar inhaltlich betrachtet überhaupt keinen Sinn. Aber argumentiert wird und wurde in dieser Weise durchaus auch in Deutschland schon, als anlässlich des Gesetzes zur Dritten Option im Raum stand, den Geschlechtseintrag im Pass zu streichen, statt einen Neuen zuzulassen (der ja nun "divers" lautet.

    Da wurde auch argumentiert, dass es keine Kategorie "Frau" mehr gäbe, nirgendwo mehr, vollkommen verschwunden und nicht mehr erfassbar, sobald diese Kategorie nicht mehr in der Geburtsurkunde und im Pass steht.

    Das ist halt wie bei Raucher*innen - zu denen gibt es ja auch keine Studien mehr, seit nicht mehr im Pass steht, ob man nikotinabhängig ist.
    Macht keinen Sinn?
    Jo.

    Wobei meine Kritik am TERF-Begriff ist, dass es für keine Argumentation dieser Art nötig ist, Feminist*in zu sein. Dieselben Argumentationsmuster, dass nämlich Leute wie ich das Schwulsein und die Möglichkeit, sich als schwul zu bezeichnen, auslöschen würden, höre und lese ich aus ziemlich un- bis antifeministischen Schwulenkreisen auch immer wieder. Was mein ganz persönliches Problem mit dem TERF-Begriff ist.
    Transfeindlichkeit ist grundsätzlich sehr viel stärker patriarchal geprägt als "feministisch", und z.B. der ursprünglich im TSG verankerte Zwang, eine bestehende Ehe aufzulösen (einer dieser vom VerfG inzwischen gestrichenen Pararaphen) zielte auch darauf ab, eine Homo-Ehe zu verhindern, was 1980 noch als Auflösung des heterosexuell privilegierten Partnerschaftsstatus betrachtet wurde (wobei das Privileg da nicht diskutiert wurde, denn es war ja einfach "the one and only" Art von Partnerschaft die es überhaupt anerkennbar gab, Homo-Ehe stand gar nicht zur Debatte).

    Sinn macht die Anwendung des "TERF"-Begriffs in der Hinsicht, dass Feminismus, und besonders radikaler Feminismus, eigentlich gerade davon geprägt ist, solche aus dem dya-cis-heteronormativen Patriarchat stammenden Restriktionen und Wertungen zu bekämpfen. Soll heißen, TE-RF ist eben zu unterscheiden vom eigentlichen Radikalen Feminismus heutzutage mit seinem für gewöhnlich intersektionalen Selbstverständnis.
    Soll heißen, Sinn macht die TE-RF-Unterscheidung, wenn du über eine RF-Gruppe redest und wissen willst, wie intersektional die Gruppe sich versteht.

    De facto wird heute aber einfach jede Frau, die sich transfeindlich äußert, als TERF bezeichnet, während niemand auf die Idee kommt, sowas wie TES als "transexklusive Schwule" zu bezeichnen. Und weil das auch sowas von nicht als frauenspezifische Beleidigung gemeint ist, bemüht man sich auch sehr, die Akronyme so umzubasteln, dass die englisch gelesene Wortbedeutung auf "Furz" hinausläuft.
    Aber jut, das ist jetzt meine Perspektive, diese letzte Einschätzung. Mit der ich in den Kreisen dann wiederum recht allein dastehe und mich nicht gerade beliebt mache. Bloß, dass ich halt keine "Kreischreihe"-Artikel schreibe, bloß weil nen paar unreflektierte Menschen mich blocken. Das Recht auf Ignoranz haben weiße Cis-Männer halt auch nicht alleinig gepachtet.
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#13 Still_Ith
  • 08.06.2020, 13:03h
  • Antwort auf #12 von Still_Ith
  • Mir gerade bei der Nachbearbeitung aufgefallen: Der Schluss beim "es gibt keine Frauen (und Männer)" hin zur Homosexualität fehlte da noch, und der lautet ungefähr

    gibt keine Frauen und Männer mehr => also gibt es auch keine Lesben (oder Schwule) => also wird es unmöglich, schwul oder lesbisch zu sein.

    Bei der Kritik an dieser Utopie wird allerdings übersehen, dass es in einer Welt, in der Geschlecht nicht mehr so unterschieden würde wie heute, ergo wenn diese gleichwertige Sichtweise erreicht wäre, gesamtgesellschaftlich sowohl Sexismus als auch Homofeindlichkeit keine Grundlage mehr hätten.

    Soll heißen, in der Utopie hätte sie sogar recht damit, dass man ihre Beschwerden über Sexismus nicht mehr verstehen würde - bloß, dass sie halt so tut, als wolle irgendwer die Regeln diesert Utopie verbindlich machen, ehe die Bedingungen dafür erfüllt sind.

