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Land bald "LGBT-freie Zone"?

Polen: Staatspräsident stellt homofeindliches Wahlmanifest vor

In der Absichtserklärung verpflichtet sich Andrzej Duda unter anderem, keine Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare zuzulassen und Kinder vor einer "LGBT-Ideologie" zu schützen.


Bei der Wahlkundgebung zum vermeintlichen "Schutz von Kindern" trugen weder der Präsident noch Erwachsene oder Kinder Gesichtsmasken oder hielten Abstand voneinander (Bild: #DUDA2020 / twitter, Pixel durch queer.de)

Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda hat am Mittwoch überraschend eine "Familien-Charta" vorgestellt, die Wahlversprechen für eine zweite Amtszeit im Bereich der Familienpolitik enthält. In mehreren Punkten liest sich das Dokument wie die umstrittenen Resolutionen von rund 100 Gemeinden, Städten und Regionen aus den letzten Monaten zu quasi "LGBT-freien Zonen". Twitternutzer kommentierten den Auftritt des Präsidenten auf einem Spielplatz bereits mit der Befürchtung, er wolle ganz Polen zu einer "LGBT-freien Zone" machen.

Der 48-Jährige sagte laut Medienberichten zu der Vorstellung des Manifests vor Kindern und Eltern: "Die 'Familien-Charta' ist eine Verteidigung der Institution der Ehe als Verbindung aus Mann und Frau. (…) Ich habe keinen Zweifel daran, dass es keine Einführung der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare geben kann. Dies ist eine fremde Ideologie."

"Die polnische Familie braucht angemessene Lebensbedingungen, ohne Angst vor Armut oder der Bedrohung durch Ideologien, die sie zerstören", heißt es in der Charta. Neben einem Einsatz für familienfreundliche Arbeitsplätze oder verstärkten Schutz vor häuslicher Gewalt verspricht der Präsident in den Stichpunkten des kurzen Manifests tatsächlich die "Verteidigung der Ehe" als "Beziehung aus Mann und Frau" sowie "keine Zustimmung zur Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare".

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Keine "Propagagierung von LGBT-Ideologie"

Ferner verspricht das Manifest einen "Schutz von Kindern vor LGBT-Ideologie" und ein "Verbot der Propagierung von LGBT-Ideologie in öffentlichen Institutionen". Für Sexualaufklärung seien vor allem Eltern verantwortlich, die auch grundsätzlich über den Geist des Schulunterrichts und außerschulischer Aktivitäten zu entscheiden hätten (das Parlament hatte kürzlich einen von Homo-Hassern erstellten Gesetzentwurf zum praktischen Verbot von Sexualerziehung beraten. Heimunterricht müsse erleichtert werden, so Duda ferner. Die Charta sei eine Verpflichtung, die er als Präsident strikt befolgen werde. Nach diesen Prinzipien werde er über die Unterzeichnung von Gesetzen entscheiden.

[ENGLISH VERSION BELOW] ? Panie Prezydencie, nie istnieje co? takiego jak wyssana z homofobicznego palca ?ideologia…

Gepostet von Kampania Przeciw Homofobii am Mittwoch, 10. Juni 2020
Facebook / Kampania Przeciw Homofobii | Die "Kampagne gegen Homophobie" erinnerte den Präsidenten "laut und klar" daran, dass es keine "LGBT-Ideologie" gebe – das sei ein "homophobes Konstrukt". Vielmehr steckten hinter dem Kürzel LGBT schlicht Menschen, die zugleich die Konsequenzen des auch von Duda beförderten Hasses gegen sie erleiden müssten

Nach einer Corona-bedingten Verschiebung der Wahl stimmen die Polen am 28. Juni über ihr neues Staatsoberhaupt ab. Nachdem die konservativ-liberale Bürgerplattform (PO) ihre Spitzenkandidatur auswechselte, gilt der Warschauer Bürgermeister Rafal Trzaskowski als der Herausforderer mit den größten Chancen. Die Regierungspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) nutzte die Kandidatur des Kontrahenten, um nach dem Europa- und Parlamentswahlkampf im letzten Jahr erneut auf Homo- und Transphobie im Wahlkampf zu setzen.

