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Wahlkampf

Pornostar outet Trump-treuen Senator

Bestellt sich ein LGBTI-feindlicher Republikaner gerne Stricher in sein Büro? Ein Pornostar und Callboy deutet das an und will den Senator mit dem Outing aus dem Parlament fegen.


Sean Harding (li.) steht gewöhnlich für Label wie Extra Big Dicks, PrideStudios oder Raging Stallion vor der Kamera. Lindsey Graham (re.) ist seit 2003 Mitglied im US-Senat (Bild: PrideStudios / United States Congress)

Pornodarsteller Sean Harding ("Hot DILFs in Action") hat am Freitag indirekt den LGBTI-feindlichen republikanischen US-Senator Lindsey Graham geoutet, einen der einflussreichsten Parlamentarier in Washington. Demnach soll der 64-jährige Chef des mächtigen Rechtausschusses gerne männliche Sexarbeiter zu sich rufen. Das Outing sorgte am Wochenende für großen Wirbel in den sozialen Medien und wurde teilweise von LGBTI-Aktivisten begrüßt. Massenmedien ignorierten die Geschichte jedoch fast vollständig.

Wörtlich schrieb Harding, der selbst als Escort arbeitet: "Es gibt einen homophoben republikanischen Senator, der nicht besser als Trump ist und immer wieder Gesetze beschließt, die die LGBT-Community und andere Minderheiten beschädigen. Jeder Sexarbeiter, den ich kenne, wurde von diesem Mann angeheuert. Ich frage mich, ob wir – wenn wir genug zusammenkriegen – ihn aus dem Parlament jagen können." Wenige Minuten später rief er in einem weiteren Tweet Kollegen auf, ihm zu folgen: "Ich kann das nicht alleine tun. Wenn ihr willens seid, mit mir gegen LG vorzugehen, lasst es mich bitte wissen."



Der einzige US-Senator mit den Initialien L.G. ist Lindsey Graham aus South Carolina. Er gilt als einer der LGBTI-feindlichsten Republikaner im Parlament – so hat er unter anderem für ein Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen in der US-Verfassung gestimmt, lehnt Antidiskriminierungsschutz für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten kategorisch ab und setzt sich dafür ein, dass homosexuellen Paare die Adoption erschwert wird. Graham gilt derzeit als einer der engagiertesten Anhänger von Präsident Donald Trump, der den Staatschef gegen jedweden Vorwurf mit Inbrunst verteidigt ("Ich habe nie gehört, dass Trump auch nur ein rassistisches Wort gesagt hat – nicht mal annähernd").

Harding erklärte gegenüber dem schwulen Porno-Blog "Str8UpGayPorn", dass er sich Sorgen um Verleumdungsklagen mache. Daher wolle er möglichst viele Kollegen auf seiner Seite haben, "um einen von Trumps Handlangern zu Fall zu bringen".

Graham ist bereits seit 2003 US-Senator. Er war Nachfolger des Hardliners Strom Thurmond, der Grahams Kandidatur kurz vor seinem Tod im Alter von 100 Jahren enthusiastisch unterstützte. Thurmond war besonders für seine Unterstützung der Rassentrennung bekannt – 1957 sorgte er für Schlagzeilen, als er ein Bürgerrechtsgesetz durch Dauerreden im Plenum verhindern wollte ("Filibustering"). Das Gesetz wurde zwar trotzdem verabschiedet, seine 24 Stunden und 18 Minuten lange Rede ist aber bis heute Rekord.

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Immer wieder Homo-Gerüchte um Lindsey Graham

Über die sexuelle Orientierung des Junggesellen Graham gibt es seit Jahren Spekulationen. TV-Komiker ahmen gerne seinen exaltierten Südstaatenakzent und seine affektierten Gesten nach – und deuten oft an, dass der Senator homosexuell sein könnte. Wenig hilfreich ist auch, dass Graham mit Lindsey einen Vornamen hat, der gewöhnlich als weiblich angesehen wird. Immer wieder fordern auch Stars den Senator zum Coming-out auf, vergangenes Jahr etwa Musicallegende Patti LaPune oder ein Jahr zuvor Komikerin Chelsea Handler.