    Ich fänd ja jetzt eine Welt, in der Geschlecht derart gleichwertig betrachtet würde, nicht verkehrt. Das, was wir Homosexualität nennen, inter oder trans, würde es in darin ja immer noch geben. Begriffe dafür wären vielleicht tatsächlich überflüssig, wenn das erreicht wäre, und evtl würden die Begriffe, die wir dafür haben, in dieser Welt nicht mehr verstanden. Bloß wäre das in dieser Utopie halt auch nicht nötig. Und eigentlich könnte man von Fantasy-Autor*innen genügend Vorstellungskraft erwarten, um dieses Ist- vs. Wunschwelten voneinander zu unterscheiden.
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#14 Ana NymAnonym
  • 08.06.2020, 13:42h
  • She's right, isn't she.
    Falls es kein Geschlecht gibt, dann folgert sie richtig, keine homosexuelle Orientierung, keine Frauen mehr, ...

    **DOCH** die Annahme ist falsch. Ntürlich gibt es Geschlecht im Sinne von Gender, und Geschlecht im Sinne von Sex (english sense).
    Es gibt also weiterhin Frauen und Männer und eben auch mehr als nur diese zwei Varianten, die neben bei bemerkt auch nicht klar umrissen sind (sein können).
    Außerdem hat der Begriff Gender bei weitem nicht nur biologische Bedeutung, das sollte einer englischsprachigen Schriftstellerin eigentlich bewusst sein.

    Biologische Merkmale:
    Zum Einen ist es gar nicht klar ob rein biologisch die Bestimmung des Sex nur durch die wenigen Kriterien möglich ist, zum anderen kommen biologisch feststellbaren Merkmalen keine universelle Bedeutung zu:

    Es gibt z.B. kein biologisches Merkmal für Schriftsteller*in, Doktor,*in Professor*in, Busfahrer*in ... dennoch würde niemand (vermutlich niemand) diesen diese (Selbst-)Bezeichnung (etwa) "Ich bin Busfahrer*in" absprechen.
    Wieso dann plötzlich bei

    (Selbst-)Bezeichnung wie "Ich bin an einigen Tagen eher männlich doch an vielen eher weiblich."
    Das ist zudem eine Erfahrung, die die meisten Menschen in ihrem Leben und Werden bewusst oder unbewusst gemacht haben.
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#15 Leo_Anonym
#16 PanBoy84Profil
#17 lunarAnonym
  • 08.06.2020, 19:04h
  • Antwort auf #12 von Still_Ith
  • Ich finde deine Ausführungen wirklich sehr informativ, aber wieso der letzte Absatz?

    Das kommt mir vor, wie self-fulfilling prophecy. Ist aber doch gar nicht nötig, weil was du schreibst, meiner Meinung nach ziemlich on point ist und du doch auch niemanden damit angreifst, außer berechtigterweise J.K. Rowling.

    Ich hab vorher auch noch nie darüber nachgedacht, wieso der TERF-Begriff an sich auch problematisch ist, danke für den Denkanstoß
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#18 DragAnonym
  • 08.06.2020, 20:14h
  • Sie scheint ja wirklich keinen Plan zu haben und sollte sich mal mit Transmenschen unterhalten, die eine Geschlechtsumwandlung hatten und nicht einen auf Sexualmediziner machen nur weil sie anscheinend eine heterosexuelle Frau ist. Es ist auch suspekt jemanden zu diskriminieren und trotzdem zu lieben.
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#19 GrundAnonym
  • 08.06.2020, 20:54h
  • Antwort auf #15 von Leo_
  • Weil a) nicht alle Frauen menstruieren (z.B. weil in den Wechseljahren, gesundheitliche Gründe, trans etc.) und b) nicht alle, die menstruieren, Frauen sind (z.B. diejenigen die schon mit 10 oder so die erste Periode bekommen, trans Männer und Nichtbinäre).

    Themen, die Menschen die menstruieren betreffen, betreffen halt Menschen die menstruieren. Nicht pauschal Frauen.
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#20 XYXXAnonym
#21 Still_Ith
  • 09.06.2020, 13:12h
  • Antwort auf #17 von lunar
  • Ach, der letzte Absatz, das braucht dich gar nicht kümmern, kannste als sonne Art Insider stehenlassen. Da geht's einfach um meine Historie auf diesem Portal bzw. in den Kommentarspalten hier, bzw. auch um meine Positionierung zu sonstigen Themen. Und wenn wir gerade schonmal dabei sind, dass ich "on point" sei, oder auch nicht - aber auch, um einigen weißen Cis-Männern hier einen kleinen Hinweis zu geben, dass ich wirklich nicht nur sie kritisiere - dachte ich, ich weise einfach mal drauf hin, dass ich sehr wohl auch bei anderen Menschen auf der Blockliste stehe.