Trzaskowski hatte Anfang 2019 eine "Regenbogen-Erklärung" unterzeichnet, mit der sich die Stadt Warschau unter anderem zu umfassender Sexualaufklärung an Schulen verpflichtet, die auch queere Themen aufgreift. Die PiS reagierte darauf mit monatelanger homo- und transphober Stimmungsmache, verstärkt durch regierungsnahe Medien und soziale Netzwerke. Spätestens in der letzten Woche begann die nächste Runde, als Ministerpräsident Mateusz Morawiecki im Parlament warnte, Trzaskowski stehe für einen Plan, der die Familie bedrohe. Nur die PiS werde die Familie und Kinder vor "ideologischen Experimenten" bewahren. (nb)



#1 Christian71Anonym
  • 10.06.2020, 18:33h
  • Und das in diesen Zeiten! Ich dachte, die Sensibiltät wäre für alle nun geschärft. All diese Abwertungen wie Rassismus, Homophobie und halt all das, mit denen sich Grenzdebile immer so gern beschäftigen sind im 21. eine Sauerei. WIe kann es sein, dass man auf dem Rücken von Minderheiten Politik, macht ohne jegliche Grundlage außer halt Hass auf Minderheiten. Es gibt keinen Grund Regenbogenfamilien zu benachteiligen. Das ist reinste Propaganda und das ist eine Ideologie. Man verkehrt einfach die Realität und lässt sich dafür beklatschen. Dann hat die Ratio und das Herz den Menschen verlassen. Was regiert ihn dann?
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#2 Alexander_FAnonym
  • 10.06.2020, 23:14h
  • Antwort auf #1 von Christian71
  • Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: die "Familie" ist nur ein Codewort für das althergebrachte Gewohnheitsrecht auf Gewalt und Willkür, auf Eigentum über Frauen und Kinder und auch auf eigene, alternative Fakten (= christliche Sexualkunde usw.), sprich für alles, was das rechte Herz begehrt.
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#3 DramaQueen24Profil
  • 11.06.2020, 01:36hBerlin
  • Da erkennt man leicht die Handschrift der Kinderschändersekte, der katholischen Kirche!
    Welche Beweise braucht die EU noch, um zu sehen, dass Polen sich nicht an die Werte der EU hält?
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#4 Homonklin_NZAnonym
  • 11.06.2020, 08:06h
  • Natürlich vergessen auch die wieder, dass zu jeder korrekten Familie wenigstens ein Famulus (Namensgeber für Familie) gehört, also ein Haussklave!

    Also berwunderlich ist das ja nicht, wennschon ganz Polen immer mehr in Richtung Religionsnazitum abdriftet, und die Existenz von ca. 10% der Menschheit als "Ideologie" einordnet, so tut, als existieren die alle gar nicht, und sie zu Menschen zweiter Würdeklasse abstempelt.

    Komischerweise auch kein Wort zu Alkohol, der vermutlich mehr Familien zerstört, als es Menschen, die vielleicht selber Familien gründen möchten, je könnten, wenn die das vorhätten, was sie nicht vor haben.

    Und die EU schaut zu, wie ein christlixcher Gottesstaat entsteht, der den Faschismus in Selbstumarmung liebkost.
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#5 Altbekannte TaktikAnonym
  • 11.06.2020, 10:21h
  • Die altbekannte Taktik:
    Politiker, die inhaltlich auf ganzer Linie versagen, versuchen davon abzulenken, indem sie gegen Minderheiten hetzen.