Twitter / PattiLuPone

Twitter / chelseahandler

LGBTI-Aktivst*innen zeigten sich gespalten darüber, ob die Spekulationen über Graham etwas Positives sind. Viele sehen diese als homophob an, da der Politiker wie alle anderen Menschen auch ein Recht auf Privatsphäre habe und – sollte er homosexuell sein – selbst entscheiden dürfe, ob er über seine sexuelle Orientierung offen spricht. Andere verweisen auf die homo- und transphoben Gesetze und Initiativen, die Graham unterstützt. In einem solchen Fall gehe ein Outing gegen den Willen des Betroffenen in Ordnung, weil er offensichtlich mit seiner Homophobie die eigene sexuelle Orientierung überspielen wolle und sich und anderen schade.

Direktlink | 2018 sorgte Graham für Schlagzeilen, als er mit einer sich überschlagenden Stimme den für den Supreme Court nominierten Homo-Hasser Brett Kavanaugh gegen Vergewaltigungsvorwürfe verteidigte

Dan Savage unterstützt Graham-Outing

Im aktuellen Fall erhielt Harding Unterstützung vom bekannten LGBTI-Aktivisten Dan Savage, der unter anderem das "It Gets Better"-Projekt ins Leben gerufen hatte. Der 55-Jährige schrieb auf Twitter: "Outings sind eine brutale Taktik, die nur bei Wüstlingen angewendet werden sollte. Lady G hat sich dafür mehr als qualifiziert." Lady G ist ein beliebter Spitzname von Graham-Gegnern – diese Bezeichnung trendete am Wochenende bei Twitter.

Twitter / fakedansavage

Graham könnte eine Outingwelle durchaus Schaden zufügen. Immerhin ist Prostitution im gesamten Land (mit der Ausnahme von Nevada) untersagt – er hätte sich also formal strafbar gemacht. Andererseits hat seine Partei gleichgültig auf Vorwürfe von sexuellem Missbrauch gegen Präsident Donald Trump oder Vergewaltigung gegen Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh reagiert. Allerdings waren diese Vorwürfe von Frauen erhoben worden – der Aspekt Homosexualität macht aber laut Umfragen vielen republikanischen Wähler*innen größere Sorgen. Im November muss sich Graham wieder der Senatswahl stellen. Bei der letzten Wahl 2014 schlug Graham seinen demokratischen Herausforderer deutlich mit 55 zu 39 Prozent.

Viele Demokraten hoffen, dass sie einen ähnlichen Coup wie 2017 in Alabama erreichen könnten: Damals schlug der Demokrat Doug Jones in dem extrem konservativen Bundesstaat den homophoben Republikaner Roy Moore nach einem Sexskandal (queer.de berichtete). In South Carolina konnte zuletzt 1998 ein Demokrat eine Senatswahl gewinnen. Der Bundesstaat stellte bis zur Supreme-Court-Entscheidung "Lawrence v. Texas" im Jahr 2003 Homosexualität unter Strafe.

Direktlink | 2016 bewarb sich Graham um die republikanische Präsidentschaftsnominierung – und erklärte auf CNN, dass er auch ohne First Lady einen guten Job machen würde

Die republikanische Fraktion im Senat umfasst derzeit 53 Mitglieder, die demokratische Fraktion stellt 47 Mitglieder. Alle zwei Jahre muss sich ein Drittel der Senatoren der Wiederwahl stellen. Die Demokraten rechnen sich dieses Jahr gute Chancen aus, im November die Mehrheit zurückzuerobern. Zuletzt gewann die heutige Oppositionspartei im Jahr 2010 die Mehrheit der Sitze. (dk)