    Ich find's wichtig, klarzustellen, dass ich nicht bloß Cis-Schwulen auf die Nerven falle, sondern mir halt sehr wohl auch von Leuten wie einem Linus Giese Tone-Policing und Blocken verdiene. Wenn's dann doch mal genehm ist, mich zu lesen, dann nicht ohne Hinweise darauf.
    Wieso? Weil andere ihre 20X - 50X mehr Follower*innen haben als ich und sich mir gegenüber benehmen wie sau, weil sie's können, weil ich klein bin, weil ich mich freuen kann, wenn meinen Blog in der Woche drei Leute lesen, wobei ich mich da noch fragen muss, ob das nicht vielleicht Nazis auf der Suche nach Doxxing-tauglichen Infos sind.

    Weil ein Großteil dieser Bubble, die Rowling gerade auf Twitter auseinandernimmt, mit mir nicht gnädiger umgeht als mit ihr.
    Transmänner fallen bei dem ganzen Diskurs ganz schön häufig unter den Tisch. Wenn ich schon eine unerwünschte Person bin, möchte ich das bitte sehr auch da unter die Nase gerieben haben, wo man mich dann doch mal gern auf der eigenen Seite hätte.

    Den Cis-Kerlen hier tue ich ja auch systematisch meinen Queer-Feminismus an, weil ich es so sehe: Entweder man duldet mich ganz oder gar nicht. Also auch mit dem, worauf man lieber verzichten würde.
    Ich sehe keinen Grund, wieso ich das mit Feminist*innen, die mich nicht weniger ausgrenzen und tone-policen, anders halten sollte. Schwule Cissen sind und waren nie die Einzigen, die mir verdeutlicht haben, dass ich bitte gehen soll.
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#22 Still_Ith
  • 09.06.2020, 13:19h
  • Antwort auf #15 von Leo_
  • Es wär absurd, "Frauen" drüberzuschreiben, weil der gesamte Artikel sich um Menstruation dreht. Und wie im Artikel treffend referenziert wird, menstruieren sehr wohl Menschen, die keine Frauen sind.

    Hättest du halt mal bei ihrem Tweet mit dem Lesen nicht aufgehört.
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#23 Sh_ItAnonym
#24 Still_Ith
  • 10.06.2020, 08:25h
  • Antwort auf #23 von Sh_It
  • Hahaha.

    Naja, solange ich eine von 2-4 Trans*-Personen bin, die's hier einigermaßen aushält, und wenn ich mich schon breitschlagen lasse, den Erklärbär für Leute zu spielen, die sehr wohl auch einfach Google hätten benutzen können, wo wir schon im Internet sind: Doch.
    So viel Ego erlaub ich mir an der Stelle dann einfach mal.

    Ich werd den Teufel tun, hier als Vertreter*in eines Queerfeminismus aufzutreten, der mich selbst mit Füßen tritt, ohne drauf hinzuweisen, dass dessen mehrheitliche Protagonist*innen mit mir, sobald ich an ihnen etwas kritisiere, durchaus nix zu tun haben wollen. Was de facto bedeutet, dass ich bei der Bubble, die sich an Rowling-Schimpfe übt, mehr oder weniger konsequent auf der Blockliste stehe.
    Und dass von denen niemals jemand hingehen würde und mir helfen, bei irgendwas, mich verteidigen, irgendwo. Ganz im Gegenteil.

    Doch.
    Auch darum geht es.
    Besonders, wenn es um Rowling geht.
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#25 LarsAnonym
  • 18.07.2020, 10:32h
  • Antwort auf #13 von Still_Ith
  • "Ich fänd ja jetzt eine Welt, in der Geschlecht derart gleichwertig betrachtet würde, nicht verkehrt."

    Das Problem bei dieser Utopie ist, dass Menschen meist nicht unterscheiden können zwischen den Eigenschaften, denen sie p e r s ö n l i c h und f ü r s i c h einen besonderen Wert zumessen (was legitim ist) und den Eigenschaften, denen a l l g e m e i n ein höherer Wert beigemessen wird (wo dann schnell die Diskriminierung beginnt).

    Das geht schon bei einfachen Dingen los: Für manche ist es total wichtig, eine bestimmte Muskelstruktur oder Figur zu haben, weswegen sie in Fitnessstudios gehen, Sport treiben, um sich attraktiv und ihrem Sinne "richtig" zu fühlen, anderen ist es herzlich egal, wie sie im Detail aussehen. Manche können es ertragen, dass sie durch ihr Aussehen oder ihre Art nicht attraktiv für andere sind, andere brauchen die Bestätigung und Wertschätzung oder haben schlicht Freude an der Wirkung ihres Aussehens auf andere. Beides ist verständlich und menschlich.

    In diesem sensiblen Bereich wird es auch in der besten aller Welten Konflikte geben - weil Menschen sowohl gleichwertig sein wollen, als auch besonders, weil sie ihre Eigenschaften gewürdigt wissen wollen, aber nicht instrumentalisiert. Auf diesem schmalen Grad muss man immer lernen, sich frei zu bewegen.
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