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Polen

Darum müssen Partnerschaften mit "LGBT-freien" Gemeinden beendet werden!

In einem Interview erklärt der Grünen-Politiker Volker Beck, warum Städtepartnerschaften mit "LGBT-freien Zonen" in Polen sofort suspendiert werden sollten.


Drei Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag meldet sich Volker Beck mal wieder mit einem queerpolitischen Thema zu Wort (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)

  • 11. Juni 2020, 01:48h 12 2 Min.

Der Grünen-Politiker Volker Beck hat sich bezüglich der Städtepartnerschaften Berliner Bezirke mit homo- und transfeindlichen Gemeinden in Polen für eine Suspendierung der Partnerschaften ausgesprochen.

Auf dem Berliner Radio rbb88.8 sagte Beck am Mittwoch, man müsse den betreffenden polnischen Gemeinden sagen, dass sie hier nicht mehr zu Gast sein könnten. Er schlug vor, stattdessen einen Teil der Zivilgesellschaft der betreffenden Städte einzuladen, der sich gegen die homo- und transfeindliche Politik engagiert.

Kein "Zückerchen" für Homo-Hasser

Für Kommunalpolitiker*innen sei eine Reise ins Ausland ein Bonbon. Dieses Zückerchen sollte man ihnen wegnehmen, so Beck weiter. Bloße Kritik an den "LGBT-freien Zonen" in Polen würde dort überhaupt nicht wahrgenommen.

Stefan Karnetzki (SPD), der stellvertretende Bürgermeister des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf, hatte sich gegenüber rbb24 für eine grundsätzliche Beibehaltung der Städtepartnerschaften ausgesprochen.

Rund 100 Kommunen "frei von LGBT-Ideologie"

Seit dem letzten Sommer haben sich rund 100 polnische Gemeinden, Städte und Regionen in teils unterschiedlichen Resolutionen etwa als "frei von LGBT-Ideologie" erklärt und sich verpflichtet, keine "Homo-Propaganda" zu akzeptieren, keine Sexualaufklärung an Schulen durchzuführen und sich zum "Schutz der Familie" und der Kinder der "Ideologie der LGBT-Bewegung" zu widersetzen, die christlichen Werten entgegenstehe.

LGBTI-Aktivisten sehen das als direkten Angriff auf queere Menschen, nicht auf eine vermeintliche Ideologie, zumal ein Magazin im letzten Sommer Aufkleber mit durchgestrichenem Regenbogen und dem Aufdruck "LGBT-freie Zone" verteilt hatte (queer.de berichtete). Trotz des klaren Zusammenhangs und Inhalts wehren sich inzwischen einige Kommunen mit Unterstützung der ultrakatholischen Organisation Ordo Iuris juristisch gegen die zuspitzend zusammenfassende Beschreibung ihrer Resolution als "LGBT-freie Zone" und ihre Listung in einem "Atlas des Hasses" (queer.de berichtete). (cw/ots)

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#1 Homonklin_NZAnonym
  • 11.06.2020, 07:43h
  • ""(...)sich zum "Schutz der Familie" und der Kinder der "Ideologie der LGBT-Bewegung" zu widersetzen, die christlichen Werten entgegenstehe.""

    Tja, weil es die Essenz der christlichen Werte bestellt, Menschen unerwünschter Art und Persönlichkeit gnadenlos auszugrenten, wie es einer faschistoiden Ideologie eben entsprechend ist.

    Man darf das dann gern auch erwähnen, dass man sich mit Städten, wenn sie faschismusnahe Werte pflegen, aus Solidarität mit all den Opfergruppen des Nationalsozialismus und dem Wiederkehren solcherlei Verhaltensformen keine Partnerschaft pflegen kann.

    Christliche Wert-Nazis sind eben auch nur Nazis.
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#2 Volle ZustimmungAnonym
  • 11.06.2020, 10:28h
  • Dem kann ich mich nur anschließen.

    Es ist schlimm genug, dass solche Staaten, wo sowas möglich ist, überhaupt Teil der EU sind. Aber dann muss man zu solchen Kommunen, wo der Faschismus regiert, nicht auch noch Partnerschaften pflegen und so tun, als sei alles in Ordnung.

    Es kommt ja auch gerne die Ausrede, dass man dann keinen Einfluss mehr nehmen könne. Aber das ist doch hanebüchen: was konnte dieser angebliche Einfluss denn bisher verhindern? Gar nichts.

    Nur ein Ende von Städtepartnerschaften zeigt diesen Kommunen, dass sie außerhalb der europäischen Ideale stehen.
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#3 Taemin
  • 11.06.2020, 12:25h
  • Antwort auf #2 von Volle Zustimmung
  • Sehr richtig. Wieder zeigt ein Vergleich, wie absurd es ist, über den Fortbestand solcher Partnerschaften auch nur zu diskutieren. Hätten polnische Kommunen "Juden-Propaganda" verboten und die Existenz von Juden im Ton der "Christusmörder"-Legende zur Gefahr für die christliche Gemeinschaft erklärt, wären die Partnerschaften sofort und ohne Diskussion beendet worden - zu Recht. Bei völlig gleichem Kreuzzug gegen eine andere Minderheit kann nichts anderes gelten.
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