#1 Pink FlamingoAnonym
  • 08.06.2020, 15:49h
  • Um es ganz banal auszudrücken. Was dieses Trumpelungeheuer kann, legen wir noch ne gewaltige Schippe Dreck drauf. Recht so.
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#2 DramaQueen24Profil
  • 09.06.2020, 02:06hBerlin
  • Er wird nicht der einzigste republikanische Senator oder Abgeordnete sein, der außen hui, und innen pfui ist. Solche Typen verdienen es, geoutet zu werden! Obwohl ich sonst gegen das Outing bin!
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#3 RichtigAnonym
  • 09.06.2020, 07:28h
  • Wenn irgendwelche verklemmten LGBTI ihren Selbsthass auf andere projizieren und gegen sie hetzen, dann aber heimlich ihre Geilheit ausleben, dann kann man diese Doppelmoral nicht nur öffentlich machen, sondern dann muss man das öffentlich machen.
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#4 zundermxeAnonym
  • 09.06.2020, 09:19h
  • Antwort auf #2 von DramaQueen24
  • Naja, doch wohl eher, wenn überhaupt, außen pfui und innen hui.

    Bin auch ein entschiedener Gegner von Zwangs-Outing. Doch nach banaler Logik gibt es keine Regel ohne Ausnahme. Wenn Ausnahme, dann bei diesen sehr destruktiven und bewusst andere Menschen zum eigenen Vorteil schädigenden Typus, der gegen Menschen hetzt und somit direkte Gewalt verursacht und zu verantworten hat.

    Diese Maske soll nun fallen, löffel er seine eigene braune Medizin und betrachte sich dabei im Spiegel der Öffentlichkeit, wo er so gerne sein Gift verbreitet hat.
    Kein Mitleid und kein Mitgefühl.
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#5 Alexander_FAnonym
  • 09.06.2020, 12:20h
  • Zwangsoutings sind bei irgendwelchen hergelaufenen kleinen Würstchen immer falsch. Bei so dicken Salamis, die ihre ganze Existenz auf Hasspredigten und Doppelmoral aufbauen und damit Millionen scheffeln, sind sie mitunter aber das einzige Mittel, um ihrem Treiben Einhalt zu gebieten.
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#6 Pink FlamingoAnonym
#7 MeckieAnonym
  • 09.06.2020, 19:16h
  • Verleumdungsklagen? Sorry, aber wenn die ihn alle kennen, warum gehen die dann zum Senator. Die könnten den Job doch auch locker ablehnen, wenn der die immer bucht! Aber nein, ich habe vergessen, Geld ist ja wichtiger als Moral & Integrität. Wenn der die bucht, hätte einer bestimmt schon heimlich alles gefilmt oder so. Dann gäbe es auch Beweise! Also, wenn schon so viele bei ihm waren, warum sind die dann nicht alle einfach wieder gegangen oder haben dem Herrn Senator bei Sex-Treffen nicht ordentlich den Marsch geblasen anstatt seinen ***?
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#8 Heuchler-WatscherAnonym
#9 zundermxeAnonym
  • 09.06.2020, 21:52h
  • Antwort auf #7 von Meckie
  • Glaubst wirklich das läuft für alle so, die Sex für Geld bieten, dass sie sich die Kunden immer und zu jeder Zeit aussuchen können?!

    Und ganz nebenbei, schon mal was von Machtgefälle gehört?
    Für wen, der nicht bspw selbst durch eigene Prominenz geschützt ist oder sich sonst wie zu schützen weiß, kann es auch mal recht unangenehm bis gefährlich werden einen mächtigen Menschen zu outen. Einige wissen durchaus jenseits des Rechtsstaats all ihre Mittel einzusetzen um wen mundtot zu machen.
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#10 Alexander_FAnonym
  • 10.06.2020, 00:43h
  • Antwort auf #6 von Pink Flamingo
  • Bei mir brauchst du dich da nicht zu entschuldigen. Hast schon recht, dass das ein ganz schönes Backpfeifengesicht ist, vor allem, wenn man weiß, was aus diesem Mund so kommt. Ich denke aber, so ein Zwansgouting ist die härtest Backpfeife, die man ihm und überhaupt irgendwem verpassen kann. Ich hoffe, die wird ihn etwas zum Nachdenken anregen.
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