    Merke:
    Will man seine Anhänger auf Linie bringen, präsentiert man ihnen einen gemeinsamen Feind.
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#6 Ralph
  • 11.06.2020, 12:43h
  • Antwort auf #5 von Altbekannte Taktik
  • So ist es. Totalitäre Ideologien brauchen immer die eigene Gruppe in der Wagenburg und den teuflischen Feind als Belagerer. Früher war es "der Jude". Das wagen heute nicht mal mehr die polnischen Klerikalfaschisten. Deshalb sind sie auf "den Schwulen" und "die Lesbe" ausgewichen. Die Existenz des polnischen Staates setzt nach Ansicht der Herrschenden voraus, dass die Polen stets eine bedrohte Spezies sind, immer Opfer, immer angegriffen von irgendwelchen feindlichen Mächten, im ewigen Verteidigungszustand, dauerhaft in einen Verteidigungskrieg verwickelt. Ich habe nie eine Rede eines der Kaczinski-Brüder vergessen, in der er tönte: "Polen ist eine große und stolze Nation!" Große und stolze Nationen waren es, die unseren Kontinent immer ins Unglück gestürzt haben, in Krieg und Verfolgung. Große und stolze Nationen sind das Letzte, was wir in Europa gebrauchen können.
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#7 michael008
  • 11.06.2020, 13:14h
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • Das Furchtbare daran ist, dass wir "große und stolze Nationen" nur kleiner und demütiger halten können, wenn die Europäische Union endlich eine neue Struktur erhält.
    Diese Wirtschaftsgemeinschaft ist keine wirkliche Wertegemeinschaft.
    Es wird eine Europäische Regierung benötigt die dem Europäischen Parlament Rechenschaft schuldig ist und nicht irgendwelchen Nationalstaaten und Regierungschefs.
    Das Einstimmigkeitsprinzip muss weg.
    Der Europäische Gerichtshof muss volles Zugriffsrecht auf die Gesetzgebung der Nationalstaaten erhalten.
    Die Subsidiaritätsprinzipien müssen neu geregelt werden.
    Eine Utopie
    Ja leider.
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#8 ClarissaAnonym
  • 11.06.2020, 16:18h
  • Ich bin sicher, die Spahnimaus wird wie bei allen Homohassern aus Afrika und der arabischen Welt auch hier wieder ganz rigoros ... ach nein, wird er nicht, sind ja seine guten Freunde aus dem Vatikan. Ja dann ...

    Wie lautet eigentlich die polnische Übersetzung des folgenden Satzes von Margaret Atwood, den sie June sagen lässt mit Blick auf die Mauer: "Ein Priester, ein Arzt, ein Schwuler. Den Witz kenne ich, aber die Pointe war anders."
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#9 Carsten ACAnonym
  • 11.06.2020, 18:25h
  • """Ich habe keinen Zweifel daran, dass es keine Einführung der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare geben kann. Dies ist eine fremde Ideologie."""

    Das hat nichts mit Ideologie zu tun, sondern dabei geht es ja gerade um den Schutz von Kindern in Regenbogenfamilien. Damit diese bei Verlust eines Elternteils nicht auch noch den anderen Elternteil verlieren.

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    """Die polnische Familie braucht angemessene Lebensbedingungen, ohne Angst vor Armut oder der Bedrohung durch Ideologien, die sie zerstören"""

    Und wie soll die Anerkennung von LGBTI Familien zerstören? Familien wird auch nichts weggenommen.

    Hier werden ohne jede Logik und ohne faktische Grundlage Horrorszenarien an die Wand gemalt, um Hass zu schüren.

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    """Verbot der Propagierung von LGBT-Ideologie in öffentlichen Institutionen"""

    Es geht doch nicht darum, irgendwas zu "propagieren", was sich gar nicht propagieren lässt. Entweder man ist schwul, lesbisch, etc. oder nicht. Und wenn man es nicht ist, wird man es auch nicht - durch keine Maßnahme der Welt. Genauso umgekehrt.

    Es geht einfach nur um Aufklärung, damit man weiß, was die Realität ist. Das nützt nicht nur LGBTI, sondern auch Heteros, die ohne Hass leichter durchs Leben kommen.

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    """ [...] vor allem Eltern verantwortlich, die auch grundsätzlich über den Geist des Schulunterrichts und außerschulischer Aktivitäten zu entscheiden hätten [...] Heimunterricht müsse erleichtert werden"""

    Also sollen nicht mehr Fachleute entscheiden, was Schüler zu lernen haben, sondern Eltern. Na dann gute Nacht.

    Kein Wunder, dass die das wollen. Die wollen die Wähler dumm halten. Und das ist die beste Methode dahin.
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